Großeinsatz am Westbahnhof – Standkontrolle in der U-Bahn

Fahrgäste werden kontrolliert.

Geschäftiges Treiben in der U-Bahn-Haltestelle Venloer Straße/Gürtel. Pünktlich um 12.30 Uhr treffe ich mich mit Kollegen des Teilbereichs Fahrausweisprüfung und Fahrgastsicherheit. Gemeinsam mit Polizei und Ordnungsamt führen die KVB-Mitarbeiter heute eine sogenannte Standkontrolle an der Haltestelle Hans-Böckler-Platz/Bhf West durch.

Die Stimmung auf dem Weg zum Einsatzort ist gelöst: Nervös seien die Kollegen nicht, so eine Sache sei mittlerweile für alle Routine, erzählt die erfahrene Einsatzleiterin Iris, die selbst seit 25 Jahren im Fahrausweisprüfdienst tätig ist. „Eigentlich wollte ich Bus fahren, aber ich war noch zu jung“, lacht die zierliche Blonde, „und dann bin ich im Fahrausweisprüfdienst geblieben“. An diesem Tag ist Iris verantwortlich für den Einsatz von 19 Fahrausweisprüfern und zehn Kollegen aus dem Service; sieben Beamte der Polizei und vier aus dem Ordnungsamt sind zur Unterstützung dabei. „Wir haben ja keine Berechtigung, die Herausgabe des Personalausweises zu fordern, daher hilft es, wenn die Polizei gleich mit vor Ort ist“, erläutert die Einsatzleiterin.

Blick auf eine Standkontrolle der KVB

Die Polizei ist auch vor Ort

Im Schnitt finden die Standkontrollen der KVB ein bis zwei Mal in der Woche an Knotenpunkten statt. Ungefähr einmal im Monat sind die Fahrausweisprüfer gemeinsam mit Polizei und Ordnungsamt im Rahmen der Kölner Ordnungspatenschaft im Einsatz. Heute ist die Kontrolle besonders groß angelegt. Es werden zusätzlich zu den Stadtbahnlinien 3, 4 und 5 auch die S-Bahnen der Linien 12 und 13 durch die S-Bahn Köln und den DB-Bereich Sicherheit mit 22 Mitarbeitern und zwei Mannschaften der Bundespolizei überprüft.

„Unser Ziel ist eher Abschreckung als die Tatsache, möglichst viele Fahrgäste ohne Fahrausweis anzutreffen“, erklärt mir Monika, die bei der KVB die Sonder- und Schwerpunktkontrollen koordiniert. „Die Standkontrollen sind außerdem die einzige Möglichkeit, alle Fahrgäste in einer Bahn zu kontrollieren.“ Bei einer Standkontrolle steigen zeitgleich an allen Türen KVB-Mitarbeiter ein und starten sofort mit der Kontrolle. Um den Fahrplantakt möglichst wenig zu stören, werden Fahrgäste ohne gültigen Fahrausweis aus der Bahn gebeten, um dort in Ruhe die Fahrausweiskontrolle fortzusetzen. Wenn alles schnell und reibungslos läuft, geht es selbst bei einer vollbesetzten Bahn schon nach zwei bis drei Minuten weiter.

Kontrolleure steigen zu.

Die Türen gehen auf, und die Kontrolle beginnt sofort.

Wird es auch weiterhin diese Art der Kontrolle bei der KVB geben, frage ich, denn der Aufwand ist ja wirklich sehr, sehr groß. „Ja, ganz eindeutig“, sagt mir Monika. „Die KVB wird an den Standkontrollen festhalten.“ Das geschieht im Interesse des Unternehmens und der zahlenden Kunden, denn das Fahren ohne Fahrausweis ist gemäß § 265a des Strafgesetzbuches eine Straftat, die der KVB jährliche Verluste in Millionenhöhe bringt.

Heute treffen wir in sechs Stunden auf 560 Personen ohne gültigen Fahrausweis, 180 Mal muss dabei die Polizei die Identität sicherstellen. Eine ganz schön große Zahl, finde ich.

 

 

29 Kommentare

  • Autorenbild' Anonymous

    Allein heute nur 33.600 Euro an zusätzlichem Umsatz.
    Beachtlich ! Aber verständlich,schließlich ist der Verlust auch enorm.

    Ich würde mir wünschen,dass die Kontrollen wesentlich besser organisiert werden.
    1) Das Personal muss sich anders verteilen.
    2) Personen mit gültigen Fahrschein – wie ich – sollten sofort kontrolliert werden,
    um so Wartezeiten zu vermeiden.

    Dann wären solche Schwerpunktkontrollen auch im Sinne der „zahlenden“ Kunden 😉

    • Kölner Verkehrs-Betriebe AG

      Hallo Anonymous,
      ehrlicherweise kann ich den Kommentar, dass die Kontrollen besser organisiert sein müssen, nicht so ganz nachvollziehen. Die Kollegen steigen an allen Türen gleichzeitig zu und beginnen sofort mit der Kontrolle. Wer einen Fahrausweis hat, bleibt einfach sitzen, wer keinen hat, muss aussteigen. Für den aussteigenden Kollegen übernimmt ein anderer. Nach zwei Minuten geht es für alle mit Fahrausweis weiter. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie das noch schneller werden soll. Und ich hab’s mir gut angesehen. 😉

      Es ist übrigens auch nicht so, dass 560 Menschen ohne Fahrausweis auch 560 x 60 Euro Mehreinnahmen sind. Es gibt auch relativ viele Leute, die einfach mal ihren Studiausweis oder das E-Ticket vergessen. (Ist mir im Studium leider nicht nur einmal passiert…) In diesen Fällen wird zwar eine Bearbeitungsgebühr fällig, aber natürlich nicht die 60 Euro. Gegenrechnen muss man natürlich auch den Personaleinsatz – und selbst bei einer Standkontrolle können nicht alle einfahrenden Bahnen kontrolliert werden, weil es oft einen Zeitpunkt gibt, zu dem zu viele Mitarbeiter in Kontrollen gebunden sind, dann fährt also auch eine Bahn ohne Überprüfung durch. Und da sitzen prozentual genauso viele Leute ohne Fahrschein drin. Und auch in allen anderen Bahnen auf anderen Linien, die an dem Tag nicht kontrolliert werden können. Von daher wäre es für die KVB wirtschaftlich immer noch sinnvoller, alle Fahrgäste besäßen auch einen gültigen Fahrausweis.

      Grüße
      Susanne

  • Autorenbild' Schwarzfahrer seit 1999

    1-2 mal je Woche eine Schwerpunktkontrolle,
    4-8 im Monat // 48-96 im Jahr (x 33.600 Euro )
    = über 1,6 – 3,2 Millionen Euro Umsatz

    Da lohnen sich solche Kontrollen natürlich

    • Autorenbild' Falke

      Als regelmäßiger Nutzer der KVB mittels Monatsabo wünsche ich mir, dass alle Schwarzfahrer zur Kasse gebeten würden. Außerdem ist die Präsenz der Kontrolleure noch gut für anständiges Benehmen ungewöhnlicher Fahrgäste, die Sauberkeit in den Fahrzeugen sowie der Sauberkeit von Haltestellen, dem Erhalt von Fußgängeraufzügen (Stichwort: Vandalismus), nicht vollgekotzten Sitzmöbeln, kein Rauchen auf den Bahnsteigen, kaum Alkohol- u. Speisenkonsum in den Wagen und Stationen, keine Leute, die in die U-Bahn Stationen pinkeln… Das alles zu vermeiden spart der KVB auch Geld an anderer Stelle. Daher – Kontrollen gern verstärken.

      • Kölner Verkehrs-Betriebe AG

        Hallo Falke,
        danke für den Kommentar. Genauso sehen wir das auch! 👍
        VG
        Susanne

        • Autorenbild' syntus

          Wie waere es denn wieder mit der Einführung des guten (alten) Schaffners? Oder von Zugbegleitern, die zwar keine Tickets verkaufen oder kontrollieren! In Amsterdam, Rotterdam oder auch Zillertalbahn klappt das, die Schwarzfahrerquote liegt bei 0%!

          Ausserdem sind Schwarzfahrer bei der KVB teils hausgemacht, Automaten funktionieren nicht, nehmen keine Scheine an, zahlen per EC- Karte kaputt. Bei den ueberteuerten Fahrpreisen
          ein schlechter Witz, zu verlangen, in Münzen zu zahlen!!!!

          Es ist Pflicht des Verkehrsunternehmens dafür zu sorgen, das der Fahrgast auch an einen Fahrschein gelangen kann.
          Im Rechtsverfahren haette die KVB ganz schlechte Karten mit ihrem Verständnis von Kundenservice!!!!!

          • Kölner Verkehrs-Betriebe AG

            Hallo syntus,
            wir haben unsere Fahrscheinkontrollen im vorigen Jahr ja schon deutlich intensiviert. Das hat dazu geführt, dass die Schwarzfahrerquote von 2,8 Prozent 2014 auf 2,3 Prozent 2015 gesunken ist. Daran arbeiten wir weiter. Und natürlich ist es ärgerlich, wenn Fahrscheinautomaten nicht funktionieren. Aber die Situation wird sich deutlich verbessern, wenn im Laufe dieses Jahres unsere neuen Ticketautomaten aufgestellt werden, an denen man auch mit EC- und mit Kreditkarte bezahlen kann. Und es gibt ja auch noch das Handy-Ticket, das sehr gut nachgefragt wird und ein leichter und komfortabler Weg ist, an einen Fahrschein zu kommen.
            Viele Grüße,
            Matthias Pesch

  • Autorenbild' Adrian

    Gute Sache Präsenz Der Verkehrsmeister Verstärken

  • Autorenbild' Genervt

    Ich steh seit 15min an der Gutenberg Haltestelle. Super organisiert, wenn Bahnen ausfallen…

    • Autorenbild' Genervt

      Seit 20min keine Bahn..

      • Autorenbild' Genervt

        Immer noch keine Bahn.. Ganz toll und professionell macht Ihr das..

        • Kölner Verkehrs-Betriebe AG

          Hallo Genervt,
          *ironiean* danke für den zu diesem Artikel passenden Kommentar *ironieaus* 😉

          Aktuelle Informationen zur Betriebslage bekommen Sie hier: http://www.kvb-koeln.de/german/home/mofis_bahn.html
          Momentan gibt eine technische Störung im Bereich der (H) Gutenbergstraße. Die Bahnen fahren zurzeit nicht den üblichen Linienweg. Von der (H) Heumarkt kommend fahren die Bahnen weiter zur (H) Bickendorf Äußere Kanalstraße. Von der (H) Sparkasse Butzweiler Hof fahren die Bahnen ab der (H) Subbelrather Str. weiter im Zuge der Linie 13 zum Betriebshof West (letzte Haltestelle Oskar-Jäger-Str./Gürtel.
          VG, Anke

  • Autorenbild' Genervt

    Technische Störung an der Gutenberg wegen Kontrolle? Einmal mit Profis… 😀

    • Kölner Verkehrs-Betriebe AG

      Hallo Genervt,
      ein Unternehmensblog dient in der Regel dazu, sich über die Themen der Blogartikel auszutauschen. Für Beschwerden bietet die KVB viele andere Kanäle: neben Facebook und Twitter auch das Verbesserungsmanagement, die telefonische Kundenbetreuung oder die KundenCenter.
      VG, Anke

  • Autorenbild' Genervt

    Wenn ihr es nicht gebacken kriegt euren Beförderungsauftrag und ne Kontrolle zu stemmen, dann lasst doch lieber die Kontrolle. Leute arbeiten und haben Termine .. :(

  • Autorenbild' Sebastian

    Ich halte solche abschreckenden Kontrollen für keine gute Idee. Der Grund vieler Schwarzfahrten lässt sich m.E. an anderer Stelle wesentlich besser bekämpfen. Und zwar hier: Das Monatsticket der KVB Verkehrsbetriebe ist einfach viel zu teuer, vor allem für Leute die im Stadtzentrum wohnen (1b) und nur jeden Tag z.B. von Deutz zum Rudolfplatz fahren wollen. Viele kleinere Unternehmen bieten Ihren Angestellten keine Jobtickets an, das Formel 9 Ticket ist für den normalen Angestellten unbrauchbar, letzte Alternative bleibt das normale Monatsticket. Das ist mit 92,90 € einfach viel zu teuer und auch wenn nicht als abo bezogen nicht übertragbar. Nur zwei Vergleiche: Berlin AB 81 € und personenübertragbar, München 4 Ringe (=Stadt) 76,60 € und ebenfalls personenübertragbar. Köln ist also ca. 12 bzw. ca. 20 Prozent teurer. Das etwas günstigere Monatsticket im Abo ist hier auch nicht mehr zeitgemäß: Wer weiss schon als junger Berufstätiger schon was er in 5 Monaten macht und vor allem wo.

    • Kölner Verkehrs-Betriebe AG

      Lieber Sebastian,
      Ihr Kommentar hat für mich zwei Ebenen, die nur mittelbar etwas miteinander zu tun haben. Meine persönliche Meinung ist allerdings, dass die Zahl der Fahrgäste ohne gültigen Fahrausweis auch mit günstigeren Tickets nicht deutlich geringer würde. Köln liegt in Sachen Schwarzfahrerquote auf einer Linie mit München und deutlich besser als Berlin.

      Bezüglich der Fahrpreise ist es so, dass bspw. Berlin deutlich mehr Geld aus den öffentlichen Kassen bekommt und daher die ÖPNV-Tickets günstiger anbieten kann. Die Tarifgestaltung wird übrigens bei uns vom Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) übernommen, der auch solche Optionen wie Mitnahmeregelung und Übertragbarkeit regelt.

      Für das Abo haben wir noch einen Tipp: Sie können ruhig ein Monatsabo abschliessen. Dieses ist jederzeit kündbar. Wenn Sie es in den ersten 12 Monaten nach Abschluss kündigen sollten, müssten Sie für die verbrauchten Monate die Differenz zwischen Monatsabo und MonatsTicket nachzahlen.

      VG
      Susanne

  • Autorenbild' Silvi

    Alles schön und gut. Und trotzdem gibt es einen Haken.
    Einen gewaltigen Haken.

    Finden Sie gerecht, dass ein Jobticket quasi für ganz VRS um die 70 Euro im Monat kostet, einen Studententicket für ganz NRW 19,50 Euro im Monat kostet, aber ein VRS-Abo Preisstufe 6 sage und schreibe 230-270 Euro im Monat kostet.

    Da werden bestimmte Kundengruppen ja regelrecht gemolken und subventionieren queer die andere mit.

    Genau in dieser Kundengruppe befinden sind aber sehr viele mit niedrige Einkommen.

    Der eine hat gutes Einkommen und fährt für 1 Cent und der Arme für 20 Euro, die gleiche Strecke.

    Und das soll gerecht sein. Nein nicht der Schwarzfahrer ist pervers, sondern die Preisgestaltung der ÖPNV ist im höchsten Maße pervers. Das System mag ja rechtlich im Recht sein, moralisch und sozial-ethisch jedoch erbärmlich.

    Eigentlich ist es ein Verstoß gegen das Gleichbehandlungsgesetz und man müsste das BVG in Karlsruhe aktivieren.

    An sich müsste man ALLE welche nichts geschenkt bekommen, regelrecht zum zivilem Ungehorsam aufrufen, das heißt systematisch zum schwarzfahren bis das System unter dem Verwaltungsaufwand völlig zusammenbricht, bis die Herren da oben eine tragbare Lösung für eine gerechte Belastung aller Fahrgäste erarbeiten.

    • Kölner Verkehrs-Betriebe AG

      Hallo Silvi,
      über das Preissystem im ÖPNV kann man sich sicherlich streiten. Das günstige SemesterTicket für Studenten ist vom Staat und der Politik so gewollt und wird auch dementsprechend mit zusätzlichen Geldern unterstützt. Außerdem ist es ein Solidarmodell, d.h. JEDER Student muss dieses Ticket abnehmen, egal ob er den ÖPNV nutzt oder nicht.
      Bürger mit einem sehr geringen Einkommen werden aber auch finanziell unterstützt, wenn es um die ÖPNV-Nutzung geht. Für diese gibt es im VRS das KölnPass- bzw. MobilPassTicket, was ebenfalls durch den Staat bezuschusst wird und deswegen sehr günstig angeboten werden kann.
      Mit freundlichen Grüßen,
      Matthias Pesch

  • Autorenbild' Mara

    Hallo liebes KVB-Team,

    was ich mich schon seit langem frage: Als ich in Paris und Barcelona Metro gefahren bin, hat mir sehr gut gefallen ,dass man dort als Fahrgast an einer Art Schranke vorbei muss, an der man sein Ticket hinhält und wenn das Gerät das Ticket als gültig annimt, kommt man überhaupt erst weiter und gelangt zu seiner Bahn. Warum macht man das nicht auch hier in Köln so, an allen U- Bahnstationen wäre das doch möglich und Schwarzfahrer hätten kein Chance mehr..

    • Kölner Verkehrs-Betriebe AG

      Hallo Mara,
      das ist richtig, auf diese Weise könnte man die Zahl der Schwarzfahrer noch mal deutlich reduzieren. Aber ein solches System ist nur in geschlossenen U-Bahn-Systemen möglich, wie es sie zum Beispiel in Paris und Barcelona gibt. In Köln haben wir ein Mischsystem, und auf oberirdischen Haltestellen ist es nicht möglich, ein solches Kontrollsystem einzurichten.
      Viele Grüße,
      Matthias Pesch

      • Autorenbild' Busfahrgast

        Man kann sich auf der einen Seite als Verkehrsgesellschaft darüber beschweren, dass man jährlich Millionen Euro Einbuße hat (die am Ende sowieso vom Steuerzahler beglichen werden) und auf der anderen Seite sagen, dass Maßnahmen zur Prävention von Schwarzfahrern nicht möglich sind. In Brüssel klappt das auch beim Mischsystem super. Da haben die dann halt die Fahrscheinprüfer in den Bussen eingesetzt. Und bei den oberirdischen Haltestellen kann man auch so eine Art Gerüst drumbauen. Oder man macht solche Durchgangsschranken direkt in die Bahnen rein, dass man nur in die Bahn reinkommt, wenn man ein Ticket hat! Ich finde, dass wenn Der Steuerzahler da schon Millionen im Jahr zahlt, sollte er auch mitbestimmen, wie das Geld im Sinne aller eingesetzt wird. Dann kann man ja mal dafür ein paar mehr DCI Anzeiger an den Bushaltestellen in Widdersdorf anbringen…. und mal eine neue Haltestelle Adrian Mellerstr. Die ist Strasseneben, also muss man da erstmal einen Riesen Schritt in den Bus machen. Wie gesagt, es ist einfacher das Geld was man als Verkehrsgesellschaft bekommt von der Kommune für Schwarzfahren zu investieren, als für Schwarzfahrerprävention….

  • Autorenbild' Busfahrgast

    Guten Abend,
    ich möchte mal eine konstruktive Idee zur „sicheren“ Fahrscheinkontrolle vorstellen.
    Nehmen wir das Beispiel Brüssel. Dort befindet sich vor jeder Metrostation und teilweise auch vor überirdischen Stadtbahnhaltestellen Eingangs-und Ausgangsschleusen, die man nur passieren kann, wenn man das entsprechende Ticket mit QR-Code oder E-Chip einem Scanner vorlegt. Es kann auch immer nur eine Person dadurch! Bzw. bei Rollstühlen und Kinderwagen auch zwei. Wenn sie doch Verluste in Millionenhöhe einfahren, würde ich ernsthaft darüber nachdenken, soetwas sorgfältig zu planen und anzuschaffen. Die Fahrscheinprüfer könnten ja dann verstärkt auf den Buslinien eingesetzt werden. Ich schätze so würden sie einige Millionen im Jahr reinkriegen :-) Das ist ja schließlich im Sinne aller, denn so hat man in den U-Bahnstationen auch keine übernachtenden, rumpöbelnden Obdachlosen.

    • Kölner Verkehrs-Betriebe AG

      Guten Tag Herr Mertens,
      ich kann Ihre Ansichten/ Ideen durchaus nachvollziehen. Leider sind die Zugangsbeschränkungen wie z.B. in London nicht wirklich zu realisieren, da wir kein geschlossenes U-Bahn-System, sondern ein „Mischsystem“ haben. Das heißt, unsere U-Bahnen fahren auch oberirdisch und können nicht separiert werden. Die Kosten für die gesamten Umbauten würden ins Unermessliche steigen.
      Viele Grüße, Carola Sodermanns

  • Autorenbild' KVB-neinDanke

    Ihr solltet nicht die Schwarzfahrer bekämpfen sondern die Ursachen warum Leute schwarzfahren (müssen). Aber das habt ihr nicht verstanden. Mobilität in einer Großstadt wie Köln sollte für Alle kostenlos sein oder zumindest bezahlbar! Die Fahrpreise der KVB sind absolut überteuert und nicht angemessen. Die KVB ist eine gierige Aktiengesellschaft die nur Profit machen will, jährlich erzielt die KVB über 250 Millionen € Umsatz, aber es sind angeblich Millionen € Verluste durch Schwarzfahrer bla bla bla … die Schwarzfahrerzahlen werden von den Verkehrsbetrieben lediglich geschätzt und sind überhaupt nicht nachweisbar oder richtig, nur anhand der erwischten Schwarzfahrer kann man den ausgemachten „Schaden“ der entstanden sein soll benennen. Seit etwa einem Jahrzehnt ist der „Service“ der KVB stets gleich geblieben, verspätete Bahnen, Montags ganze Ausfälle einzelner Linien durch angebliche „Wagenschäden“, die aber viel eher durch eingespartes Personal entstehen, völlig überfüllte Bahnen, im Winter ist die Heizung aus, im Sommer werden keine Klimageräte eingesetzt. Das könnte man alles verbessern indem man von den erwirtschaften Millionen nur einen kleinen Teil in den Service investieren würde, aber stattdessen setzt man mehr Geld für solche totalitären Überwachungsstaatsaktionen ein, mit denen man normale Bürger totalitär abschrecken und einschüchtern will und natürlich um noch mehr Geld zu scheffeln.

    • Kölner Verkehrs-Betriebe AG

      allo KVB-neinDanke,

      interessanter Kommentar. Da weiß ich gar nicht so genau, wo ich mit meiner Antwort ansetzen soll (wenn sich’s überhaupt lohnt ;)).
      Ich versuch’s der Reihe nach. Wir haben verstanden, dass es viele Leute gibt, die sehr wenig Geld haben. Die Ursachen sind vielfältig, haben aber wirklich gar nichts mit den – im Verbund ausgehandelten und durch die Politik genehmigten – Fahrpreisen der KVB zu tun. Sie schreiben zudem, die KVB sei „eine gierige Aktiengesellschaft[,] die nur Profit machen will“. Meines Wissens streben wir keinen Profit an. Eine AG sind wir aus steuerrechtlichen Gründen, denn es gibt natürlich keine KVB-Aktien am Markt. Die KVB ist eine Tochter des Stadtwerkekonzerns, der wiederum der Stadt Köln gehört.
      Wir wollen möglichst kostendeckend arbeiten, das gelingt uns allerdings nur zu gut 80%. Der Rest unseres Verlustes wird im Stadtwerkekonzern aufgefangen, damit immer noch der Konzerngewinn an die Stadt Köln abfließen kann. Die Stadt hat ihren Haushalt ja offen gelegt, also kann jeder Bürger einsehen, für was Rat und Verwaltung das Geld einsetzen. Kindergärten, Ganztagsschulen, Stadtbahn-Ausbau, es gibt viele Projekte, die doch alle das Ziel haben, das Leben in der Stadt für alle Bürger zu gestalten.
      Aber ich schweife ab. Kostendeckend könnten wir zum Beispiel arbeiten, wenn wir die Fahrpreise deutlich anheben würden. Aber das will auch bei der KVB niemand. Und dass der Service, den wir bieten, nicht immer zur absoluten Zufriedenheit läuft, das wissen wir, aber wir haben das Ziel, stetig immer besser zu werden. Und trotzdem werden wir weiterhin unser Hausrecht ausüben und Kontrollen durchführen, denn Fakt bleibt Fakt. Ein nicht gekaufter Fahrschein ist ein nicht gekaufter Fahrschein.

      Grüße
      Susanne Zeidler

  • Autorenbild' Verbesserung

    Ich kann das gut verstehen das den Leuten so ein Monatsticket viel zu teuer ist für den Kölner Bereich.

    Wie wäre es denn mit einem Ticket für alle Kölner verpflichtend? Jeder zahlt monatlich zB 20€ Und kann dafür im Kölner Stadtgebiet oder gar vrs Gebiet fahren.

    Zwangsabgabe à La GEZ. Da werden wir ja auch gezwungen zu bezahlen ob man es nutzt oder nicht.

    Ein Vorteil an diesem Ticket wäre: die Leute würden vielleicht auch mal das Auto öfter stehen lassen und das Ticket nutzen welches sie eh bezahlen.

    Somit hat man zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Was für die Umwelt und für die Bürger getan 😉

    Falls es rechtlich nicht möglich ist das ganze a La GEZ als zwangsabgabe zu regeln kann man ja auch die Bürger befragen. Bürgerentscheid? Heißt das so? 😉

    Grüße

    • Kölner Verkehrs-Betriebe AG

      Guten Morgen,
      die Diskussion um ein mögliches Bürgerticket sind zunächst einmal politische Diskussionen, aus denen wir uns als Auftragnehmer zur Erbringung des ÖPNV in Köln grundsätzlich heraushalten.

      Aber: Wir müssen auch warnen. Ganz so einfach ist das nicht. Das Netz und die Fahrzeugkapazitäten sind derzeit nicht auf eine hierdurch zu erwartende Fahrgastzunahme ausgelegt. Wenn jeder ein Bürgerticket bekommt und dieses sehr preiswert sein sollte, kann es sein, dass bei überfüllten Fahrzeugen viele Menschen an den Bahnsteigen stehen bleiben. Notwendig wird in jedem Fall ein nennenswerter Ausbau der Infrastruktur und die Anschaffung einiger Fahrzeuge sein. Diese Kosten sind aber bei Größenordnungen von etwa 20 Euro für ein Bürgerticket noch nicht eingerechnet.
      Zudem ergeben sich zahlreiche weitere Fragen. Wird die politische Diskussion zum Beispiel dahin gehen, dass verschiedene Bevölkerungsgruppen weitere Rabatte auf ein Bürgerticket bekommen? Wer wird die Rabatte bezahlen? Der „normale“ Nutzer?
      Viele Grüße,
      Carola Sodermanns

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