Menschen bei der KVB: Carolin Leufgen
Wie der Gleisbau bei der KVB geplant wird

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Akten liegen auf dem Schreibtisch – Baupläne sind ausgebreitet. Dahinter steht der große Bildschirm des Computers. Irgendwo dazwischen sitzt Carolin Leufgen, 27 Jahre alt. Eine  Baumaßnahme am Heumarkt soll geplant werden. Nichts Großes – nur Schienen- Schwellen-  und Schottererneuerungen sowie Stopfarbeiten auf etwa 150 Metern. Um die Beeinträchtigungen sowohl im Bahnverkehr als auch rund um den Bereich der Baumaßnahme möglichst gering zu halten, sind gut durchdachte Planungen notwendig. Seit September 2015 kümmert sich Carolin – zusammen mit ihren Kollegen im Fachbereich Fahrweg – um  diese Gleisbauarbeiten bei der KVB.  Sie ist jung – aber nicht unerfahren. Vorher hat sie bereits als Werkstudentin Erfahrungen gesammelt. Carolin arbeitete nämlich während ihres Studiums mit der Fachrichtung Bauingenieurwesen sowohl beim Bauamt der Gemeinde Niederzier als auch für die Firma Drees & Sommer im Projektmanagement. Beste Voraussetzungen, um ein tatkräftiges Mitglied der KVB-Familie zu  sein.

Vom Bedarf bis zur Umsetzung

Carolin Leufgen kennt die Gleise der KVB so gut wie wenig andere.

Carolin Leufgen kennt die Gleise der KVB so gut wie wenig andere.

Was? Wann? Wie? – Diese Fragen stehen immer zu Beginn einer neuen Baumaßnahme. Zugegeben: Um das Was muss man sich keine Sorgen machen – es gibt immer etwas zu tun.  Das Wann wird schon schwieriger. Am besten sofort, aber zumindest so schnell wie möglich.  „Wichtig bei dem Wann ist vor allem die möglichst gering zu haltende Beeinträchtigung des Verkehrs, sowohl auf den Gleisen als auch auf den Straßen Kölns. Und das Wie bedarf der ganz detaillierten Planung“, erläutert Carolin. So gibt es jedes Jahr etwa zehn bis 15  Maßnahmen im Gleisbau, die geplant werden müssen. Mit einer Dauer von etwa einer Woche  bis hin zu Arbeiten, die ein ganzes Jahr beanspruchen, ist so ziemlich jede Zeitspanne  vertreten.

„Zu jeder Planung gehört die Erstellung eines sogenannten Leistungsverzeichnisses“ erzählt  Carolin Leufgen von ihrer Tätigkeit. Ein Leistungsverzeichnis ist so etwas wie eine sehr detaillierte To-Do-Liste. Die KVB lässt ja schließlich keinen neuen Teppich verlegen, sondern  ganze Gleise. „Das Leistungsverzeichnis stellt die Grundlage dar, nach der die Baufirmen arbeiten müssen. Dementsprechend müssen gängige und häufige Ausführungsbeschreibungen im Leistungsverzeichnis klar und deutlich erörtert werden, ebenso wie Besonderheiten, die während der Bauausführung beachtet werden sollen. So ist jedes Leistungsverzeichnis ein Einzelstück, in dem die einzelnen Positionen nach Menge und Beschreibung auf die Baumaßnahme zugeschnitten und aufgelistet werden. Hierfür werden natürlich Maße und Mengen der umzubauenden Bereiche benötigt, welche in einem sogenannten Aufmaß-Termin vor Ort bestimmt bzw. ausgemessen werden. In den Ausschreibungsunterlagen, zu denen das Leistungsverzeichnis zählt, definieren wir dann ebenfalls den Zeitraum, in dem die Baumaßnahme ausgeführt werden soll.“ Alle Schritte erfolgen in enger Zusammenarbeit mit den Bauleitern, die wie Frau Leufgen im Bereich Fahrweg sitzen. Die Bauleiter leiten die Ausführung der Baumaßnahme und sind für den ordnungsgemäßen Bauablauf verantwortlich.

Auch vor Ort ist Carolin im Einsatz. Hier werden für eine geplante Baumaßnahme Schotterproben entnommen.

Auch vor Ort ist Carolin im Einsatz. Hier werden für eine geplante Baumaßnahme Schotterproben entnommen.

Häufige Baumaßnahmen im Schottergleis sind der Schienen- und Schwellenwechsel und der Schotteraustausch bzw. die Schotterreinigung, je nach Verschmutzung und Beschaffenheit des Materials. Außerdem wird der Gleisschotter gestopft, sodass die Gleise in ihrer Lage korrigiert und stabilisiert werden.  Das liegt schlichtweg daran, dass diese Teile des Fahrwegs stark beansprucht werden. Bei Baumaßnahmen im Bereich der festen Fahrbahn, in der Schwellen und Schotter nicht vorhanden sind, fallen Arbeiten – wie beispielsweise das Stopfen – weg und werden durch andere hier erforderliche Arbeiten – unter anderem Beton- und Asphaltarbeiten – ersetzt.

„Nachdem das Leistungsverzeichnis fertig gestellt ist, wird es dem Einkauf übergeben.  Der Einkauf fordert unter Verwendung des Leistungsverzeichnisses entweder Angebote einzelner Unternehmen an oder schreibt die Leistung öffentlich aus – je nach Größe und gesetzlichen Bestimmungen natürlich. Sind Angebote bis zu der gesetzten Frist eingegangen, bin ich wieder am Zug: Ich prüfe die Angebote in technischer Hinsicht unter anderem auf Vollständigkeit, bewerte die Eignung der Bieter, die Angemessenheit der Preise und gebe dann einen Vergabevorschlag an den Einkauf“, so Carolin Leufgen. Jetzt ist Carolin erst einmal aus der ganzen Sache raus. Aber nicht schlimm, denn es warten noch genügend andere Baumaßnahmen auf  ihrem Schreibtisch.

Der Gleisbau als Teil des Ganzen  

Der Schotter wird auf mögliche Kontaminationen (z.B. Abrieb aus Rad-Schiene-System) überprüft. Bei der Baumaßnahme wird dieser dann entweder gereinigt oder ausgewechselt.

Der Schotter wird auf mögliche Kontaminationen (z.B. Abrieb aus Rad-Schiene-System) überprüft. Bei der Baumaßnahme wird dieser dann entweder gereinigt oder ausgewechselt.

Der Teilbereich Gleisbau ist dem Bereich Fahrweg zugeordnet, in dem über 400 Mitarbeiter arbeiten. Neben dem Bahnbau ist der Fahrweg auch für alle anderen betrieblichen Anlagen  der KVB zuständig. Dazu gehören die Energie- und Maschinentechnik, die Prozess- und  Kommunikationstechnik und die Signaltechnik. Von der Wartung über die Reparatur bis zum  Neubau wird alles durch diesen Fachbereich organisiert. Selbstverständlich arbeitet die KVB  hierfür auch mit anderen Unternehmen zusammen, aber einen sehr großen Teil der anfallen- den Aufgaben kann die KVB durch die hohe Qualifikation der spezialisierten Mitarbeiter selbst  erledigen.

 

Fotos:
Kölner Verkehrs-Betriebe AG
Christoph Seelbach
Sebastian Gerber
Thomas Nolden

 

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