Das Ziel ist mehr Stabilität

KVB plant wegen angespannter Personalsituation eine Anpassung des Stadtbahn-Fahrplans

Die Fahrgäste der KVB haben es in den vergangenen Wochen tagtäglich erlebt und sich zu Recht beschwert: Wegen eines andauernd hohen Krankenstandes beim Fahrpersonal gab es zahlreiche Fahrtausfälle, zum Teil erhebliche Verspätungen waren an der Tagesordnung.

Ein Zustand, der weder den Erwartungen unserer Kunden entspricht noch unseren eigenen Ansprüchen.

Damit steht die KVB allerdings nicht alleine: „Uns geht es damit wie vielen anderen Unternehmen der Nahverkehrsbranche, die sich in einer ähnlich schwierigen Situation befinden“, so Vorstandsvorsitzende Stefanie Haaks.

Auf diese unbefriedigende Betriebsqualität will die KVB jetzt mit einer Anpassung des Stadtbahn-Fahrplans reagieren. „Unser Ziel ist es, für unsere Kunden wieder ein stabileres und verlässlicheres Angebot zu schaffen und gleichzeitig unsere zunehmend belasteten Fahrer und Fahrerinnen zu entlasten“, sagt Stefanie Haaks.
 
Die geplanten Maßnahmen im Einzelnen:

  • Bis ca. 9 Uhr, also in der morgendlichen Hauptverkehrszeit, gilt mit wenigen Ausnahmen (Linie 7, Linie 9 und Linie 17) der normale Fahrplan.
  • Die Linie 4 fährt nach 9 Uhr nur noch von Schlebusch bis zur Leyendeckerstraße.
  • Die Linie 5 fährt nach 9 Uhr auf dem gesamten Linienweg im 20-Minuten-Takt.
  • Auf der Linie 7 entfallen morgens einige Verstärkerfahrten.
  • Auf der Linie 9 entfällt morgens eine Verstärkerfahrt im Rechtsrheinischen.
  • Die Linie 12 fährt nach 9 Uhr zwischen Niehl und Merkenich ebenfalls im 20-Minuten-Takt.
  • Die Linie 18 fährt nach 9 Uhr nicht mehr bis Thielenbruch. Dafür wird die Linie 13 von der Vischeringstraße nach Thielenbruch verlängert, um die Linie 3 zu entlasten und eine Verbindung zum Bezirkszentrum Mülheim herzustellen.
  • Auf dem Abschnitt zwischen Buchheim und Klettenberg verkehrt die Linie 18 dann alle 10 Minuten statt wie bisher alle 5 Minuten. Im Abschnitt bis Schwadorf bleibt es wie bisher beim 10-Minuten-Takt, von dort bis nach Bonn beim 20-Minuten-Takt.
  • Die Linie 17 fährt in Doppeltraktion im 20-Minuten-Takt.

Stadtbahnlinie Vier

Die Stadtbahnlinie 4 fährt ab März nur noch zwischen Schlebusch und Leyendeckerstraße

Diese Änderungen sollen ab dem 1. März gelten, bereits ab dem
6. Februar entfallen die nachmittäglichen Verstärkerfahrten auf den Linien 1, 9 und 15. Außerdem wurde durch den Einsatz zusätzlicher Fahrzeuge und eine dadurch mögliche Verlängerung der Wendezeiten an den Endhaltestellen die Anfälligkeit für Verspätungen auf den Linien 4, 13 und 18 reduziert. Durch alle diese Anpassungen soll die Zahl der Dienste im Stadtbahn-Betrieb so reduziert werden, dass ein weitgehend stabiles Angebot gestellt werden kann.

Unsere Fachleute haben mehrere Optionen einer Fahrplananpassung intensiv geprüft. Alle Varianten sind mit zum Teil erheblichen Nachteilen für die Fahrgäste verbunden. „Wir versuchen nun eine Gratwanderung zwischen dem, was wir den Fahrgästen und was wir unserem Fahrpersonal zumuten können“, so Haaks.

Die jetzt geplanten Maßnahmen lassen uns zudem die Möglichkeit, den Betrieb flexibel wieder zu verstärken, wenn die Krankenquote wieder sinkt. Aber Haaks stellt auch klar, dass diese Maßnahmen kein Allheilmittel seien und Fahrtausfälle auch künftig nicht auszuschließen sein. Wie lange die Fahrplananpassungen Bestand haben werden, ist schwer abzusehen und hängt wesentlich von der Entwicklung der Krankenquote ab. Stefanie Haaks: „Wir fahren da auf Sicht.“
 
Vielfältige Ursachen für die Personalengpässe

Die Ursachen für die angespannte Personalsituation sind vielfältig. Die Krankenquote bewegt sich seit Wochen zwischen 15 und 20 Prozent, liegt tageweise sogar darüber. Für die Personalplanung eines Jahres wird immer ein gewisser Krankenstand auf Basis von Daten aus den vergangenen Jahren zugrunde gelegt. Diese Daten werden regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst. Eine solch andauernd hohe Krankenquote wie im Moment war in der Personalplanung für dieses Jahr allerdings nicht vorherzusehen. In der Folge reichen die eingeplanten Personalreserven derzeit nicht aus, um den normalen Fahrplan zu stellen. Insbesondere kurzfristige Krankmeldungen verstärken dieses Problem zusätzlich. Dazu steigt die Nachfrage nach Teilzeitarbeit, außerdem trägt eine leicht erhöhte Fluktuation in der Belegschaft zur angespannten Situation im Fahrdienst bei.

Fahrgastwechsel an Haltestelle

Die Fahrplananpassungen sollen für die Fahrgäste mehr Verlässlichkeit bringen.

„Der Arbeitsmarkt ist hart umkämpft und die Arbeitsbelastung bei den Kolleginnen und Kollegen im Fahrdienst ist hoch“, sagt Peter Densborn, Vorstand und Arbeitsdirektor der KVB.

Wer etwa während der Corona-Pandemie sine Fahrschulausbildung absolviert habe, habe sowohl was den Verkehr in der Stadt als auch das Fahrgastaufkommen angeht, eine einigermaßen entspannte Zeit erlebt. Inzwischen habe sowohl der Verkehr in der Stadt als auch die Zahl der Fahrgäste deutlich zugenommen, „und wir erleben es täglich, dass unsere Mitarbeitenden beschimpft, bespuckt oder sogar attackiert werden“, so Densborn.

Eine Situation, die manchen Kollegen und manche Kollegin an die Belastungsgrenze bringt.
 
Recruiting-Kampagne gestartet

Um dem aktuellen Personalengpass entgegenzuwirken, hat die KVB ihre Anstrengungen zur Gewinnung von Fahrpersonal intensiviert: durch Aktivitäten auf verschiedensten Stellenbörsen, das Angebot von niederschwelligen Bewerbungsmöglichkeiten, Online-Anzeigen über die verschiedenen Sozialen Plattformen, Fahrpersonal-Werbung auf den Rückwänden der Fahrerstände, Werbe-Schriftzüge auf den Bussen, die auf Leerfahrt sind, Überarbeitung der bestehenden Kommunikationsmedien, Gestaltung einer Recruiting-Bahn und einiges mehr. Dabei suchen wir natürlich Fahrerinnen und Fahrer, aber ebenso IT-Experten, Ingenieure und andere Fachkräfte.

Im Jahr 2022 wurden 61 Teilnehmer für die Stadtbahnfahrschulen eingestellt. Neue Fahrschulen starten im Januar und April, und die Ausbildungskapazitäten für 2023 wurden erhöht. Fahrer, die Im Ruhestand sind, wurden angeschrieben, ob sie vorübergehend aushelfen können. „Die Aktion zeigt erste Erfolge“, so Peter Densborn. „Allerdings spiegeln sich die Anstrengungen noch nicht im gewünschten Ausmaß wider.“ Daher werden auch weitere Maßnahmen wie Anreizsysteme für Fahrerinnen und Fahrer, die an ihren freien Tagen arbeiten, diskutiert. Und auch eine aus Sicht der Fahrerinnen und Fahrer attraktivere Dienstplangestaltung ist Gegenstand von Gesprächen.

Alle Fotos: Christoph Seelbach / KVB

27 Kommentare

  • MK

    Warum ab 1.März und nicht ab sofort? Ich würde ja im Frühjahr eher mit einer sinkende Krankheitsquote rechnen.

    • Hallo MK;
      Fahrplanänderungen erfordern sowohl neue Pläne für den Einsatz von Personal und Fahrzeugen, wie auch gute Kundeninformationen. Das ist ein komplexes Verfahren, da ja die vielen Sonderfahrpläne wie beispielsweise an den Karnevalstagen separat geplant werden müssen. Das bedarf eines ausreichenden Vorlaufs. Zudem zeigen die Erfahrungen, dass die Krankenzahlen zwischen Neujahr und Karneval in der Regel rückläufig sind und danach noch einmal deutlich steigen. Daher haben wir uns für ein mehrstufiges Verfahren entschieden: die ersten Maßnahmen sind bereits umgesetzt, weitere folgen Anfang Februar, die übrigen Anpassungen dann zum 1. März, wenn nach Karneval eine weitere Grippewelle erwartet wird. Aber schon mit den ersten beiden Maßnahmen werden rund 50% Prozent der aktuell erforderlichen Einsparungen beim Fahrdienst erreicht.
      VG Carola

    • Fahrgast0815

      Besser später als jetzt. Durch diese Ausfälle wirds ganz schönen Stress für alle Fahrgäste geben. Toll wirds jedenfalls nicht werden.

  • K.

    Und ich dachte es lief gut…

    Bei mir in der KVBApp werden nur noch Baustellen bei Störungen angezeigt und keine Fahrtausfällen. Ist das bei anderen auch so?

    Und was ist mit den Bussen? Ich finde die 170er könnten langsam mal wieder in einem ausgedünten Takt fahren…

    LG

    • Hallo K.,
      das ist nicht nur bei dir so. Derzeit werden keine ausfallenden Bahnen mehr angezeigt. Wir informieren nicht mehr aktiv bei Ausfällen, nehmen sie aber aus dem System. Das, was dann angezeigt wird, fährt auch!
      Die 170er Busse fahren weiterhin nicht. Wir informieren, wenn sich dahingehend was ändert.
      VG Carola

  • War ja klar

    Na super. Ich, die aua Königsforst mit der 9 darf also herhalten, damit alle anderen fahren dürfen? Mal wieder spitzen Leistung. Nicht.

  • Fahrgast0815

    Ich habe von der ganzen Sache schon vor kurzem in der Zeitung gelesen und gut ist das natürlich nicht. Gerade wo ein einigen Monaten das 49€ Ticket ansteht, gibts solche Probleme.

    Es mag ja sein das zurzeit viele Verkehrsunternehmen mit Personalausfällen zu kämpfen haben, aber das es so drastisch ist hätte ich jetzt wirklich nicht erwartet.

    Mich wundert bei der ganzen Sache das das alles auf einmal in den letzten Wochen so ganz „plötzlich“ kam und man scheinbar gar nicht vorbereitet war oder das vorausahnen konnte.

    Zitat:
    „Eine solch andauernd hohe Krankenquote wie im Moment war in der Personalplanung für dieses Jahr allerdings nicht vorherzusehen“

    Natürlich kann man Krankheiten nicht vorhersagen, aber gibt es nicht schon seit Anfang 2020 die Corona-Pandemie? Warum hat man die letzten 3 Jahre nicht mehr Reserven eingeplant? Hätte man nicht schon mit einer hohen Krankenqoute (egal ob jetzt Corona oder andere Krankheiten) nach den ersten Lockdowns und Coronawellen rechnen müssen?

    Toll und gut das man jetzt verzweifelt versucht, neues Personal zu gewinnen. Aber warum hat man das nicht schon die letzten 3 Jahre gemacht? Als wegen Corona und den Lockdowns viele Leute in unterschiedlichen Branchen in Kurzarbeit gingen und auch einige sich neue Jobs suchen mussten, wäre dies doch eine sehr gute Gelgenheit gewesen.

    Spätestens mit den 9€ Ticket hätte man schon was machen müssen aber jetzt hat man den Salat.

    Werbung auf den Bussen und neue „Recruting Bahnen“ sind ja schön und gut, aber ob das wirklich was bringt weiß keiner.

    Man müsste auch mal über eine optimierte und beschleunigte Ausbildung nachdenken. Bei vielen Privaten Zugunternehmen (wie National Express) werden Triebfahrzeugführer innerhalb von 10 Monaten ausgebildet. Das ist zwar auch nicht bis morgen, aber immerhin viel besser als bei der KVB, wo die Fahrerausbildung für Bus oder die Bahn über 3 Jahre dauert.
    Also werden die in 2022 eingestellten Auszubildenden erst frühstens in 3 Jahren (2025) aushelfen können.
    Hoffen wir mal das es sich bis dahin nicht noch mehr verschlimmert.

  • ET420_Fan

    Das sowas irgendwann kommt war ja klar nach dem 9€ Ticket und über 2 Jahren lang Corona.

    Auch andere Unternehmen scheinen große Probleme zu haben
    https://www.rnd.de/politik/krankheitswelle-trifft-oepnv-betriebe-schraenken-fahrplaene-wegen-personalmangel-ein-OR25U6PCWRGO7IPNNWCEPKNQHI.html

    Ich glaube das sind auch teilweise die Folgen von der Mehrbelastung wegen dem 9€ Ticket und allgemein natürlich der letzten 2 Corona Jahre. Irgendwann kann des Personal auch nicht mehr und dann gibt es halt reihenweise Krankheitsfälle.

    Da ist wieder mal die Politik schuld, schon während dem 9€ Ticket konnte man ja die Folgen spüren (Fahrtausfälle und überfüllte Züge etc.) aber gemacht haben die gar nichts.
    Die Grundidee hinter dem 9€ Ticket war ja gut und es hatte auch viele neue Fahrgäste für den ÖPNV gebracht, aber eben auch zusätzliche Belastung.

    Jetzt droht mit dem 49€ Ticket nochmal ein ähnliches Szenario und wieder macht die Politik nichts um den ÖPNV allgemein zu stärken.
    Die schreiben sich alle nur Verkehrswende und Umweltschutz etc. auf die Fahnen, aber es wird nichts in den ÖPNV investiert. Man kann nicht einfach mal mehr Fahrgäste durch günstige Tickets fordern, aber dann nicht mehr investieren und Ausbauen etc.

    Ich finde die Idee hinter dem 49€ Ticket gut aber angesichts der aktuellen Probleme sollte sich die Politik vielleicht erstmal um einen Ausbau des ÖPNV kümmern bevor man Mehrbelastungen durch viele neue Fahrgäste und wegfallende Ticketeinnahmen zumutet. Denn das 49€ Ticket bringt überhaupt nichts wenn die Fahrpläne ausgedünnt werden müssen.

    • Guten Morgen, vielen Dank für diesen Beitrag. Viele Grüße Kathrin

    • MK

      Ich glaube das 49€ Ticket ist die Rettung der KVB (und des sonstigen öffentlichen Verkehrs). Wenn man 114€ für lediglich Köln bezahlen soll ist die Option die KVB nicht zu nutzen viel naheliegender als bei 49€ für ganz Deutschland. (Ja, es gibt Gruppen die viel weniger bezahlen. Studies, JobTicketler, Schwerbehinderte etc. Aber reicht das der KVB?)

      Das Preis/Leistungsverhältnis stimmt beim Vollpreis absolut nicht. 49€ sind da schon angemessener und die Problemtoleranz der Kunden dürfte deutlich größer sein.

      • ET420_Fan

        Totaler Quatsch
        So eine Aussage kann nur Jemand treffen, der absolut keine Ahnung von der ganzen Thematik hat.
        Das 49€ Ticket soll ja Bundesweit eingeführt werden und enstprechend wird sich dann auch keiner mehr teuere Abotickets kaufen. Toll für die Kunden, aber nicht für die Verkehrsunternehmen und Kommunen.

        Die meisten Verkehrsunternehmen (Egal ob jetzt KVB, SWB, Rheinbahn oder BVG, MVG) werden von den Städten oder Kommunen finanziert. Die Einnahmen durch Ticketverkäufe und Abos sind ein wichtiger Teil der Finanzierung für die Verkehrsunternehmen.
        Jetzt kommt dieses 49€ Ticket und die ganzen Abokunden zahlen dann nur noch 49€ statt z.B. 90€. Diese Einnahmen fallen natürlich weg und es bleibt dann weniger Geld übrig bei den Verkehrsunternehmen. Gleichzeitig steigt aber die Belastung durch mehr Fahrgäste.
        Dann sind da noch die zusätzlichen Kosten durch die ganze Umstellung (weil man ja unbedingt neue Chipkarten braucht, statt einfach die alten weiterzunutzen) was auch kosten verursacht.
        Das Geld fehlt dann halt für den Ausbau und Modernisierungen etc. Schlimmstenfalls müssen dann Fahrpläne gekürzt werden, weil man nicht genügend Geld hat. Auch neues Fahrpersonal kostet Geld, wenns hart auf hart kommt wird sicherlich auch dort gespart werden müssen.

        Nach Protesten der Verkehrsverbünde und Unternehmen sowie der Kommunen übernehmen jetzt Bund und Länder im ersten Jahr einen Teil der Mehrkosten. Aber ob das wirklich ausreicht weiß niemand. Evtl. wird da noch mehr eingeschränkt wenn das Geld durch die fehlenden Einnahmen knapp wird.

        • MK

          Die Einnahmeausfälle des 9€ Tickets wurden aus Steuergeldern ausgeglichen. Am Ende waren das etwa 30€ pro Ticket. D.h. wenn jeder der ein 9€ Ticket gekauft hat auch ein 39€ Ticket nehmen würde ginge es ganz ohne Mehrkosten für uns Steuerzahler. Nun kostet es sogar 49€ und es gibt einen Ausgleich mit meinen Steuergeldern. Das sollte reichen.

          Da das Ticket bundesweit einheitlich ist braucht man eigentlich auch keine Aboverwaltung bei jedem einzelnen Verkehrsunternehmen. Und erst recht keine separaten Apps. (Das es individuelle Apps für die KVB, RVK, REVG etc., den VRS und die DB gibt ist jetzt schon eine unsinnige Verschwendung und verwirrend für den Fahrgast. Soll ich jetzt wirklich x Apps installieren? Reicht nicht der DB-Navigator als bundesweite Fahrplanauskunft?) Da wäre im Verwaltungsbereich ein gigantisches Einsparpotential.

          • ET420_Fan

            Du hast es einfach immer noch nicht richtig verstanden, es wird nicht pro verkauftes Ticket ein Betrag von sagen wir jetzt mal 30€ ausgeglichen sondern es gibt festgelegte Beträge welche von Bund und Ländern als Ausgleich an die Verkehrsunternehmen gezahlt werden.

            Das sind jeweils 1,5 Milliarden vom Bund und von den Ländern, also insgesamt 3 Milliarden. Ob der Betrag wirklich ausreicht um die Mehrkosten zu decken kann man nicht sicher sagen. Es wird sich wahrscheinlich bei jedem Unternehmen anders auswirken je nachdem wie hoch die Mehrkosten sind.

            Falls die Ausgleichssumme nicht ausreicht, müssen die Unternehmen halt Sparmaßnahmen treffen (Fahrplan ausdünnen etc.).
            Wie es langfristig mit der Finanzierung aussieht, ist noch unklar.

            Das mit den Apps ist nochmal was anderes. Jedes Verkehrsunternehmen hat ein unterschiedliches System um die Echtzeitdaten für Fahrpläne zu verfügung zu stellen. Diese werden dann auch auf den Anzeigen an den Haltestellen angezeigt. Man kann zwar die meisten Haltestellen und Linien von anderen Unternehmen auch im DB Navigator abrufen, aber nicht immer sind dort dann alle aktuellen Ausfälle und Störmeldungen etc. abrufbar. Der DB Navigator bekommt die Daten ja auch nur von den einzelnen Verkehrsunternehmen.
            Mit dem Portal zuginfo.nrw gibt es zummindest für den Regionalverkehr in NRW eine einheitliche Platform wo man Störungen etc. abrufen kann.

    • Anonymous

      Vielleicht ist die Frage blöd, aber: Warum sollte es für die Fahrerinnen und Fahrer Mehrbelastungen aufgrund des des 9€ Tickets gegeben haben? Ob die Bahn die ich fahre zu 50% oder zu 120 % ausgelastet ist, ist doch egal, oder?

      Die Frage ist ernst gemeint und ich möchte niemandem zu nahe treten.

  • Gritzel

    Mich würde mal interessieren, wie es eigentlich sein kann, dass zu wenig Personal da sein soll. Im Jahr 2012 hatten Sie ausweislich Ihrer eigenen Veröffentlichungen rund 3.100 Beschäftigte, heute sind es über 4.000 – fast 30% Anstieg. Die Transportleistung (Fahrgäste, Wagen-, Personen- und Platzkilometer) und die Anzahl der Fahrzeuge haben hingegen nicht nennenswert bzw. nur um ca. 6 % zugenommen ( bis 2019, vor Corona), d.h. Sie sind nur in der Bevölkerungsentwicklung der Region „mitgeschwommen“. Wie ist das zu erklären?

    • Hallo, die derzeitigen Fahrtausfälle sind ja nicht primär die Folge von Personalmangel, sondern in erster Linie Resultat der hohen Krankenquote beim Fahrpersonal. Die Reserve ist nach der durchschnittlichen Krankenquote der letzten Jahre (plus eines Risikozuschlags) berechnet. Da die Krankenquote tageweise aber fast doppelt so hoch war wie kalkuliert, fehlt eben die notwendige Reserve, um alle Dienste zu besetzen. Unbesetzte Stellen machen nur einen kleinen Teil der derzeit angespannten Personalsituation aus. Daher spielt die Zahl der Mitarbeitenden gar keine Rolle. VG Alex

  • Jörg

    Ich verzichte bewusst auf einen PKW und nutze Bus und Bahn der KVB AG, lebe damit schon jetzt die Verkehrswende.
    Niemand braucht in Köln einen PKW, um von A nach B zu kommen, einfach in Zukunft KVB AG nutzen.
    Ich arbeite nachhaltig, indem ich unter Woche am Arbeitsplatz übernachte, bin dann unter der Woche auch nicht auf die KVB AG angewiesen. Mein Arbeitsplatz ist Arbeitsplatz, Küche, Wohnzimmer und Schlafzimmer in einem auf 4 qm.

    • MAN NG272

      Das mit dem Auto kann man nicht pauschal sagen, es hängt sehr stark vom Wohnort und der ÖPNV Anbindung ab. Wer z.B. nah an einer Stadtbahn oder S-Bahn Linie wohnt, ist natürlich besser dran als jemand, der außerhalb wohnt, wo der Bus nur alle 30 min kommt und am Wochendende nur jede Stunde.

      Das mit dem Übernachten ist hingegen totaler Quatsch und lohnt sich nur, wenn man wirklich extrem weit weg wohnt. Meistens kostet eine extra Wohnung mehr als entsprechende Tickets oder Abos pro Monat. Zumal es in Köln ja sowieso eine Wohnungsnot gibt. Ein Auto wäre von den Monatskosten auch günstiger als eine extra Wohnung.
      Kaum jemand kann sich 2 Wohnungen leisten deine Rechnung macht nicht wirklich sinn.

  • Joseph

    Es werden mehr Fahrer benötigt, ihr habt Werbekampagnen gestartet. Aber wann entscheiden iht euch, die Anforderungen wirklich zu erleichtern? Ich beziehe mich zum Beispiel auf die mindestens 3-jährige Berufserfahrung

    • Hallo Joseph,
      wir versuchen beim Auswahlprozess schon jetzt an der ein oder anderen Stelle ein Auge zu zudrücken. Wir dürfen aber auch nicht vergessen, dass es ein verantwortungsvoller Job ist, der Kontinuität fordert. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Menschen die nicht über eine entsprechende Berufserfahrung verfügen, den Job als Fahrer nicht lange machen 😬
      Gruß
      Markus

  • Jan

    Wer braucht noch eine Linie 17, wenn sie nur 3 Mal pro Stunde kommt?!

  • Benjamin Gebhardt

    Liebe KVB, jetzt ist schon Februar, und wie man aus allen Medien erfahren kann, sinken die Krankenstände wieder. Aber dennoch wird an der zweiten Stufe der Reduzierung (also ab 01. März) bei der KVB festgehalten?
    Ich sehe die Reduzierung nämlich gerade bei der so wichtigen Innenstadtlinie 18 sehr kritisch, wenn die nur noch im 10 Minuten-Takt fährt. Gerade in der Innenstadt sind die Bahnen ja jetzt schon wieder sehr gut gefüllt, und die 18 allemal.
    Zudem ist die 18 nicht grad die pünktlichste Linie, Verspätungen sind hier oft an der Tagesordnung. Und wenn dann 20 Min (mal wieder) keine Bahn kommt, das ist dann wirklich nicht kundenfreundlich.

    • Hallo Benjamin, Fahrplanänderungen erfordern sowohl neue Pläne für den Einsatz von Personal und Fahrzeugen, wie auch gute Kundeninformationen. Das ist ein komplexes Verfahren, da ja die vielen Sonderfahrpläne wie beispielsweise an den Karnevalstagen separat geplant werden müssen. Das bedarf eines ausreichenden Vorlaufs. Zudem zeigen die Erfahrungen, dass die Krankenzahlen zwischen Neujahr und Karneval in der Regel rückläufig sind und danach noch einmal deutlich steigen. Daher haben wir uns für ein mehrstufiges Verfahren entschieden: die ersten Maßnahmen sind bereits umgesetzt, weitere folgten Anfang Februar, die übrigen Anpassungen dann zum 1. März, wenn nach Karneval eine weitere Grippewelle erwartet wird. Aber schon mit den ersten beiden Maßnahmen werden rund 50% Prozent der aktuell erforderlichen Einsparungen beim Fahrdienst erreicht. Viele Grüße Kathrin

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