Neue Ticket-Automaten: High Tech im Testbetrieb

Startbildschirm der neuen TicketAutomaten

Am Montag, 2. Mai, haben die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) den Testbetrieb ihrer neuen Ticket-Automaten gestartet. Die Medien berichteten umfangreich und nun treffen die Kunden häufiger auf die neuen roten Kästen, an denen sie ihre Tickets für die Nutzung von Bus und Bahn ziehen können.

Der Großteil der insgesamt über 940 Ticket-Automaten wartet indes noch beim Hersteller ICA Traffic in Dortmund auf seine Fertigstellung und Auslieferung. In den nächsten drei bis vier Monaten werden zunächst 19 Automaten an Haltestellen sowie ebenso viele Geräte in Fahrzeugen auf die Stabilität und Zuverlässigkeit ihrer Hard- und Software im realen Betrieb getestet. In diesem Testbetrieb können die Kunden mitwirken, indem sie ihre Erfahrungen schildern, Probleme melden und auch Anregungen geben.

alter Ticketautomat der KVB neuer Ticketautomat der KVB am Heumarkt
Seit Anfang Mai 2016 werden die alten Ticket-Automaten der KVB durch neue Geräte ersetzt.

Kommen die Kunden mit der Benutzeroberfläche der neuen Automaten zurecht? Werden die Zahlungen und Fahrscheinausgabe korrekt abgewickelt? Arbeitet die Software der neuen Automaten zuverlässig mit dem Hintergrundsystem von ICA zusammen? Hält die Hardware den Belastungen des Fahrbetriebs stand?

Anregungen und Beschwerden zu den neuen Automaten können direkt an die Servicemitarbeiter gemeldet werden, die die Testphase begleiten. Zudem stehen den Kunden die weiteren bekannten Ansprechstellen der KVB – KundenCenter, Fahrer, Verbesserungsmanagement, Facebook etc. – zur Verfügung. Alle Eingaben werden systematisch erfasst, um aus dem Gesamtbild Optimierungspotenziale zu erkennen.

Bereits in einer vorangegangenen Entwicklungsphase wurden die Kunden über die Firma Handspiel, in der Experten für die Gestaltung nutzerfreundlicher Bedienabläufe arbeiten, an der Gestaltung der Benutzeroberfläche beteiligt.

neuer mobiler Ticketautomat

In allen Bussen und Bahnen der KVB können Kunden ihre Tickets kaufen – bald auch an neuen Ticketautomaten

Am Ende des Testbetriebs werden dann die Ergebnisse des Tests umgesetzt. Das kann die Beseitigung festgestellter Fehler sein, aber auch die Optimierung des Angebotes. Möglich ist zum Beispiel, dass durch den „Rütteltest“ im täglichen Busverkehr auf der Straße Schlagloch für Schlagloch an der einen oder anderen Stelle größere Schrauben empfohlen werden, damit am Ende keine Schraube zu locker sitzt. Jetzt können noch größere Schrauben verwendet werden. Genauso kann die Betriebsblindheit der Tüftler einfache Lösungen von Otto Normal-Gebraucher übersehen. Jetzt können noch Optimierungen diesen Kundennutzen ermöglichen.

Im nächsten Schritt werden dann weitere Ticket-Automaten mit eventuellen Nachbesserungen in Betrieb gehen. Zeigt sich nach einigen Wochen, dass alle Anforderungen erfolgreich umgesetzt wurden, dann kommt die große Auslieferung auf Köln zu. Ab Frühjahr 2017 stehen insgesamt 130 stationäre Automaten an Haltestellen und 812 mobile Automaten in den Bussen und Stadtbahnen der KVB sowie ihrer Subunternehmer bereit.

Dieses Vorgehen zeigt bereits, dass Ticket-Automaten des öffentlichen Verkehrs komplexe Maschinen sind, deren Räderwerke nicht einfach zu konstruieren und zu bauen sind. Halten sollen sie etwa 15 Jahre. „Blechtrottel“ sind sie nicht.

Nicht von Pappe: 11,5 Millionen Euro Investition

Billig sind die rund 940 Ticket-Automaten auch nicht. Die KVB lässt sich diese Investition für ihre Kunden insgesamt, mit allen Anpassungen im Hintergrund und der Bevorratung von Ersatzteilen, ca. 11,5 Millionen Euro kosten. Dabei bekommt das Verkehrsunternehmen keine Zuschüsse von Stadt, Land oder Bund. Die Kunden sind es der KVB wert. Die alten Geräte wurden 2002 zur Einführung des Euros angeschafft und sind inzwischen in die Jahre gekommen. Nun müssen neue her, aber bitte gute Geräte.

Die Vorteile der Neuen werden die Alten bald vergessen lassen

Heute versetzen die alten Geräte viele Kunden in Aufregung, weil sie nicht mehr so gut zu nutzen sind. Der mechanische Verschleiß führt zu Ausfällen. Die Kunden wollen aber ihr Ticket ziehen und können es dann manchmal nicht. Die Touch-Displays verlangen feste Druckeingaben mit den Fingern. Die Kunden sind aber im Zeitalter von Smartphone und iPad viel sensiblere Geräte für „darüber huschende“ Finger gewohnt. Die Suche nach dem richtigen Ticket dauert an der Bedienoberfläche manchmal schon recht lange. Doch der Kunde weiß häufig gar nicht, nach welchem Ticket in den sieben Preisstufen des Verkehrsverbundes VRS er suchen soll. Was 2002 modern war, ist heute manchmal eher einen kleinen Fluch wert.

Das wird mit den neuen Ticket-Automaten anders. Vielleicht werden die Neuen manchem futuristisch vorkommen, denn an anderen Orten ist das Leistungsvermögen der neuen KVB-Automaten noch Zukunft.

An allen neuen Ticket-Automaten können die Kunden mit EC- und Kreditkarte (Visa und Mastercard) sowie über girogo zahlen. Weiterhin sind Geldkarte und Münzen möglich sowie außerdem V-Pay und kontaktloses Bezahlen, wenn die Karten dafür freigeschaltet sind. Bisher war lediglich an 30 Haltestellen die Zahlung mit EC-Karte möglich, die Münze überwog und die Geldkarte wurde auch schon akzeptiert.

An allen neuen Ticket-Automaten ist das gesamte Ticket-Sortiment des VRS erhältlich. Mit der Warenkorb-Funktion können bis zu zwei unterschiedliche Ticketarten und insgesamt bis zu zehn Tickets gleichzeitig gekauft werden.

Die Touch-Funktion der Benutzeroberfläche wurde verbessert. Die Nutzerführung auf dem Display erlaubt sowohl die Ticketschnellwahl als auch die Hinführung des Kunden zum geeigneten Ticket.

Ansicht für Sehbehinderte

Über den Vier-Ecken-Modus kommen sehschwache Menschen schnell zu ihrem Ticket (hier eine Abbildung aus dem Click-Dummy im Internet)

Über einen Vier-Ecken-Modus ist ein vereinfachter Ticketkauf für Menschen mit Sehschwäche möglich. Im Zeitalter des demographischen Wandels nutzen nicht nur immer mehr alte Menschen den öffentlichen Verkehr, vielmehr haben auch viele von ihnen – genauso wie Menschen in anderen Altersgruppen – keine guten Augen mehr. Sie sind nicht blind und können nicht kostenfrei im öffentlichen Verkehr fahren. Sollen sie deshalb an einem Automaten scheitern?

Die Bedienung der neuen Ticket-Automaten kann in den Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch und Türkisch erfolgen. Spanisch ist hinzugekommen. In diesen Monaten wird häufig nach Arabisch gefragt. Doch als die neuen Ticket-Automaten bestellt wurden, war die große Flüchtlingswelle noch nicht abzusehen.

Mit dem integrierten Barcode-Scanner können Fahrgäste an den Automaten die Art ihres Tickets einlesen, um zum Beispiel dann mit einem Tastendruck den gleichen Fahrschein für die Rückfahrt zu erwerben. Zudem können Kunden mit dem Scanner einen Bescheid über das Erhöhte Beförderungsentgelt (EBE) einlesen und den Betrag direkt begleichen.

Neu ist auch die Zielsuche, die die Eingabe des Reiseziels an den Automaten erlaubt. Über die eigene Ortung bzw. den festgelegten Standort ermitteln die neuen Ticket-Automaten die passende Verbindung und ermöglichen den direkten Erwerb des entsprechenden Tickets.

Zur Unterstützung der Fahrgäste hat die KVB im Internet verschiedene Videos, eine FAQ-Liste und mehr unter www.kvb-koeln.de/ticketautomat eingestellt.

Im Vergleich zwischen den alten Geräten und den neuen Ticket-Automaten liegen Welten. All die Funktionen in einem Metallgehäuse etwa in Kühlschrankgröße. Die KVB ist davon überzeugt, ihren Kunden hiermit eine wesentliche Verbesserung anzubieten. Die Praxis wird zeigen, ob sich die Erwartungen erfüllen.

Zahlungsmittel: Ist die Scheinfrage eine Schicksalsfrage?

In der öffentlichen Diskussion nimmt, bereits seit den ersten Entwicklungsphasen der neuen Ticket-Automaten, die Frage nach der sogenannten Banknotenverarbeitung einen sehr breiten Raum ein. Hierhinter steckt die Frage: Warum sollen die Kunden der KVB auch an den neuen Ticket-Automaten nicht mit Geldscheinen bezahlen können? Hierbei muss man wissen, dass auch bisher noch nicht an KVB-Automaten mit Geldscheinen bezahlt werden konnte.

Die Scheinfrage wurde dennoch auf die Spitze getrieben. Denn: Die Palette der möglichen Zahlungsmittel ist bei den neuen Ticket-Automaten so groß wie bei kaum einem anderen Verkehrsunternehmen. Ja, die Menschen wollen nicht zum „gläsernen Bürger“ werden und bestehen auf Bargeld. Doch Münzgeld, girogo und Geldkarte kommen diesem Wunsch nach, niemand ist zum Einsatz von EC- und Kreditkarte gezwungen. Und ja, immer mehr Menschen zahlen selbst kleine Beträge häufig oder gar meistens mit EC-Karte. Das ist an allen neuen Ticket-Automaten möglich.

Die Erfahrungen anderer Verkehrsunternehmen mit der „Banknotenverarbeitung“ sind durchwachsen. Immer häufiger werden Automaten aufgebrochen, wenn darin eine reiche Beute erwartet wird. Bei der S-Bahn Berlin und der Berliner BVG werden deshalb aktuell auf verschiedenen Linien Automaten mit Banknotenverarbeitung zurückgebaut. Die Scheinannahme erfordert auch die Ausgabe von Scheinen und die Bereithaltung von ausreichend Münz-Wechselgeld. Hierfür ist eine wesentlich umfangreichere Bargeldlogistik erforderlich. In Köln hieße das, 130 stationären Ticket-Automaten sowie alle Busse und Stadtbahnen auf etwa 60 Linien noch häufiger für diesen Service zu bedienen.

Startbildschirm der neuen Ticketautomaten

Die Palette der akzeptierten Zahlungsmittel ist sehr groß, lediglich Geldscheine fehlen.

Unter dem Strich würde diese eine weitere Bezahlmöglichkeit – bei der Vielfalt der weiteren Zahlungsmittel – zu einem einmaligen investiven Mehrbedarf von vier Millionen Euro und zu höheren Betriebskosten von jährlich etwa 400.000 Euro führen. Die neuen Ticket-Automaten kosten, siehe oben, 11,5 Millionen Euro. Hängt das Schicksal daran, ob auf die Investitionssumme noch einmal knapp ein Drittel hinzukommt? Wären 400.000 Euro zusätzlicher Betriebskosten jährlich wirtschaftlich? Wieviel EinzelTickets müssten für diese zusätzlichen Kosten verkauft werden?

Typ-Frage: Automaten-Typen, Abonnenten, Onliner und Büdchen-Nutzer

Hierbei ist zu beachten, dass derzeit lediglich etwa 18 Prozent der Tickets an Ticket-Automaten erworben werden. An den Geräten werden 13 Prozent des Umsatzes erzielt. Der Anteil der Kunden die einen Ticket-Automaten nutzen, ist somit relativ klein.

Deutlich höher ist der Anteil, der mit Abo-Tickets und weiteren Zeit-Tickets erzielt wird, bei denen sich Kunden per Vertrag binden. Insgesamt 67 Prozent des Umsatzes generiert die KVB über MonatsTicket im Abo, JobTicket, SchülerTicket etc. Hierbei werden die monatlichen Beträge jeweils vom Konto des Kunden abgebucht. Immerhin 17 Prozent des Umsatzes werden in Vertriebsstellen erzielt und bereits drei Prozent des Umsatzes kommt über HandyTickets u. ä. zusammen.

Bushaltestelle Zollstock Südfriedhof

Auch der Ticketkauf am Büdchen wird weiter möglich sein.

Gerade das HandyTicket ist stark im Aufwind. Aktuell sind über 140.000 Kunden für das HandyTicket der KVB und der weiteren Verkehrsunternehmen im VRS registriert. Zum Ende des Jahres 2010 waren es noch etwas über 20.000 Kunden. Von diesen Kunden kaufen derzeit über 83.000 Kunden mindestens einmal im Monat ein HandyTicket. Ende 2010 waren es gerade einmal rund 17.300 Kunden. Vor allem mit Einführung der App „KVB mobil“, mit der HandyTickets sehr einfach „gezogen“ werden können, hat diese Form deutlichen Auftrieb bekommen.

Bei Entscheidungen darüber, wie viel in die einzelnen Vertriebswege investiert wird, muss immer die gesamte Nutzerstruktur berücksichtigt werden. Das ist, neben der gegebenen Palette der möglichen Zahlungsmittel am Automaten, der Betrachtungsrahmen, in dem die Scheinfrage beantwortet werden kann.

 

Trend der Zukunft: Ausbaufähige Automaten oder letzte Generation?

Wohin geht der Trend in der Bezahlung von Dienstleistungen und Waren? Letztendlich weiß das niemand so genau. Auf der einen Seite geht der Anteil von Bargeld zurück. So hat etwa die Handelskette Saturn 2015 auf der Kölner Schildergasse eine Filiale eröffnet, in der nur noch an einer von insgesamt vier Kassen mit Bargeld bezahlt werden kann. Auch haben die Dänen 2015 eine gesetzliche Möglichkeit für Gastronomie und Hotellerie geschaffen, die Annahme von Bargeld zu verweigern. Auf der anderen Seite wollen viele Deutsche auf ihr Bargeld auf keinen Fall verzichten.

Offen ist auch die Frage, ob es zukünftig überhaupt noch Automaten geben muss – im öffentlichen Verkehr genauso wie in anderen Bereichen. Werden Online-Geschäfte und Online-Bindungen noch breiteren Raum einnehmen? Wird der Trend zum Abo und anderen ZeitTickets auf den praktischen Chipkarten weiter zunehmen und dann bei Zeiten über 90 Prozent der ÖPNV-Nutzer erreichen? Wird das Handy als praktischer „Ticket-Automat in der Tasche“ die Lücken im Vertriebsnetz füllen? Oder wollen die Menschen das kurze Gespräch beim Ticketkauf an ihrem Büdchen und in weiteren Vertriebsstellen nicht missen?

Auch bei der KVB kann das niemand genau voraussagen. Deshalb sind die neuen Ticket-Automaten ausbaufähig. Solange die Mechanik mitspielt und der technische Rahmen eingehalten wird, werden die neuen Automaten den Anforderungen der Zukunft standhalten können. Sie müssen also nicht die letzte Generation Ticket-Automaten sein, die die KVB anbietet. Die Neuen sind jetzt erst einmal als High Tech im Testbetrieb auf dem Weg zum Kunden und können noch wachsen.

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45 Kommentare

  • Autorenbild' Bentley Spiegelschatten

    Interessanter Absatz zur Geldschein-Annahme.

    Aber: die BVG haben zuletzt an weit über 900 Automaten die Geldscheinannahme wegen der neuen Euronoten optimiert. Von „Rückbau“ kann ich da nichts erkennen. Das ist auch nicht gewollt. Vielleicht können Sie mir aktuellere Quellen nennen.

    Weiterhin wundere ich mich, warum es für Düsseldorf, Essen, Wuppertal und Bielefeld kein Problem ist, Automaten mit Geldscheinannahme zu kaufen.

    Zuletzt würde ich mich freuen, wenn Sie den Artikel um die Tatsache ergänzen würden, dass die Stadt Köln mit der Installation von Geldwechselautomaten an allen wichtigen Stationen dem Bürgerwunsch entgegenkommen möchte.

    • Kölner Verkehrs-Betriebe AG

      Hallo Bentley,
      aus den Medien konnte man entnehmen, dass sowohl BVG als auch S-Bahn Berlin an einzelnen Linien Automaten mit Banknotenverarbeitung zurückbauen. Hierbei handelt es sich um Automaten in Gegenden, in denen wenig soziale Kontrolle existiert (Grünbereiche) und eine Häufung von Aufbrüchen bestand. Das bedeutet nicht, dass nicht auch neue Automaten mit Geldschein-Annahme und -Ausgabe in anderen Bereichen des Netzes aufgestellt werden.

      Wer sagt, dass es in anderen Städten kein Problem mit der Banknotenverarbeitung gibt? Wenn das Wechselgeld aus einem Kärtchen „Leider verfügt der Automat nicht über ausreichend Wechselgeld. Bitte melden Sie sich in einem unserer KundenCenter oder schicken Sie diese Karte ein, damit Sie den Restbetrag erhalten“ besteht, ist das kein guter Service. Über technische Schwierigkeiten in anderen Städten sind wir durchaus gut im Bild. Unsere Abwägung, die zu einer Ablehnung der Banknotenverarbeitung führte, wurde im Beitrag ja beschrieben.

      Falsch ist, dass in Köln Wechselautomaten aufgestellt werden. Hierzu hat es Anträge in Bezirksvertretungen gegeben, die aber nicht in jedem Fall Mehrheiten gefunden haben. Zudem bezwecken diese Anträge, dass andere tätig werden sollen. Doch wer will solche Automaten aufstellen und betreiben? Zu bedenken ist, dass allein in 2015 nicht weniger als 34 Aufbrüche von Geldautomaten in Banken und Sparkassen stattgefunden haben – in geschützten Räumen mit Videoüberwachung und weiteren Sicherungen.

      Viele Grüße,
      Stephan Anemüller

    • Autorenbild' Giermann

      Hallo zusammen,

      in fast allen Städten, die ich bisher besuchte, können Fahrkarten auch mit Geldscheinen bezahlt werden. Immer wieder sehe ich Touristen in Köln, die an den KVB-Automaten vergeblich mit Scheinen ihre Fahrkarte bezahlen wollen.
      Die neuen Automaten in Köln sollten auch die „Geld-schein-bezahl-Möglichkeit“ haben. Wie vieles in Köln wirkt diese Unmöglichkeit sehr provinziell.
      Grüße!!

  • Autorenbild' MK

    Sind auch „ungestempelte“ Tickets – insbesondere das (z.B. bei der Rheinbahn nicht erhältliche) VRS-Anschlussticket zu haben?

    Wenn V-Pay geht – geht dann maestro auch? Und alle vier (Master, maestro, Visa, V-Pay) auch kontaktlos?

    • Kölner Verkehrs-Betriebe AG

      Hallo MK,
      ungestempelte Tickets gibt es an unseren Automaten leider nicht. Die dort gekauften Tickets sind immer schon entwertet (außer 4erTickets).
      Maestro geht natürlich auch und mit allen vier genannten Karten kann man kontaktlos zahlen – wenn die Karte das kann :)
      VG, Anke

      • Autorenbild' Hans

        Das ist äußerst bedauerlich. Ich hatte mir erhofft, ENDLICH auch nicht entwertete Fahrscheine kaufen zu können. Gibt es einen Grund weshalb die aus dem Automat immer schon entwertet sind? Weshalb bekomme ich nicht entwertete Karten weiterhin nur an Verkaufsstellen??

        • Kölner Verkehrs-Betriebe AG

          Hallo Hans,
          da müssen wir erst beim zuständigen Kollegen nachfragen. Dieser hat sich aber schon ins lange Wochenende verabschiedet. Wir melden uns, sobald wir eine Antwort haben.
          VG, Anke

        • Kölner Verkehrs-Betriebe AG

          Hallo Hans,
          die Einzel- und TagesTickets Tickets aus dem Ticket-Automaten sind generell zum sofortigen Fahrtantritt nutzbar und aufgrund dessen auch schon entwertet. Man möchte damit verhindern, dass die Tarife (vor allem beim Kauf im Fahrzeug) unterlaufen werden und im Falle einer Ticketkontrolle Missverständnisse auftreten.

          Außerdem ist ein 4erTicket (das ist ja nicht entwertet) günstiger, als 4 EinzelTickets aus dem Ticket-Automaten.
          Beste Grüße,
          Stephan Anemüller

          • Autorenbild' MK

            Dummerweise gibt es das Anschlussticket nicht als 4er (auch nicht ohne Preisvorteil). Da wäre eine (Experten-)Option, dieses auch ungestempelt zu bekommen, schon nützlich. Zum Glück gibts das so zumindest bei den Verkaufsstellen.

          • Kölner Verkehrs-Betriebe AG

            Vielen Dank für diese Anregung. Ich reiche das an unseren Vertrieb für zukünftige Überlegungen weiter. Beste Grüße, Stephan Anemüller

      • Autorenbild' P51

        Ich habe meine neue VPAY Debit kontaktlos Karte am Rudolfplatz getestet, die VPAY kontaktlos Transaktion ging aber nicht. Es gibt auch kein Logo für VPAY in dem Kontaktlos Teil (nur VISA = Kredit kontaktlos). Sind Sie wirklich sicher das der Automat VPAY Debit kontaktlos fähig ist?
        LB

        • Kölner Verkehrs-Betriebe AG

          Guten Morgen BVK,
          da die Automaten derzeit im Probebetrieb sind, kann es vorkommen, dass noch nicht alle kontaktlosen Zahlverfahren freigeschaltet sind.

          Das Logo konnte lediglich aus Platzgründen nicht abgebildet werden.
          Viele Grüße,
          Carola

  • Autorenbild' Dingsda

    Endlich werden EC-Karten unterstützt… das lässt auch verschmerzen, dass die Automaten immer noch keine Scheine akzeptieren. Vermutlich weil dann nicht genug Wechselgeld vorhanden sein wird, wenn alle mit dicken Scheinen bezahlen. Irgendwie bekommt das die üstra in Hannover allerdings hin, so gut wie alle Automaten dort akzeptieren Scheine (oder es fahren alle schwarz =D).
    Die KVB war mit ihrem Münzenhorten immer noch eine der letzten Stellen für die ich Bargeld auftreiben musste, da bei mir das Handyticket leider nie funktioniert hatte (konnte nie ein Konto erstellen und bekam immer nur den gleichen wirren Fehler…). Dass das nun nicht mehr nötig ist, ist eine super Verbesserung auf die ich schon lange gewartet habe.
    PS: Ist es denn Absicht, dass jeder den „Click-Dummy“ im Browser öffnen kann?

    • Kölner Verkehrs-Betriebe AG

      Hallo Dingsda,
      ja, jeder Interessierte soll die Möglichkeit haben, mit dem Click-Dummy den neuen Automaten kennen zu lernen. Hintergrund ist vor allem, dass manche Menschen Angst haben, sich an komplizierten Automaten vor anderen Wartenden zu blamieren. So können sie bereits am Rechner einmal sehen, wie die neuen Automaten funktionieren. Dabei wird jeder feststellen, dass die neuen Ticket-Automaten der KVB sehr einfach zu bedienen sind.
      Beste Grüße,
      Stephan Anemüller

  • Nun ja,ehrlich gesagt sehen die neuen Automaten nicht nur gut aus,sie sind es auch !

    Ich verzichte gerne auf die Zahlung mit Banknoten,denn

    1) Touristen sind gerne mit Kreditkarten unterwegs
    2) Ich persönlich (-und die Mehrheit aller Fahrgäste) tragen nie viel Bargeld mit sich
    3) Endlich wird auch EC-Karte akzeptiert

    Diese drei Gründe bekräftigen die Entscheidung,dass alles gut und RICHTIG geplant wurde.

    Hier verdient die gesamte KVB ein großes Lob !

    P.S. Ganz nebenbei mal gesagt,sind die neuen Automaten eh besser,weil sie nicht mehr aus Mönchengladbach kommen ;-))))

    Rückfragen gerne unter meinem FB-Account

  • Autorenbild' Jörg Bruchertseifer

    Hallo zusammen,

    ich komme gerade aus Köln zurück, und muss feststellen, dass bei der KVB eine
    sehr hohe Eintrittsbarriere für die Nutzung der Verkehrsmittel besteht. Der Fahrgast
    wir gezwungen, Unmengen von Münzen zu nutzen. Annahme von Banknoten
    Fehlanzeige. Und das bei Preisen, die weit den üblichen Bargeldvorrat übersteigen.
    Für die Tageskarte (kostet 8,50€, also erst ab 4 Fahrten [=sehr teuer], eine Summe
    für die ich üblicherweise einen 10€ Schein nehme) reichte es nicht. Also 3Mal 2,80€
    in Münzen bereithalten. Vorverkauf-Fehlanzeige. Dazu am zweiten Tag eine Fahrt zur
    Museumsmeile, die als Einzelfahrt nochmal 7,70€ kostet. Also 16,10€ in Münzen.
    Soviel habe ich üblicherweise nicht dabei.
    Wer nach dem Handy-Ticket fragt: Das Ergebnis war: „Das Ausgabeportal ist für diesen
    Anfragetyp nicht erlaubt. Der Ticketerwerb ist fehlgeschlagen“.
    Das ist eine Fehlermeldung mit der ich als Fahrgast nichts anfangen kann.

    Bei den heutigen Preisen ist die Annahme von Banknoten einfach Pflicht, andernfalls
    wird eine Einstiegsbarriere geschaffen, die einer einfachen Nutzung des ÖPNV
    widerspricht.

    Mit freundlichen Grüßen,

    Jörg Bruchertseifer

    • Kölner Verkehrs-Betriebe AG

      Hallo Herr Bruchertseifer,
      es tut uns leid, dass Sie unsere Ticket-Automaten als zu große Hürde empfunden haben. Wir haben ja gerade erst mit dem Austausch aller Automaten begonnen. An den neuen Geräten können Sie mit Münze, EC-Karte, Kreditkate (Visa und Master), girogo, Geldkarte bezahlen. Und das in allen Fahrzeugen und an 130 Haltestellen (siehe hierzu den Beitrag im KVB-Blog).

      Diese Palette an akzeptierten Zahlungsmitteln ist so groß wie bei nur wenigen Verkehrsunternehmen. Sie wissen als Fachmann, wie viele Verkehrsunternehmen keine Automaten in ihren Fahrzeugen haben, da würden Ihnen Scheine auch nicht nutzen.

      Die Banknotenverarbeitung hätte vier Millionen Euro mehr gekostet – zusätzlich zu den 11,5 Millionen, die die KVB ohne Zuschüsse aus eigenen Mitteln für die neuen Automaten zahlt.

      Bezüglich des HandyTickets wäre es sehr hilfreich für uns, wenn Sie uns Hallo Herr Bruchertseifer,

      es tut uns leid, dass Sie unsere Ticket-Automaten als zu große Hürde empfunden haben. Wir haben ja gerade erst mit dem Austausch aller Automaten begonnen. An den neuen Geräten können Sie mit Münze, EC-Karte, Kreditkate (Visa und Master), girogo, Geldkarte bezahlen. Und das in allen Fahrzeugen und an 130 Haltestellen (siehe hierzu den Beitrag im KVB-Blog).

      Diese Palette an akzeptierten Zahlungsmitteln ist so groß wie bei nur wenigen Verkehrsunternehmen. Sie wissen als Fachmann, wieviele Verkehrsunternehmen keine Automaten in ihren Fahrzeugen haben, da würden Ihnen Scheine auch nicht nutzen.

      Die Banknotenverarbeitung hätte vier Millionen Euro mehr gekostet – zusätzlich zu den 11,5 Millionen, die die KVB ohne Zuschüsse aus eigenen Mitteln für die neuen Automaten zahlt.

      Bezüglich des HandyTickets wäre es sehr hilfreich, wenn Sie uns Ihren Gerätetyp und das Betriebssystem mitteilen könnten, damit wir prüfen können, warum es diese Fehlermeldung gab.

      Beste Grüße
      Stephan Anemüller

      • Autorenbild' Jörg Bruchertseifer

        Sehr geehrter Herr Anemüller,

        sie haben Recht, es ist eine Kritik am aktuellen Zustand. Einfach auch als Input, wie es einem Köln Besucher ergehen kann.

        Zu den Banknoten: Solange es in DE das BBankG-Gesetz gilt, welches im
        §14 lautet: „Auf Euro lautende Banknoten sind das einzige unbeschränkte gesetzliche Zahlungsmittel.“ (https://www.gesetze-im-internet.de/bbankg/__14.html) muss ich auch mit Banknoten die Leistung erwerben können.

        Ansonsten haben Sie Recht, die Zugangslogik zu Straßen-/Stadtbahnen ist in DE sehr unterschiedlich. Es gibt Städte wo ich an der Haltestelle den Fahrschein erwerben muss, obwohl es keine Vorverkaufsmöglichkeiten gibt;
        es gibt Städte wo ich im Vorverkauf den Fahrschein erwerben kann und ihn im Fahrzeug nur noch entwerten muss;
        es gibt auch noch weitere Kombis.
        Aus meiner Sicht ist diese Vielfalt eine sehr hohe Einstiegsbarriere.
        Hier darf man fragen, warum die Mehrzahl der Bürger den ÖPNV nicht nutzt? Autofahren basiert in ganz Deutschland auf den gleichen Grundregeln. Nur die Höhe der Gebühren variiert.

        Ja, die Kosten der Anschaffung sind hoch, eine Frage zum Beispiel wäre,
        ob sie nicht prozentual sinken würden, wenn mehrere Betriebe (z.B. alle NRW-Stadtbahnunternehmen) eine Einkaufsgemeinschaft bilden würden.

        Haben Sie auch berücksichtigt, dass auch internationale Karten angenommen werden? Das wäre eine Erleichterung für Touristen aus dem Ausland. Wird payWave oder PayPass angenommen werden?
        Denn girogo ist doch eine rein deutsche Lösung, oder irre ich da?

        Mit freundlichen Grüßen,

        Jörg Bruchertseifer

        • Kölner Verkehrs-Betriebe AG

          Hallo Herr Bruchertseifer,

          vielen Dank für Ihre Gedanken! Es ist wichtig, dass Verbände wie Pro Bahn sich engagieren, damit wir gemeinsam unser Produkt immer weiter verbessern können. Ich gebe Ihnen Recht: ÖPNV muss einfach sein – das ist auch mein Credo. Aus vielen guten Beispielen in den einzelnen Themen können die Verkehrsunternehmen und Verbünde voneinander lernen. Zum Glück gibt es diesen kreativen Erfahrungsaustausch in unserer Branche. Dabei wird es aber immer auch regionale und unternehmensspezifische Unterschiede geben.

          An die ausländischen Gäste haben wir insbesondere durch die Annahme von EC-Karten und Kreditkarten (Visa und Mastercard) gedacht. In Übersee sind vor allem Kreditkarten im Gebrauch, in Deutschland steht eher die EC-Karte hoch im Kurs. PayWave und PayPass sollen ebenfalls im Laufe des Probebetriebes umgesetzt werden.
          Leider können wir nicht alle Zahlungsformen für ausländische Fahrgäste umsetzen. Die Diskussion um die häufig gewünschte Annahme von Geldscheinen zeigt bereits, dass Kompromisse zwischen Fahrgastnutzen und Wirtschaftlichkeit gefunden werden mussten.

          Beste Grüße
          Stephan Anemüller

  • Autorenbild' Daniel

    Die digitale Revolution endet leider bei den Zeitkarten (Wochen/ Monat)…..
    Einen Kugelschreiber muss man haben.
    Wie kann es sein, dass man seine Kundennummer nicht per Tastatur eingeben kann (sodass im Ticket angedruckt wird).

    • Kölner Verkehrs-Betriebe AG

      Hallo Daniel,
      in der letzten Ausbaustufe der neuen Ticket-Automaten ist vorgesehen, dass der Kunde am stationären Ticket-Automaten beim Kauf eines ZeitTickets seine Kundennummer eingeben kann. Da wir die neuen Ticket-Automaten schnellstmöglichst einführen wollten, haben wir dieses Feature zum Probebetrieb nicht mehr programmieren lassen.
      Viele Grüße,
      Anke

      • Autorenbild' Andreas

        Hallo Anke,
        noch eleganter wäre es, wenn man nach dem Scannen seiner Stammkarte eine bereits ausgefüllte Wertmarke erhielt.
        LG Andreas

        • Kölner Verkehrs-Betriebe AG

          Hallo Andreas,
          ich gebe den Vorschlag mal weiter. Ob sich das realisieren lässt, müssen die Kollegen prüfen, da die Tickets ja auch VRS-weit einheitlich sein sollten.
          VG, Anke

          • Autorenbild' MK

            Ebenso könnte eine Funktion um unpersönliche Zeitkarten gleich komplett, mit integrierter „Trägerkarte“, kaufen zu können nützlich sein. Wobei da die Möglichkeit eine vorhandene Karte einscannen zu können erst recht hilft.

          • Kölner Verkehrs-Betriebe AG

            Vielen Dank für den Hinweis. Bisher sind wir z. B. mit dem MonatsTicket ohne Vertragsbindung, also unpersönlich, auf Papier immer gut hin gekommen. Ob die Kunden dieses lieber auf einer Chipkarte oder einer anderen Trägerkarte hätten, weiß ich nicht. Ich gebe die Anregung aber an das Projektteam weiter.
            Beste Grüße, Stephan Anemüller

  • Autorenbild' Edmund Lauterbach

    Hallo,

    etwas erschreckend finde ich die Unheitlichkeit. Es gibt zu Fragen der Bezahlung an Automaten aber auch die Frage, ob entwertete oder unentwertete Tickets oder beide Varianten verkauft werden, oder ob es richtige Streifenkarten, oder die Geldbörse vollstopfende Vierfahrtentickets gibt, überall andere Lösungen.

    So wurde der Unterschied zu Düsseldorf erst letztens in der Zeitung Welt thematisiert:
    „Sie haben in Köln aktuell eine kontroverse Diskussion um neue Ticket-Automaten, die nur Münzgeld annehmen. Bei der Düsseldorfer Rheinbahn werden aber gerade neue Geräte angeschafft, die Münzen und Scheine akzeptieren.
    … Die Frage, ob die Automaten auch Geldscheine annehmen sollen, haben wir intensiv diskutiert, uns aber aus verschiedenen Gründen dagegen entschieden….“
    http://www.welt.de/print/wams/nrw/article154429207/Wir-stossen-an-unsere-Grenzen.html

    In Hamburg nimmt man wohl Scheine und Geldkarte, akzeptiert aber keine Kredikarte:
    „Alle Hochbahn-Automaten sind auf Bargeld und den Einsatz der Geldkarte ausgerichtet. Aufgrund der geringen Beträge für die Tickets im Nahverkehr schätzen wir die reale Nachfrage nach Zahlungen mit der EC- oder Kreditkarte als gering ein“.
    http://www.abendblatt.de/hamburg/article207522551/Hochbahn-erstickt-Debatte-um-Kartenzahlung-an-Automaten.html

    Dagegen wurde in München schon vor einigen Monaten die Geldkartenzahlung entfernt, die neueren Automaten nehmen allerdings EC- und Kreditkarte (plus Bargeld inkl. Scheine):
    „Das System Geldkarte hat keine Zukunft mehr … Die stationären Automaten an Haltestellen und in Bahnhöfen würden bereits seit 2010 durch EC- und kreditkartentaugliche Automaten ersetzt.“
    http://www.merkur.de/lokales/muenchen/stadt-muenchen/mvg-keine-zahlung-geldkarte-trambahn-muenchen-6021783.html

    Zusammengefasst: überall werden Fragen intensiv diskutiert und überall kann man den Automaten den Umsatz mit verschiedenen Zahlungsmitteln entnehmen, aber überall kommen die Verkehrsbetriebe zu unterschiedlichen Ergebnissen. Nette Aufgabe: Erstellen einer Matrix in welcher Stadt welche Automaten welche Zahlungsmittel akzeptieren (vielleicht noch mit Spalte, mit welchen Tickets man die Reise sofort antreten darf/muss, und welche erst nach Entwertung gültig werden). Das wäre für Leute, die nicht nur in einer Stadt Bus und Bahn benutzen echt hilfreich. Könnte z.B. der VDV veröffentlichen, nachdem er sich anscheinend davon verabschiedet hat, seine Mitgliedsbetriebe zu etwas einheitlicheren Kundenoberflächen zu bewegen.

    Auf der andere Seite redet DB-Chef Grube von einer „nationalen Mobilitätskarte“. Macht man den Realitätscheck kann man darüber nur lachen – leider. Und auch die Tatsache, dass die DB zu 19 Euro Sparpreise verkauft, die ausschließlich in Fernzügen gelten, zeigt m.E. dass der Trend zu einer immer schlimmeren Aufsplitterung führt, dass die Benutzung von Bahn und Bus komplizierter statt einfacher wird.

    Ich denke, es sähe anders aus, wenn der Kunde im Fokus aller Bemühungen stände.

    • Kölner Verkehrs-Betriebe AG

      Hallo Herr Lauterbach,

      vielen Dank für Ihren Kommentar! Seien Sie bitte versichert, dass die Kunden in den Verkehrsunternehmen und Verkehrsverbünden im Fokus stehen. Doch muss jedes Unternehmen in seiner Verantwortung Entscheidungen treffen, die gelegentlich nicht allen Kunden so gefallen.

      Zum Beispiel Sparpreistickets der Deutschen Bahn: Im Fernverkehr kann ein Unternehmen dies tun, um etwa leere Plätze noch zu füllen (letztlich nutzt das auch den Vollzahlern, deren Tickets noch teurer wären, wenn die Einnahmen insgesamt geringer wären). Im Öffentlichen Personennahverkehr sind die Tarife aber gebunden und werden von den Gebietskörperschaften definiert.

      Im Beispiel Scheinannahme („Bargeldverarbeitung“) gilt: Diese Technik kostet richtig Geld – 4 Millionen Euro zusätzlicher Investition (auf 11,5 Millionen Euro oben drauf) und jährlich rund 400.000 Euro mehr Unterhaltungsaufwand. Hierfür müssen schon eine ganze Menge Tickets verkauft werden. Dabei geht der Trend hin zur EC- und Kreditkarte. Die KVB hat sich hierüber sehr viele Gedanken gemacht. Wir halten das Gleichgewicht von Kundennutzen und Wirtschaftlichkeit durch unseren Ansatz, auf die Banknotenverarbeitung, zu verzichten. Bedenken Sie einmal, wie viele Verkehrsunternehmen eine so breite Palette von Zahlungsmitteln haben wie wir – es fehlen ja praktisch nur die Banknote und die Annahme ausländischer Münzen. Und wir bieten in allen Fahrzeugen und an 130 Bahnsteigen Automaten an. Ich finde, dass das bereits ein sehr guter Kundenservice ist. Dabei können wir uns alle immer noch mehr wünschen – es dann auch bezahlen zu können, ist die zweite Seite der Medaille.

      Beste Grüße
      Stephan Anemüller

      • Autorenbild' Edmund Lauterbach

        Hallo Herr Anemüller,

        die Argumente der KVB zu den neuen Automaten habe ich durchaus verstanden – und durchaus auch in dem Sinne, dass ich Verständnis für die Entscheidung habe. Aber aus Sicht der Fahrgäste sieht etwas anders aus, insbesonder aus Sicht von denen, die von außerhalb kommen, oder sich kurz hintereinander in verschiedenen Städten mit verschiedenen Automaten herumschlagen müssen.

        Ich war mal bei einem amerikanischen Unternehmen zu Gast, bei im Konferenzraum eine Tafel mit deren Leitsätzen hing, und an vorderer Stelle war „specify value through the eyes of the customer“ (frei zitiert). Der Spruch hat mich etwas beeindruckt, aber ich glaube, dass der ÖPNV davon ein Stück entfernt ist, und letztlich wegen fehlendem Wettbewerb um den Endkunden und dem Vorhandensein anderer Einflüsse (heißen sie nun Stadtrat oder Aufgabenträger) auch keine Chance hat, so etwas halbwegs in Reinform umzusetzen. Dass man dem Kunden gar nicht im Fokus hätte, wollte ich sicher nicht sagen – aber ob er wirklich das Maß aller Dinge ist, weiß ich nicht.

        Bei meiner Kritik an der uneinheitlichen Handhabung durch verschiedene Verkehrsbetriebe möchte ich bleiben, da dies zu echten Nachteilen und darüber hinaus zu mangelndem Verständnis in der Öffentlichkeit führt.

        Noch eine Anmerkung zum 19-Euro-Ticket: ich will sicher nicht, dass die DB die Tarifhoheit im Verbünden oder Gebietskörperschaften übernimmt. Aber ein Umsteigen in Nahverkehrszüge muss schon deshalb möglich sein, weil inzwischen weite Regionen in Deutschland fernzugfrei sind. Mit den noch preiswerteren Fernbustickets erreicht man inzwischen mehr Ziele als mit IC/ICE der DB – das sollte doch zu denken geben.
        So wie der Tarif jetzt konstruiert ist, hat man hohe Aufpreise beim Umstieg in den Bahn-Nahverkehr (weil der dortige km-Tarif höher ist als die DB-Sparpreis im Fernverkehr) und verliert überdies sämtliche Fahrgastrechte bei Anschlussverlust – in meinen Augen ein völlig unhaltbarer Zustand.

        Mir ist klar, dass meine Einwände ein bisschen wegführen vom Automatenthema, aber ich sehe hier halt verschiedene Symptome, die in eine – in meinen Augen negative – Richtung zielen.

        Mit freundlichen Grüßen

        Edmund Lauterbach

        • Kölner Verkehrs-Betriebe AG

          Hallo Herr Lauterbach,

          vielen Dank für Ihre Rückmeldung! Gemeinsam werden wir immer etwas besser, auch wenn es manchmal dicke Bretter sind, die es zu bohren gilt.

          Beste Grüße
          Stephan Anemüller

  • Autorenbild' Andreas

    Ich vermisse hier noch eine aktuelle Tabelle mit den Standorten der neuen Automaten.
    LG Andreas

    • Kölner Verkehrs-Betriebe AG

      Hallo Andreas,
      danke für den Hinweis! Die Liste findet man hier: http://www.kvb-koeln.de/ticketautomat; hab das aber auch direkt nochmal im Text verlinkt.
      VG, Anke

      • Autorenbild' Andreas

        Hallo Anke,
        ich suche einen mobilen Automaten auf “meiner“ Linie 1 nach Bensberg. :-)
        Schaltet er auf der Fahrt nach Bensberg automatisch vor der Haltestelle Lustheide auf seiner Homepage vom Tarif 1b auf 1a um?

        Und bietet ein stationärer Automat im U-Bahnhof Bensberg den Tarif 2b auf seiner Homepage an?

        Beste Grüße Andreas

        • Kölner Verkehrs-Betriebe AG

          Hallo Andreas,
          wann genau eine 1 mit dem neuen Automaten unterwegs ist, erfordert etwas Recherche, da jede Bahn an jedem Tag auf anderen Strecken im Einsatz ist. Für uns wäre es da gut zu wissen, zu welchen Uhrzeiten Du in der Regel auf der 1 in welcher Richtung unterwegs bist, dann könnten wir das durch die Fahrzeugdispo für einen gewissen Zeitraum mal überprüfen lassen.

          Im Testbetrieb und auch zum Start werden alle Automaten mit den gleichen Startbildschirmen ausgerüstet sein, d.h. in Bensberg werden auch bei der Schnellauswahl 1b-Tickets angeboten. Ebenso schaltet auch der mobile Startbildschirm nach der (H) Lustheide nicht auf 1a um. Diese Wünsche haben unsere Automatenkollegen im Vorfeld bei der Ausschreibung berücksichtigt; allerdings ist die Nachfrage seitens der Kunden relativ gering, so dass wir dieses Feature erst einmal nach hinten verschoben haben. Die Automatensoftware wird ja sukzessive immer weiter entwickelt, allerdings konzentriert sich der Automatenhersteller jetzt zum Start erst mal auf die Kernfeatures.

          VG, Anke

          • Autorenbild' Andreas

            Hallo Anke,

            Du schriebst „In Bensberg werden auch bei der Schnellauswahl 1b-Tickets angeboten.“ Diese dann bereits entwertete Tickets sind in Bensberg unbrauchbar, weil dort der Tarif 1a gilt!

            Früher sagte der Fahrer: „Stadt- und Tarifgrenze, muss noch jemand nachlösen?“. Heute erwarte ich von einem modernen mobilen Automaten, dass er automatisch an der Stadtgrenze bei der Schnellauswahl zwischen den Tarifen 1a und 1b umschaltet.

            Beste Grüße
            Andreas

  • Autorenbild' Daniel

    Hallo,
    sind Probleme mit EC-Karten der Comdirect bekannt?
    Ich habe mit verschiedenen Karten (2 Bankkonten) an der Florastrasse in Nippes versucht Ticket zu kaufen.
    Fehlermeldung -> Vorgang abgebrochen (Die Karten funktionieren bei anderen Dienstleister oder im alten Automaten der KVB problemlos)
    Liegt am Automaten an der Florastrasse ein Problem vor oder gibt es generell Probleme mit EC-Karten der Comdirect bei den neuen KVB-Automaten?
    Danke.

    VG
    Daniel

    • Kölner Verkehrs-Betriebe AG

      Hallo Daniel,
      wir konnten für den 31.05.2016 keine Probleme am Automaten 680250 (Florastr.) bei den unbaren Zahlungsmöglichkeiten feststellen.
      Zusätzlich haben wir speziell den Zeitraum 31.05.2016 12:00 bis 12:30 geprüft.

      Uns sind auch keine Probleme bei den unbaren Zahlungen bekannt, die sich auf eine bestimmte Karte beziehen.
      Wir werden dieses Thema aber weiter beobachten. Mit konkreten Angaben wie Datum und Uhrzeit können wir den Hersteller mit der Behebung der Fehlerursache beauftragen.

      VG, Anke

    • Autorenbild' Anne

      Hallo,
      ich hatte dasselbe Problem jetzt im Januar 2017. Geldkarte der comdirect funktionierte nicht am Straßenbahn- und am DB-Automat.
      Muss noch kontrollieren ob das Symbol auf der Geldkarte an den Automaten aufgedruckt ist. Ein blaues „V“. .. Kann mir das Problem bisher aber nicht erklären, hoffe es gibt eine Lösung ich brauche diese Funktion dringend und regelmäßig..
      Hat noch jemand Erfahrungen mit der comdirect Geldkarte?

  • Autorenbild' Rudi Böhler

    Sehr geehrte KVB,

    Macht es sie nicht stutzig, dass In allen deutschen Städten bequem mit Geldscheinen bezahlt werden kann, und nur die kölner KVB einen irrigen Sonderweg beschreiten muss? Die Argumente dagegen sind fadenscheinig – gestehen sie doch einfach ein, dass es total bescheuert ist, Danke!

    • Kölner Verkehrs-Betriebe AG

      Sehr geehrter Herr Böhler,
      fadenscheinig sind die Argumente nicht und unsere Entscheidung macht uns auch nicht stutzig. Wie Herr Anemüller bereits geschrieben hat, bedeutet dies 4 Millionen Euro zusätzlichen Investitionsbedarf, neben den erhöhten Instandhaltungskosten etc. Der Trend geht ohnehin zum bargeldlosen Zahlen und nur noch ein kleiner Anteil unserer Kunden erwirbt Tickets im Bartarif. Hinzu kommt die erhöhte Aufbruchswahrscheinlichkeit. Außerdem gibt es weiterhin die Möglichkeit, in KundenCentern, ServiceCentern sowie in privaten Vertriebsstellen Tickets mit Geldscheinen zu bezahlen.
      Aus wirtschaftlicher Sicht muss ich Ihnen daher mitteilen, dass wir durchaus hinter der Entscheidung stehen.
      Viele Grüße,
      Carola

  • Autorenbild' Steffen

    Ich habe den Automaten am Neumarkt (oben) ausprobiert. Die Menüführung ist schon besser als bei den alten Automaten, keine Frage. Der Kartenschlitz war aber so eng, dass ich meine Karte nur mit Gewalt reinstecken konnte. Kontaktlos mit VISA ging übrigens nicht (zumindest am 7. Juni gegen 12 Uhr).

    Schön wäre, wenn der neue Automat auf Wunsch auch unentwertete Einzel- und TagesTickets ausgeben würde. Könnte man als Schaltfläche „entwertet/unentwertet“ realisieren, „entwertet“ wäre der Default-Wert, wenn man so viel Wert darauf legt.

    Was die Nichtannahme der Scheine angeht, ist es sehr enttäuschend. Aber wer die KVB kennt, erwartet auch nicht viel.

    • Kölner Verkehrs-Betriebe AG

      Hallo Steffen,
      die Hinweise leite ich gerne an die Projektverantwortlichen weiter.
      Viele Grüße,
      Carola

  • Autorenbild' Hendrik

    Sehr gute Entscheidung, Münzen und Karten (auch kontaktlos!) reichen absolut aus. Top!

  • Autorenbild' Micha

    Ich habe beim neuen Automaten im Kölner HBF(U-Bahnhof Dom/Hbf) die Anfrage gestellt, nach Solingen zu fahren.
    Obwohl Solingen Preisstufe 4 ist, hat der Automat vorgeschlagen, Preisstufe 5 zu nehmen und 11,40 € angezeigt.
    Wenn sich jemand darauf verlässt, zahlt er drauf

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