Die KVB als Arbeitgeber: Interview mit Personalvorstand Peter Densborn

(Header) Peter Densborn

Peter Densborn ist Personalvorstand bei der KVB. In seiner Funktion trägt er die Verantwortung für die Bereiche Fahrgastsicherheit und Fahrgastservice, Personalmanagement, Informationsmanagement und Inhouse Consulting. Auch der Datenschutz, die Arbeitssicherheit, die Interne Unternehmens-kommunikation und das Compliance unterliegen ihm. Hier beantwortet Herr Densborn einige Fragen zu seinem Vorstandsressort und der KVB als Arbeitgeber.
 
Herr Densborn, Sie sind Personalvorstand der KVB. Was macht die KVB als Arbeitgeber attraktiv?

Mit über 3.300 Mitarbeitern sind wir eine große Gemeinschaft, die sich täglich den Herausforderungen stellt und Menschen bewegt. Dazu brauchen wir motivierte und engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Um diese Mitarbeiter zu gewinnen müssen wir ein gutes Paket im Angebot haben.

Die KVB bietet ihren Beschäftigten sehr gute und abwechslungsreiche Arbeitsbedingungen. Unsere tarifvertraglich abgesicherten Vergütungen bieten gute Einkommensmöglichkeiten. Darüber hinaus bieten wir einige Sozialleistungen wie z. B. die Möglichkeit, über unsere Wohnungsgesellschaft im Stadtwerke Konzern Köln Wohnungen anzumieten.

Wir bieten eine Vielzahl von Weiterbildungsmöglichkeiten, nicht zuletzt daraus ergeben sich auch Karrierechancen. Wir wissen, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf einen besonders hohen Stellenwert hat. Dem wollen wir gerecht werden.
 
Worauf sind Sie als Personalvorstand bei der KVB besonders stolz?

Ich bin sehr froh, dass wir eine hohe Bindung unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an das Unternehmen haben. Dies zeigt, dass unsere Mitarbeiter mit ihren Arbeitsbedingungen insgesamt zufrieden sind.

Über 90 % Prozent der Beschäftigten haben im Rahmen der letzten Mitarbeiterbefragung (2015) zum Ausdruck gebracht, dass sie gerne auch in den nächsten Jahren für das Unternehmen arbeiten möchten.

Richtig begeistert bin ich von der Flexibilität unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, wenn es in besonderem Maße darauf ankommt, unsere Leistungsfähigkeit zu erhalten. So bleiben auch unsere Mitarbeiter von Grippewellen nicht verschont und die Anzahl großer Events in dieser Stadt mit den damit verbundenen Zusatzverkehren stellen richtige Herausforderungen dar. Gerade in diesen Zeiten brauchen wir engagierte, motivierte und flexible Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter um das gesamte Leistungspaket erbringen zu können. Für diese Flexibilität bin ich sehr dankbar.
 
In welchem Bereich werden derzeit am nötigsten Mitarbeiter gesucht?

Die Mitarbeiter des Bereichs Fahrgastsicherheit und Fahrgastservice unterstützen

Die Mitarbeiter des Bereichs Fahrgastsicherheit und Fahrgastservice unterstützen unsere Fahrgäste mit Rat und Tat. © Foto: Christoph Seelbach

Auch im Unternehmen KVB sind die Folgen des demografischen Wandel spürbar. Unsere Altersstruktur bringt es mit sich, dass in den nächsten Jahren viele Mitarbeiter in den Ruhestand wechseln werden.

Daraus ergibt sich, dass wir verstärkt Bus- und Stadtbahnfahrerinnen und -fahrer einstellen werden. Die Gruppe der Fahrausweisprüfer braucht Verstärkung. Aber auch der Bedarf an Handwerkern, Ingenieuren und Mitarbeitern im kaufmännischen Bereich muss immer da abgedeckt werden, wo unsere eigene Berufsausbildung nicht ausreichend ist.

Die neuen Azubis, die 2015 ihre Ausbildung bei der KVB begonnen haben.

Die neuen Azubis, die 2015 ihre Ausbildung bei der KVB begonnen haben.

Wir bieten jedes Jahr über 50 Ausbildungsplätze für junge Menschen an: Zum Industriekaufmann/frau, zur Kauffrau/mann für Büromanagement, zur Fachkraft im Fahrbetrieb.

Unsere Ausbildung im gewerblich-technischen Bereich findet in den Berufen Elektroniker/in Fachrichtung Betriebstechnik, Industriemechaniker/in Fachrichtung Betriebstechnik und Kraftfahrzeugmechatroniker/in Schwerpunkt Nutzfahrzeuge statt.

Auch hier freuen wir uns über jede Bewerbung.
 
Die KVB bietet eine Reihe an Leistungen, damit Mitarbeiter ihren Beruf und ihre Familie besser vereinbaren können. Dafür wurde die KVB auch zertifiziert. Wo liegen in diesem Bereich die größten Herausforderungen in den nächsten Jahren?

Die KVB ist seit 2012 zertifiziert durch das Audit Beruf und Familie.

Die KVB ist seit 2012 zertifiziert durch das Audit Beruf und Familie.

Zunächst einmal möchte ich sagen, dass uns die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein wichtiges Anliegen ist. Auch aus diesem Grunde bin ich sehr froh darüber, dass wir aktuell erneut das entsprechende Zertifikat durch die berufundfamilie gGmbh zuerkannt bekommen haben.

Und es stimmt, wir bieten unseren Beschäftigten eine Reihe von Leistungen an, teilweise durch externe Partner unterstützt.

Unser Ziel ist es, ein freundlicher Arbeitgeber zu bleiben. Dafür brauchen wir gute Angebote, die praxistauglich sind und dem Mitarbeiter weiterhelfen.

Mit Projekten wie Home Office, einem Eltern-Kind Büro, Beratungsangeboten für den Fall eines pflegebedürftigen Angehörigen, Hilfestellung bei einem plötzlichen Pflegefall, Angeboten zur Kinderbetreuung haben wir unsere Maßnahmen im Rahmen der Zertifizierung sinnvoll ergänzt.

Flexible Arbeitszeitmodelle, Teilzeitmöglichkeiten auch in Führungspositionen, Wunschdienstpläne im Fahrbetrieb sowie Freistellungsmöglichkeiten zur Betreuung von Angehörigen runden unser Maßnahmenpaket nahezu ab.

Ich denke, dass wir uns mit diesen Maßnahmen nicht verstecken müssen. Für die nächsten Jahre gilt es, die jeweiligen Maßnahmen anzuwenden und bedarfsgerecht weiterzuentwickeln.

 

Was passiert bei der KVB mit Mitarbeitern, die aufgrund von Arbeitsunfähigkeit nicht mehr in ihren eigentlichen Aufgabengebieten eingesetzt werden können? In welcher Form nimmt die KVB hier ihre soziale Verantwortung wahr?

Es ist leider zutreffend, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus gesundheitlichen Gründen ihre Aufgaben nicht mehr wahrnehmen können. Auch aus diesem Grunde haben wir einen „internen Arbeitsmarkt“ eingerichtet. Unser Ziel ist es, betroffenen Beschäftigten ein anderweitiges Aufgabengebiet entsprechend der jeweiligen Möglichkeiten anzubieten. Dies bedeutet, dass wir unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter z. B. durch Weiterbildungsmaßnahmen auf die neue Aufgabe vorbereiten. Um diese Lösung umsetzen zu können, ist es allerdings notwendig, dass der Mitarbeiter diesen Weg im Rahmen seiner Möglichkeiten unterstützt.
 
Wie kamen Sie, bzw. die KVB, auf die Idee, Studenten als Fahrausweisprüfer einzustellen?

Bereits im Jahre 2001 hat das Unternehmen entschieden, Studenten als Fahrausweisprüfer einzustellen, befristet auf ein Jahr mit der Option, maximal ein weiteres Jahr zu verlängern. Hintergrund war die Absicht, die Fahrausweisprüfungen am Wochenende zu verstärken, ohne das Stammpersonal aufzustocken.

Eine studentische Fahrausweisprüferin bei der Arbeit.

Eine studentische Fahrausweisprüferin bei der Arbeit.

Begonnen wurde mit 15 studentischen Fahrausweisprüfern; mittlerweile wurde die Gruppe auf 30 erhöht. Die Einsätze werden fast ausschließlich jeweils von Freitag auf Samstag bzw. Samstag auf Sonntag im Spätdienst von ca. 16.20 Uhr bis ca. 0.45 Uhr terminiert. Vor Aufnahme der Tätigkeit durchlaufen die neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine bereits vergütete vierwöchige theoretische und praktische Ausbildung. Unter dem Motto „Studieren und kontrollieren“ profitieren die Studenten von einer tariflich bezahlten Arbeit am Wochenende und können sich unter der Woche um ihr Studium kümmern. Die KVB konnte so die Kontrollquote erhöhen und die Schwarzfahrerquote senken. Aktuell werden gerade wieder 15 neue Studenten im Fahrausweisprüfdienst eingestellt, die diejenigen ablösen, deren Befristung ausgelaufen ist. Genauso erfolgreich wurde das Modell auf den Bereich Stadtbahn übertragen, in dem seit einigen Jahren studentische Stadtbahnfahrer „Kölns dickste Kisten“ fahren. Auch sie werden besonders am Wochenende und bei Großveranstaltungen wie Fußball, Kölner Lichter etc. eingesetzt.
 
Die KVB investiert viel Geld in die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter. In welcher Form zahlt sich das aus?

Die Fort- und Weiterbildung unserer Mitarbeiter ist uns ebenfalls besonders wichtig.

Nur wenn unsere Mitarbeiter für ihre Aufgaben gut qualifiziert sind, kann die Qualität der Arbeit entsprechend gut sein.

Neue Technik: ein Elektro-Gelenkbus

Neue Technik: ein Elektro-Gelenkbus

Unsere Technik an Bussen und Bahnen sowie in der gesamten Infrastruktur, aber auch im Bereich der IT entwickelt sich ständig weiter, teilweise sehr schnell. Darauf müssen wir uns so früh wie möglich vorbereiten um die Verfügbarkeit unserer Anlagen und unseres Angebotes aufrecht zu erhalten. Da wir in den nächsten Jahren eine Vielzahl von Führungsaufgaben zu besetzen haben, investieren wir auch hier entsprechend.

So setzen wir unter anderem darauf, unseren Führungskräftenachwuchs weiterzuentwickeln, damit aus den eigenen Reihen freiwerdende Stellen qualifiziert besetzt werden. So werden Karrierechancen möglich und genutzt.

Zum Thema Führung entwickeln wir eigene Konzepte, welche erfolgreich umgesetzt werden.

 

Aktuelle Jobangebote finden Sie hier.

 

Sie möchten noch weitere Artikel lesen?
„Da beschwere ich mich mal bei der KVB!“ – Ein Tag im Verbesserungsmanagement
KVB-Fahrer – ein Job für jedermann?
Soko 1422 – der Einsatztrupp für alle Fälle
Lernen fürs Leben: Die Berufsausbildung bei der KVB

Sie möchten regelmäßig per E-Mail über neue Blogbeiträge benachrichtigt werden?
Dann klicken Sie hier!

6 Kommentare

  • Autorenbild' Sascha zauns

    Ich würde ja gerne bei euch arbeiten aber ihr legt ja so fiel wert auf den Vorstellungstest und last die Leute nicht mal Probe arbeiten

    • Kölner Verkehrs-Betriebe AG

      Hallo Sascha,

      danke für Ihre Anmerkung.

      Ich möchte zuerst um Verständnis für unsere Personaler bitten.
      Diese haben mit der Auswahl eine nicht immer leichte Aufgabe.

      Ggf. würde ich Ihnen empfehlen, eine Bewerbung für ein Praktikum einzureichen.
      Wenn sich dieses realisieren ließe, was allerdings von verschiedenen Faktoren wie der Kapazität in den einzelnen Fachbereichen abhängt, ergäbe sich hieraus eine vollkommen andere Bewerbungsgrundlage für einen Arbeitsplatz.

      Liebe Grüße

      Sebastian Gerber

  • Autorenbild' Max S.

    Hallo KVB-Gemeinschaft,

    Wie läuft eigentlich eure Ausbildung zum Straßenbahnfahrer ab? Ist es wie beim Auto, das man einzelne Stunden hat, oder läuft das eine gewisse Zeit als Block, also Vollzeit? Wäre ja mal Interessant, da man ja, falls es vollzeit ist, sicherlich nicht viel verdient in dieser Zeit.

    Liebe Grüße,
    Max S.

    P.S. Dieser Block war ne super Idee, bleibt dabei!

    • Kölner Verkehrs-Betriebe AG

      Hallo Max,

      es gibt zwei Varianten, wie man Stadtbahnfahrer werden kann.

      Zum Einen kann man eine dreijährige Ausbildung zur Fachkraft im Fahrbetrieb machen, die auch kaufmännische Aspekte beinhaltet. In diesem Fall erhält man ein Ausbildungsentgelt.

      Zum anderen kann man auch über drei Monate angelernt werden.
      Das geschieht in Vollzeit und bei voller Gehaltszahlung.

      Liebe Grüße

      Sebastian Gerber

  • Autorenbild' Mark

    Guten Tag,

    Ich bin schon längere Zeit dabei in eine eher selten gewählte Richtung einzusteigen. Ich bin gelernter Kraftfahrer im Personenverkehr mit 6 Jahren Praxis. Dazu kommen 2 1/2 Jahre Praxis im Prüfdienst hinzu (in unserem Verbund)
    Ich würde gerne wieder in diesen Bereich einsteigen wollen, da dort meine Stärken liegen, jedoch ist das als normaler Bürger ja überhaupt nicht umzusetzen. Nach nehrfachen versuchen habe ich es nun aufgegeben, was sehr schade ist.
    Alles andere ist in der Tat mit einem sehr großen Aufwand verbunden. Ich würde wenn möglich gerne über Details wollen.
    Liebe Grüße aus der Südstadt

    • Kölner Verkehrs-Betriebe AG

      Hallo Mark,

      in Ihrem konkreten Fall würde ich Sie bitten, sich mit der Personalbeschaffung in Verbindung zu setzen. Die Kolleginnen und Kollegen können Ihnen Auskunft über Ihre Entscheidungsgründe geben.

      Mit freundlichen Grüßen

      Sebastian Gerber

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *