Köln von oben: Die Seilbahn und ihre Geschichte

Die Gondeln der Kölner Seilbahn können wieder Fahrt aufnehmen.

Die Gondeln schweben wieder über Köln:

Vergangenen Freitag begann die neue Saison der Kölner Seilbahn. Diverse Gondeln sind in einem neuen Design zu sehen und die Seilbahn erstrahlt in neuem Glanz.

Bis November haben sowohl Kölner und Touristen als auch Schulklassen und Gruppen die Möglichkeit, den Ausblick über Köln zu genießen.

Während der Winterpause werden die Gondeln der Seilbahn ausgebessert.
Während der Winterpause werden die Gondeln der Seilbahn ausgebessert. (Foto: KVB AG)

Was in der Zwischenzeit geschah

Während der Betriebspause der Kölner Seilbahn wird die gesamte Anlage gewartet. Das geschieht jedes Jahr. Auch die Gondeln und die Talstationen werden jedes Jahr in der Winterpause gründlich gereinigt.

Die Gondel-Motive werden auch vorzugsweise während der Betriebspause gewechselt. In diesem Jahr sind bei der Kölner Seilbahn unter anderem neun neue RheinEnergie-Gondeln und eine neue Gondel im Design des Maus-Ladens zu sehen.

Sonja Lorsy ist kaufmännische Geschäftsführerin der Kölner Seilbahn.
Sonja Lorsy ist kaufmännische Geschäftsführerin der Kölner Seilbahn. (Foto: KVB AG)

„Die Leistungen der vergangenen Monate machen sich nun bemerkbar. Nach einer arbeitsintensiven Winterpause freuen wir uns, endlich in die neue Saison starten zu können.“, so Sonja Lorsy, kaufmännische Geschäftsführerin der Kölner Seilbahn.

Die vergangenen Jahre der Seilbahn

Im Jahr 2014 durfte die Seilbahn mit über 500.000 Fahrgästen einen neuen Rekord verzeichnen. Das liegt auch an den attraktiven Kooperationen mit verschiedenen Freizeiteinrichtungen und den angebotenen Nachtfahrten.

Der Vorfall Ende 2014, bei dem es zu einer Entgleisung kam, beschäftigte die Mitarbeiter der Seilbahn auch noch in der vergangenen Winterpause. Die Fahrwerk-Technik wurde in dieser Zeit weiterentwickelt, sodass es nun nicht mehr passieren kann, dass sich die Gondeln bei starkem seitlichem Wind mit dem Seil verkanten.

Nachdem der TÜV die Anlage letzten Monat geprüft und freigegeben hat, wurde die Windstärken-Grenze auch wieder auf 16 Meter pro Sekunde angehoben. Diese Grenze entspricht der Betriebsordnung für Seilbahnen.

Die Geschichte der Seilbahn

Die Geschichte der Kölner Seilbahn geht auf die Bundesgartenschau im Jahr 1957 zurück, die damals im rechtsrheinischen Stadtgebiet stattfinden sollte. In ihrem ursprünglichen Zweck sollte sie das Ausstellungsgelände mit dem linksrheinischen Stadtgebiet verbinden, insbesondere mit dem Zoo, der Flora und dem Grüngürtel. Außerdem erhoffte man sich hiermit, dass der Verkehr entlastet wird und weitere Parkmöglichkeiten geschaffen werden.

Da es sich um die erste Gartenschau auf Kölner Stadtgebiet handelte, wollte man eine besondere Verbindung schaffen. Der Rat der Stadt Köln beschloss somit den Bau der Rheinseilbahn, wie sie damals hieß: Es sollte die erste Seilbahn in Europa werden, die einen Strom überquert. Man plante damals Gesamtkosten über 1,1 Mio. DM ein, die innerhalb einer Betriebsdauer von fünf Jahren wieder ausgeglichen werden sollten.

Zur Bundesgartenschau 1957 diente die Rheinseilbahn als Attraktion und Verkehrsmittel.
Zur Bundesgartenschau 1957 diente die Rheinseilbahn als Attraktion und Verkehrsmittel. (Foto: KVB AG)

Bis zur Genehmigung des Baus der Rheinseilbahn waren jedoch noch einigen Hindernissen zu überwinden. Die Zentralkommission für die Rheinschifffahrt forderte für Ihre Zustimmung, dass zwischen dem tiefsten Punkt der Seilbahn und dem höchstmöglichen Wasserstand des Rheins, bei dem noch Schiffe fahren können, mindestens 22,5 Meter Platz ist. Der Regierungspräsident verlangte für die Erteilung einer dreieinhalbjährigen Betriebsdauer, dass durch den Bau der Talstationen der Rheinseilbahn kein Baum gefällt wird.

Nachdem alle erforderlichen Genehmigungen vorlagen, vergab man das Bauprojekt an die Kölner Firma Pohlig, die bereits über Erfahrungen im Bau von Personenseilbahnen verfügte. Zum 1. März 1956 wurde die Kölner Seilbahngesellschaft mbH für den Bau und den Betrieb der Rheinseilbahn gegründet. Die J. Pohlig AG hielt 40 Prozent und die Stadt Köln 60 Prozent der Anteile. Ebenfalls betraut mit dem Bau wurden der Ingenieur Hans Brüggemann und der Architekt Kurt Meywald.

Im September 1956 wurden die Fundamente für die Stützen fertiggestellt und bereits im November 1956 konnten die Pylone errichtet werden. Nachdem im Anschluss die Halte-, Trag- und Zugseile gezogen wurden, konnte die Rheinseilbahn am 17. April 1957 durch Oberbürgermeister Theo Burauen und Zoodirektor Wilhelm Windecker in Betrieb genommen werden.

Bundeskanzler Konrad Adenauer fuhr als Schirmherr der Bundesgartenschau 1957 bei der Eröffnungsfeier auch mit der Rheinseilbahn.

Bundeskanzler Konrad Adenauer fuhr als Schirmherr der Bundesgartenschau 1957 bei der Eröffnungsfeier auch mit der Rheinseilbahn. (Foto: KVB AG)

Die Seilbahn wies zu diesem Zeitpunkt eine Strecke von 685 Metern auf, deren Höhe 26,5 Meter über dem höchstschiffbaren Wasserstand lag. Die linksrheinische Pendelstütze war 36,5 Meter hoch, die rechtsrheinische sogar 40,5 Meter.

Während der Bundesgartenschau nutzten insgesamt über 1,3 Mio. Fahrgäste die Rheinseilbahn, die stündlich 2.400 Personen befördern konnte. Der Fahrpreis betrug zu diesem Zeitpunkt 1,70 DM für die Hin- und Rückfahrt.

Wie die Seilbahn an Länge gewann

Im Frühjahr 1961 wurde die Konzession für den Betrieb der Rheinseilbahn verlängert. Am 9. Juli 1962 sollte jedoch schon der Bau der Zoobrücke beginnen. Da noch nicht feststand, ob die Seilbahn dauerhaft fortbestehen wird, nahm man bei der Planung der Zoobrücke keine Rücksicht auf die Rheinseilbahn. Das hatte zur Folge, dass der rechtsrheinische Pylon für den Bau der Zoobrücke im Weg stand.

Vom Rheinpark aus ist die Seilbahn gut als Attraktion zu erkennen.

Vom Rheinpark aus ist die Seilbahn gut als Attraktion zu erkennen. (Foto: KVB AG)

Da sich immer mehr Leute für den Erhalt der Rheinseilbahn aussprachen, entschied sich die Kölner Stadtverwaltung für den Umbau in einer Variante, bei der die Seilbahn schräg über die Zoobrücke geführt und um etwa 200 bis 300 Meter verlängert werden sollte.

Bis zum 30. September 1963 musste die gesamte Rheinseilbahn, mit Ausnahme des linksrheinischen Pylon und der Zoostation, demontiert werden. Aus diesem Anlass gab es am 1. September 1963 noch eine Abschiedsfeier, bei der 14.000 Gäste die Gelegenheit zu einer Abschiedsfahrt mit der alten Seilbahn nutzten.

Am 23. Juli 1964 beschloss der Rat der Stadt Köln schlussendlich den Wiederaufbau der Rheinseilbahn mit der schrägen Überführung über die Zoobrücke. Der Minister für Wirtschaft, Mittelstand und Verkehr erteilte hierzu die Bau- und Betriebsgenehmigung.

Ein Pylon der Seilbahn.

Ein Pylon der Seilbahn. (Foto: KVB AG)

Die neue Rheinseilbahn, die nun insgesamt 935 Meter lang war, nahm am 22. August 1966 ihren Betrieb auf. In den darauf folgenden Jahren entwickelte sich der Betrieb zu einem Verlustgeschäft. Schließlich gab die Pohlig-Heckel-Bleichert AG ihre Anteile an die Stadt Köln ab. Im hierauf folgenden Jahr wurde die Rheinseilbahn an die Kölner Verkehrs-Betriebe AG angegliedert. Der Seilbahn sollte hierbei zum einen die Kompetenz der KVB zu Gute kommen, zum anderen aber auch der Verlustausgleich innerhalb des Stadtwerke-Konzerns.

Die Kölner Seilbahn als Teil der KVB

Die Kölner Seilbahn bietet bei den angebotenen Nachtfahrten einen beeindruckenden Ausblick.
Die Kölner Seilbahn bietet bei den angebotenen Nachtfahrten einen beeindruckenden Ausblick. (Foto: KVB AG)

Im Rahmen einer umfassenden Marketingstrategie wurde die Rheinseilbahn in Kölner Seilbahn umbenannt, was die Seilbahn näher in Verbindung mit der Stadt Köln bringen sollte. Das Design wurde blau-gelb angepasst, was einen Bezug zur Sonne, zum Licht, zum Himmel und zum Wasser herstellen sollte. Neue Kundengruppen wurden erschlossen, wie zum Beispiel Hochzeits- und Geburtstagsgesellschaften. Die KVB schaffte es, dass die Kölner Seilbahn hierdurch schon im siebten Jahr nach der Übernahme wieder aus den roten Zahlen kam.

Seit 2001 fährt die Kölner Seilbahn zu bestimmten Anlässen, wie den Kölner Lichtern, der Kölner Nacht der Seilbahn, Halloween und der Langen Nacht der Kölner Museen, auch in den Abend- und Nachtstunden.

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