Menschen bei der KVB: Günter Dabek
Der Kopf der Lagerlogistik

Header

Nothammer für die Fahrzeuge, Sicherheitsschuhe für die Mitarbeiter, Schrauben für die Innenverkleidung der Busse und Bahnen, neue Reifen: Sobald bei der KVB dringend etwas gebraucht wird, fordert man es im Lager an – und schnell ist es da. Es ist schon praktisch, nicht wie im privaten Leben erst losziehen zu müssen, um zu bekommen, was man will. Oder gar auf eine Lieferung warten zu müssen. Bei der KVB ist es wichtig, schnell handeln zu können.

Am schnellsten geht es, selbst vorbei zu schauen: Reservierung getätigt, ins Lager gegangen und mit der Ware raus. Bei diesen Gelegenheiten kann man auch gut die Komplexität der Lagerlogistik erkennen: Sehr viel Material auf möglichst wenig Platz – und das dann auch auffindbar. So entstehen lange Gänge mit hohen Regalen. Wenn diese Regale offen sind, sind die Paletten und Gitterboxen zu sehen, die in den oberen Etagen nur mit Gabelstaplern erreichbar sind. Viel eindrucksvoller aber sind die Paternoster, denn die sind elektromechanisch betrieben: Über einen PC wählt der Mitarbeiter im Lager aus, was gewünscht wird, und die richtige Box wird unten angeliefert und herausgefahren.

Lauter Geräte sind in den Lagern zu sehen, die den Lagermitarbeitern bei der Arbeit helfen: Gabelstapler zum Beispiel. Aber auch hochfunktionelle Waagen mit denen sogar Schrauben gezählt werden können: Die Waage bekommt dann zum Beispiel 10 Schrauben zum Wiegen und die Information, dass es sich hierbei um 10 Einheiten handelt. Legt man jetzt eine Hand voll Schrauben auf die Waage, fängt sie nicht nur an zu wiegen, sondern auch zu rechnen – und sagt einem die genaue Stückzahl.

Wer hinter der Logistik steckt

Der Fachbereichsleiter hierfür – die Lagerlogistik und die Abfallwirtschaft bei der KVB – ist Günter Dabek. In seinem Aufgabenbereich liegt neben der Materiallagerung und der Abfallwirtschaft auch die disziplinarische und fachliche Führung seiner Mitarbeiter.

Die gesamte Materialwirtschaft - also sowohl Lagerlogistik und Abfallwirtschaft als auch Einkauf - beschäftigt insgesamt 50 Mitarbeiter.

Die gesamte Materialwirtschaft – also sowohl Lagerlogistik und Abfallwirtschaft als auch Einkauf – beschäftigt insgesamt 50 Mitarbeiter.

Um den Ablauf an allen Standorten der KVB zu gewährleisten, hat er ein Team von 26 Mitarbeitern. Damit seine drei Lagerleiter und zwei Vorarbeiter an den verschiedenen Lagerstandorten wissen, was die Teams umsetzen sollen, übernimmt er die organisatorische Planung, die eine effiziente Materialversorgung sicherstellt. Zudem gibt es im Rahmen des Logistik-Masterplans aktive Workshops und Besprechungen, in denen jeder seine Erfahrungen und kreativen Ideen einbringen kann. Dabei helfen ihm seine über 30-jährige Berufserfahrung, die er in der freien Wirtschaft gemacht hat.

Auch eine enge Zusammenarbeit mit dem Einkauf, mit dem Günter Dabek Tür an Tür sitzt, trägt zu sinnvollen Synergieeffekten bei. Schließlich muss er mit seinem Team über 30.000 Materialien verwalten und ständig bevorraten.

„Planen, steuern und überwachen der Material-, Personen- und Informationsflüsse innerhalb der gesamten Organisation: Die Lagerlogistik versteht sich nicht nur als Bindeglied zwischen den externen Lieferanten und den internen Kunden, sondern auch als Dienstleister“, beschreibt Günter Dabek, was für ihn Logistik bedeutet.

Die Lagereinrichtung in der Hauptwerkstatt gibt einen Eindruck von den enormen Vorräten, die die KVB für den Betriebsablauf benötigt.

Die Lagereinrichtung in der Hauptwerkstatt gibt einen Eindruck von den enormen Vorräten, die die KVB für den Betriebsablauf benötigt.

Neben dem Tagesgeschäft ist Günter Dabek auch mit langfristigen Planungen beschäftigt. Dazu gehört in erster Linie der Logistik-Masterplan, der gewährleisten soll, dass die KVB den wachsenden digitalen und technischen Herausforderungen auch zukünftig gelassen entgegensehen kann. „Doch neben Computern und moderner Technik sind unsere Mitarbeiter das höchste Gut.“ betont Günter Dabek. „Ohne gut ausgebildete und motivierte Mitarbeiter nutzt die beste Technik nicht viel. Deswegen ist der demographische Wandel für die nächsten Jahre einer der elementaren Punkte im Logistik Masterplan. Viele langjährige Mitarbeiter in der Lagerlogistik – manche mit über 40 Dienstjahren – gehen in den nächsten Jahren in den Ruhestand. Schon 2017 werden in der Lagerlogistik über die Hälfte der Stellen mit neuen Mitarbeitern besetzt sein.“

Wie die Lagerlogistik bei der KVB funktioniert

Um Arbeitsmaterialien zu lagern, unterhält die KVB insgesamt fünf Lagerstandorte. Neben der Hauptwerkstatt in Weidenpesch gehören hierzu die Betriebshöfe in Braunsfeld, Merheim und Niehl. Hier werden die unterschiedlichsten Materialien bevorratet, die die KVB benötigt, um den Betrieb – allem voran den Fahrbetrieb – durchzuführen. Das beinhaltet nicht nur technische Materialien, wie zum Beispiel Schrauben oder Räder, sondern auch ganz Schlichtes, wie zum Beispiel Kopierpapier.

Die Paternoster lassen sich über die Materialnummer ansteuern und geben durch automatische Fördertechnik die gewünschten Materialien aus.

Die Paternoster lassen sich über die Materialnummer ansteuern und geben durch automatische Fördertechnik die gewünschten Materialien aus.

„Das automatisierte Hochregallager befindet sich in Weidenpesch und umfasst 1.265 Euro-Paletten-Stellplätze, die jeweils genau einen Quadratmeter groß sind“, erklärt Günter Dabek, als er die Lagerstandorte beschreibt.

Es gibt bei der KVB aber auch ein besonderes Lager. Ein Lager, das nicht ständig besetzt ist: das U-Bahn-Lager im Tunnel beim Reichenspergerplatz. Dieses Lager ist die Heimat für U-Bahn-Teile, die hierdurch schnell beschafft werden können. Es ist allerdings geplant, das U-Bahn-Lager dem Betriebshof West in Braunsfeld anzugliedern.

Die Organisation der fünf Lagerstandorte wird durch Günter Dabek zentral über die Hauptverwaltung der KVB geplant und gesteuert.

Die Organisation der fünf Lagerstandorte wird durch Günter Dabek zentral über die Hauptverwaltung der KVB geplant und gesteuert.

Von der Beschaffung bis zur Abfallwirtschaft

Waren, die gelagert werden, müssen erst einmal irgendwo herkommen. Hierum kümmert sich der Einkauf. Aus diesem Grund arbeitet die Lagerlogistik auch eng mit dem Einkauf zusammen. Mit der Abfallwirtschaft bilden sie den Fachbereich Materialwirtschaft. Der ganze Beschaffungsvorgang wirkt auf den ersten Blick etwas bürokratisch. Alles wird genau dokumentiert. Hierbei hilft das Warenwirtschaftssystem in SAP, eine Software, die unter anderen auch für die Lagerlogistik passgenaue Lösungen anbietet. In SAP sind für die KVB über 30.000 verschiedene Materialien im Bestand verzeichnet. Auf Basis dieses Bestands disponieren die Einkäufer die Beschaffung. Dank ausgeklügelter Parameter geschieht das weitgehend automatisiert. Es wird eine Balance geschaffen zwischen Vorrat, der benötigt wird, und Lagerplatz, der kostenintensiv ist.

Selbst kleinste Materialien befinden sich in den Lagern vorrätig.

Selbst kleinste Materialien – z. B. Schraubschlüssel – befinden sich in den Lagern vorrätig.

Abgesehen davon, dass alles revisionssicher nachgehalten werden muss, können die Mitarbeiter der Lager den Platzbedarf und die Wareneingänge und -ausgänge genau disponieren. Auch der ‚richtige‘ Nachschub der Waren wird durch die genaue Erfassung sichergestellt.

Nach der Ausgabe aus einem der Lager ist der Kreislauf für viele der Waren jedoch noch nicht vorüber. Wenn zum Beispiel eine Tonerkartusche leer ist, setzt an diesem Punkt die Abfallwirtschaft an. Das geschieht über viele einzelne Sammelstellen. Die dort abgegeben Wertstoffe werden von dort aus an eine zentrale Entsorgungsstelle auf dem Betriebshof Weidenpesch weitergeleitet.

Bestimmte Materialien müssen für einen reibungslosen Betriebsablauf immer ausreichend vorhanden sein.

Bestimmte Materialien müssen für einen reibungslosen Betriebsablauf immer ausreichend vorhanden sein.

Der Logistik-Masterplan: Am Puls der Zeit

Durch moderne Technik wurde unsere Welt in den letzten Jahren geprägt und verändert. Das bringt einerseits zwar viele Handlungsmöglichkeiten mit sich, stellt aber auch neue Anforderungen. Die KVB möchte die Handlungsmöglichkeiten ausnutzen und den Anforderungen für einen reibungslosen Betriebsablauf selbstverständlich gerecht werden. Damit das auch weiterhin gewährleitet ist, gibt es den Logistik-Masterplan.

Der Logistik-Masterplan behandelt die Lagerwirtschaft ganzheitlich. Das heißt: Hier werden sowohl die Organisation und die Struktur als auch die Lagertechnik und die Logistiksysteme unter die Lupe genommen und an die Veränderungen angepasst. Eine Projektdauer bis 2025 lässt bereits erahnen, wie umfangreich der Plan ist.

Günter Dabek beobachtet stets den genauen Verlauf des Logistik-Masterplans.

Günter Dabek beobachtet stets den genauen Verlauf des Logistik-Masterplans.

„Ein Teil des Logistik-Masterplans ist das Vorhaben, dass die KVB ein neues Hochregallager in Weidenpesch errichtet. Das geplante Lager soll dann an die neue Abstellanlage angegliedert werden. Sofern es gebaut wird, wird es Platz für zusätzlich etwa 1.300 Euro-Paletten-Stellplätze bieten“, erzählt Günter Dabek über die Vorhaben der KVB.

Sowohl der Faktor Mensch als auch der Faktor Maschine spielen bei dem Logistik-Masterplan eine wesentliche Rolle. Maschinen, also moderne Lagertechnik, nutzen den Platz und die Abläufe ideal aus. Doch zwingend notwendig sind denkende Anwender hinter den Maschinen. Das heißt: Unsere Mitarbeiter müssen qualifiziert geschult und ausgebildet werden.

Die Zukunft der Lagerlogistik kann damit kommen: Mobile Datenerfassung, intelligente Auftragsabwicklung und eine gesunde Portion Kosten-Nutzen-Abgleich werden sicherstellen, dass unsere Fahrzeuge, Gebäude und Gleisanlagen auch weiterhin schnell und sicher mit den notwendigen Materialien versorgt werden.

 

Fotos: Sebastian Gerber (KVB AG), Günter Dabek (KVB AG), Archiv

 

 

Sie möchten noch weitere Artikel lesen?
Warum machen mir die KVB-Fahrer die Tür nicht mehr auf?
KVB-Fahrer – ein Job für jedermann?
Und täglich grüßt das Murmeltier: von Pünktlichkeit, Verspätungen und Störungen…
Zuhören, Beraten, Verkaufen: Der Job des Kundenberaters

Sie möchten regelmäßig per E-Mail über neue Blogbeiträge benachrichtigt werden?
Dann klicken Sie hier!

2 Kommentare

  • Autorenbild' Patrick Nachtigal

    Wenn noch ein Mitarbeiter für das Teilelager der KVB gesucht wird, der 4 Jahre Berufserfahrung mitbringt, dann können wir auf andere Kanäle in Kontakt treten.

    • Kölner Verkehrs-Betriebe AG

      Hallo Herr Nachtigal,
      aktuell haben wir keine Vakanzen im Bereich der Lagerwirtschaft. Schauen Sie doch ab und an mal hier vorbei: http://www.kvb-koeln.de/jobs. Hier werden immer alle aktuellen Stellenangebote veröffentlicht.
      Viele Grüße, Carola

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *