Ringlinie, Hochbahn und Tangente: Eine Fahrt mit der Linie 13 vom Sülzgürtel bis Holweide

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Meine Linie 13 bringt mich morgens vom Sülzgürtel bis zur Aachener Straße/Gürtel ins Büro. Dabei fällt der erste Blick am Sülzgürtel, wenn ich von der Linie 18 umsteige, auf die katholische Kirche St. Bruno. Dann geht’s weiter vorbei am Beethovenpark an der Euskirchener Straße und dem markanten roten Kirchturm der Paul-Gerhardt-Kirche an der Gleueler Straße. Dienstags und freitags laden dort einige Marktstände zum regionalen Einkaufen ein. Das Uniklinikum Köln erreicht man von hier aus ebenfalls. Die Linie 13 fährt durch Sülz und Lindenthal, teilweise auf besonderem Gleiskörper, teils muss sie sich die Straße mit dem dichten Autoverkehr teilen und fährt auf straßenbündigen Gleisen. An der Dürener Straße stößt sie dann auf die Linie 7, mit der sie sich den Weg bis zur Aachener Straße teilt.

Hier kann man auf der einen Seite einen Blick auf den Stadtwald werfen, auf der anderen Seite das geschäftige Treiben auf der Einkaufsmeile der Dürener Straße, das Herz Lindenthals, erkennen. Weiter geht es vorbei an den prächtigen Villen auf dem Stadtwaldgürtel bis zu einem der wichtigsten Kreuzungspunkte der 13, der Aachener Straße/Gürtel. Hier wird die Verbindung der 13 mit der Linie 1, und damit der Ost-West-Achse der Stadt, hergestellt.

Buntes Treiben auf dem Markt an der Gleueler Straße in Lindenthal. Das Tor zum Stadtwald befindet sich an der Dürener Straße

links: Buntes Treiben auf dem Markt an der Gleueler Straße in Lindenthal. rechts: Das Tor zum Stadtwald befindet sich an der Dürener Straße.

Die Geschichte: Von 1928 bis heute

Auch wenn ich an der großen Kreuzung aussteige und in die Scheidtweiler Straße zum Hauptsitz der KVB laufe, so fährt die Linie 13 noch weiter – bis ins Rechtsrheinische nach Holweide. Seit 1997, also knapp 20 Jahren, hat die Linie 13 ihren jetzigen Linienverlauf: 16,2 km, 23 Haltestellen, vom Sülzgürtel bis zur Vischeringstraße, Gesamtfahrzeit = ca. 35 Minuten. Das war jedoch nicht immer so. Die Linie 13 ist seitdem es sie gibt – also den 20er Jahren – zwar immer schon mit Sülz verbunden, bis Mitte der 1970er Jahre fuhr sie jedoch ausschließlich linksrheinisch. In ihren ersten Jahren (1928) startete die Linie 13 zunächst in der Grafenwerthstraße in Sülz und fuhr über den Gürtel bis zur Subbelrather Straße. Dort bog sie links ab, fuhr über die Landmannstraße und endete schließlich in einer Wendeschleife am Takuplatz in Neuehrenfeld, wo heute die Linie 5 weiter bis nach Ossendorf fährt, damals aber ebenfalls endete. Die Gleise der alten Wendeschleife wurden mittlerweile entfernt. Die damalige Strecke blieb recht lange konstant – bis in die 1950er Jahre. Zwischenzeitlich endete die Strecke jedoch für einige Jahre bereits an der Subbelratherstraße. Dann änderte sich der Linienweg der 13: Ab 1955 nutze die 13 die neue Wendeschleife auf der Neuenhöfer Allee und fuhr an der Haltestelle Berrenrather Straße zurück auf den Gürtel. Die Gleise sind heute noch vorhanden und werden gelegentlich auch genutzt, zum Beispiel bei Fahrten mit dem Colonia Express. Ab 1958 kam die Gürtelverängerung und ab der Subberather Straße ging es schließlich nicht mehr links ab, sondern geradeaus bis zur Nußbaumer Straße. Die Strecke in der Landmannstraße wurde stillgelegt. Ab 1963 wurde die 13 schließlich bis zum Parkgürtel am Bilderstöckchen verlängert – der Grundstein für die spätere Hochbahn war gelegt. Seit Mitte der 1970er Jahre verbindet die Linie 13 den Gürtelring mit dem Rechtsrheinischen und fährt bis ins zweite Zentrum Kölns: Mülheim, das mit seinen mehr als 40.000 Einwohnern der bevölkerungsreichste Stadtteil ist. Damals allerdings noch oberirdisch. Insgesamt ist die Strecke der 13 – im Vergleich zu anderen Linien – über all die Jahre hinweg relativ konstant geblieben.

Von 1974 bis 1997 fuhr die Linie 13 die Haltestelle Wiener Platz in Mülheim noch oberirdisch an.

Von 1974 bis 1997 fuhr die Linie 13 die Haltestelle Wiener Platz in Mülheim noch oberirdisch an.

Eine Ringlinie ohne Nachtverkehr?

Auf ihrem Weg bis nach Mülheim passieren Fahrgäste zum Beispiel das Zentrum Ehrenfelds, die Venloer Straße. Neben der Einkaufsstraße und der Ehrenfelder Partymeile ist dort auch der erste Verknüpfungspunkt zur Deutschen Bahn am Bahnhof Ehrenfeld zu finden. Hier werden Anschlüsse nach Aachen und Mönchengladbach hergestellt.

Seit dem Sommer 1997 sieht der Platz so aus und die Linie 13 hält unterirdisch.

Seit dem Sommer 1997 sieht der Platz so aus und die Linie 13 hält unterirdisch.[/

Apropos Ehrenfelder Partymeile: Warum fährt die Linie 13 am Wochenende eigentlich nicht nachts – so wie die anderen Linien auch? Diese Frage stellt der eine oder andere Nachtschwärmer gelegentlich. Verständlich. Habe ich mich auch schon gefragt. Es wäre ganz praktisch, wenn man mit der 13 beispielsweise von der Ehrenfelder Partymeile zurück nach Sülz käme. Aber es gibt einige Gründe, die dagegen sprechen.

Achtung, jetzt wird es mathematisch! Die Ringlinie hat aufgrund ihrer tangentialen Führung sehr viele Anschlüsse an radiale Linien – das bedeutet: Die Linie 13 berührt auf ihrer ringförmigen Strecke sehr viele andere Linien, die auf direktem Weg in die Innenstadt fahren. Angefangen an der Amsterdamer Str. (Linie 16), über die Neusser Straße (Linien 12 und 15), weiter über die Subbelrather Straße (Linie 5), die Venloer Straße (Linien 3 und 4), die Aachener Straße (Linien 1 und 7), die Zülpicher Straße (Linie 9) bis hin zur Luxemburger Straße (Linie 18).

Tagsüber sind diese Anschlüsse aufgrund des 5- bis 10-Minuten-Taktes zeitlich attraktiv und werden gut genutzt. Im Nachtverkehr hingegen, wenn die meisten Linien lediglich in einem 30-Minuten-Takt verkehren, können gute Anschlusszeiten aufgrund der vielen Umstiegspunkte nicht garantiert werden. Es wäre also beispielsweise möglich, an der Neusser Straße einen guten Anschluss zu planen, dafür würden sich an der Aachener Straße und/oder der Venloer Straße eventuell Rücklichtbeziehungen oder Anschlusszeiten von knapp unter 30 Minuten ergeben – sprich, die Anschlussbahn fährt einem genau vor der Nase weg. Das könnten wir bei einem 30-Minuten-Takt einfach nicht verhindern.

Nachtverkehr auf der Linie 13? Gute Anschlüsse wären unmöglich.

Nachtverkehr auf der Linie 13? Gute Anschlüsse wären unmöglich.

Damit den Fahrgästen genau das nicht passiert, gibt es ja das nächtliche Rendezvous-System an ausgewählten Punkten in der Innenstadt. Dadurch ist es möglich, auch ohne die Linie 13 z.B. von Neuehrenfeld nach Sülz zu kommen – nämlich über die Innenstadt. Die Fahrt dauert zwar in den meisten Fällen ein bisschen länger, ist aber durch die gesicherten Anschlüsse verlässlicher. Wir „bündeln“ also die geringe nächtliche Nachfrage entlang des Gürtels mit der stärkeren Nachfrage in die bzw. aus der Innenstadt. Und ins Rechtsrheinische kommt man ohnehin mit den Linien 3 und 18, die die Strecke der Linie 13 dort parallel bedienen.

Und plötzlich geht’s aufwärts

Weiter geht’s unter der Bahnunterführung hindurch vorbei an den Balloni-Hallen und dem Club Bahnhof Ehrenfeld über die Subbelrather Straße, wo die 13 auf die Linie 5 trifft. Bis zur Nußbaumer Straße teilen sich die beiden Linien die Gleise, vorbei an einem der ältesten Cafés Kölns, dem Café Franck, und dann geht’s plötzlich aufwärts. Wer zum ersten Mal mit der Linie 13 fährt, könnte glatt das Gefühl bekommen, er säße in einer Achterbahn. Die Linie 13 ist ziemlich einzigartig – in vielerlei Hinsicht. Sie ist nämlich nicht nur die einzige Ringlinie Kölns, sie ist auch die einzige Hochbahn.

Aber warum gibt es auf der Strecke zwischen Neuehrenfeld und Riehl insgesamt drei Hochbahnhaltestellen, namentlich Escher Straße, Neusser Straße und Amsterdamer Straße? Und warum werden diese wiederum von einer U-Bahn-Haltestelle (Geldernstraße / Gürtel) unterbrochen? Sowas gibt’s auf keiner anderen Linie!

Die einzige Hochbahn Kölns: Auf dem Parkgürtel geht es mit der Linie 13 hoch hinaus.

Die einzige Hochbahn Kölns: Auf dem Parkgürtel geht es mit der Linie 13 hoch hinaus.

Die Hochbahnstrecke wurde zusammen mit der U-Bahnstrecke vom Ebertplatz bis zur Neusser Str./Gürtel im August 1974 in Betrieb genommen. Vor dem Bau der Hochbahnstrecke und der Verlängerung der Linie 13 bis nach Mülheim wurde der nördliche Gürtel durch die Buslinie 31 bedient. Aufgrund der vier Bezirkszentren Lindenthal, Ehrenfeld, Nippes und Mülheim im Streckenverlauf der heutigen Linie 13 gab es bereits damals ein erhebliches Verkehrsaufkommen, das nicht die Innenstadt berührte. Das galt auch für den Individualverkehr, also PKW, LKW und Radfahrer. Unterirdische Bahnstrecken zu bauen war damals und ist auch heute noch sehr teuer. Um nun den Individualverkehr nicht zu belasten und Kreuzungen mit den verkehrsreichen Straßen Neusser Straße, Amsterdamer Straße und Boltensternstraße zu vermeiden, hat man sich damals bei der Planung anstatt für eine teure U-Bahn für eine kostengünstigere Hochbahn entschieden. Außerdem waren Hochbahnen in den 70ern „en vogue“. Da an der Geldernstraße aber schon die Hochbahntrasse der heutigen S-Bahn nach Neuss verlief, musste man diese einzige Haltestelle dort „tiefer legen“.

Street Art vs. Urban Gardening

Graffiti-Kunst…

Graffiti-Kunst…

Da eine Hochbahnkonstruktion nicht gerade zu den architektonischen Hinguckern gehört, sind in den letzten Jahren diverse Projekte entstanden, die den grauen Beton der Hochbahntrasse verschönern wollen. Die 13 Hochbahnpfeiler zwischen Merheimer Straße und Neusser Straße wurden im Rahmen eines Streetartprojekts mit bunten Graffiti bemalt. Und lässt man den Blick kurz hinter der Haltestelle Neusser Straße nach unten schweifen, so erkennt man ein grünes Gartenidyll, das unter der Hochbahntrasse angelegt wurde und liebevoll gepflegt wird. Der Kunstgarten war eine Idee des Integrations- und Qualifizierungs-Trägers Ökobau. Der Eingang befindet sich an der Niehler Straße. Vor allem im Sommer lohnt ein Besuch.

… und ein idyllischer Garten verschönern das Betongrau entlang der Hochbahn.

… und ein idyllischer Garten verschönern das Betongrau entlang der Hochbahn.

Die Fahrt mit der 13 führt schließlich weiter vorbei an dem markanten „Glaspalast“ des Verlagshauses DuMont an der Amsterdamer Straße. An der Amsterdamer Straße geht es übrigens auch zum Busbetriebshof der KVB auf der Friedrich-Karl-Straße. Weiter geht’s dann zum Rheinufer an die Slabystraße, wo die 13 auf die Linie 18 trifft – wenn diese auch an unterschiedlichen Bahnsteigen halten. Gemeinsam geht’s dann weiter über die im Jahr 1951 eröffnete Mülheimer Brücke. Die grüne, knapp 6.000 Tonnen schwere Hängebrücke wird täglich nicht nur von den beiden Bahnlinien, sondern auch von 40.000 PKW und LKW befahren, weshalb sie mittlerweile dringend saniert werden muss. Im Herbst dieses Jahres soll mit den Arbeiten begonnen werden, die voraussichtlich einige Jahre dauern werden. Ab 2019 muss dann zeitweise auch für die Stadtbahnlinien ein Ersatzverkehr mittels Bussen eingerichtet werden.

Imposantes Bauwerk: Die Mülheimer Brücke verbindet die Gürtelstrecke mit dem Rechtsrheinischen.

Imposantes Bauwerk: Die Mülheimer Brücke verbindet die Gürtelstrecke mit dem Rechtsrheinischen.

Ein Tunnel musste her

Während des Tunnelbaus (1993-1997) fuhr die 13 bis zum Neurather Weg in Höhenhaus, hier mit einem alten Achtachser an der Slabystraße.

Während des Tunnelbaus (1993-1997) fuhr die 13 bis zum Neurather Weg in Höhenhaus, hier mit einem alten Achtachser an der Slabystraße.

Von der Mülheimer Brücke kommend geht es schließlich über eine Rampe in den Tunnel, um den Wiener Platz zu erreichen. Hier trifft die 13 auf die Linie 4 sowie zahlreiche Buslinien – auch regionale. Der dortige Tunnel wurde noch vor der Nord-Süd Stadtbahn mit einer Tunnelbohrmaschine im Schildvortrieb gefertigt und ging 1997 in Betrieb.
Damals wurde der gesamte neu gestaltete Wiener Platz nach langer Bauzeit ebenfalls eröffnet. Der Tunnel führt bis zum Bahnhof Mülheim, wo die Linie 13 erneut auf die DB trifft und Anschlüsse nach Düsseldorf, Bergisch Gladbach, Wuppertal und das Ruhrgebiet herstellt. Weiter geht’s zurück an die Oberfläche zur Herler Straße in Buchheim, wo die 13 erneut auf die Linie 3 trifft (wie bereits an der Venloer Straße/Gürtel). Hinter der Wichheimer Straße wird es erstaunlich ländlich und die 13 überquert weite Felder, im Frühling blüht hier zum Beispiel leuchtend gelber Raps. An der Vischeringstraße endet die Linie 13 schließlich am früheren Stationsgebäude der Vorortbahn nach Bergisch Gladbach, die dort bis Anfang der 1960er Jahre verkehrte. Heute findet man dort – wie sollte es in Köln auch anders sein – ein Kiosk.

Und was bringt die Zukunft?

Als einzige Ringlinie Kölns ist die Linie 13 mit ihrem jetzigen Verlauf noch nicht komplett, das muss man schon zugeben. Zum einen bedient sie bisher hauptsächlich den linksrheinischen Ring, zum anderen ist auch dieser nicht vollständig geschlossen. Der Gürtel endet ja nicht am Sülzgürtel, sondern verläuft über Zollstock und Raderthal bis nach Marienburg. Die Strecke wird heute bereits durch die Buslinie 130 bedient, ist einer Bahn jedoch durchaus würdig. Deshalb wird die Trasse von Klettenberg bis zum Rheinufer für eine Verlängerung der Stadtbahn durch die Stadt Köln seit Jahren freigehalten. Das bedeutet, dass kein sonstiger Bauherr auf dieser Strecke größere Gebäude errichten darf, die dem Bau von Stadtbahngleisen im Weg stünden.

Hinter der Wichheimer Straße fährt die 13 im Frühling an blühenden Rapsfeldern vorbei.

Hinter der Wichheimer Straße fährt die 13 im Frühling an blühenden Rapsfeldern vorbei.

Wann die Gürtelverlängerung jedoch in die Realität umgesetzt wird, ist noch ungewiss. Eine Herausforderung hier ist zudem die Unterquerung der DB-Gleise am Eifeltor. Dass die Gürtelverlängerung im ÖPNV-Bedarfsplan zur Förderung durch das Land NRW an Stelle 4 angemeldet ist, ist aber schon einmal ein Schritt in die richtige Richtung.

Ebenfalls im ÖPNV-Bedarfsplan verankert ist eine Erweiterung der Strecke der Linie 13 über Mülheim hinaus bis zur Frankfurter Straße in Ostheim und gegebenenfalls noch weiter– allerdings auf Platz 13, das ist der letzte Platz. Andere Stadtbahnanbindungen, wie die nach Widderdorf, Stammheim oder Meschenich sind da einfach erst einmal wichtiger. Möglich ist sie aber dennoch, die rechtrheinische Verlängerung der Linie 13. Und wer weiß? Vielleicht haben wir in Köln ja eines Tages ein Pendant zur englischen Circle Line?

Die Linie 13 endet an der Vischeringstraße in Holweide am früheren Stationsgebäude der Vorortbahn nach Bergisch Gladbach.

Die Linie 13 endet an der Vischeringstraße in Holweide am früheren Stationsgebäude der Vorortbahn nach Bergisch Gladbach.

Ebenfalls wichtig ist der Ausbau der Haltestellen zur Barrierefreiheit – insbesondere auf der Linie 13, die im Vergleich zu anderen Stadtbahnlinien noch verhältnismäßig viele nicht barrierefreie Haltestellen aufweist. Grund dafür sind unter anderem die schwierigen Gegebenenheiten entlang des Gürtels. Viele große, alte Bäume säumen die Haltestellen, deren Umbau dadurch nicht so rasch möglich ist wie andernorts. Eine weitere Herausforderung sind die gemeinsamen Haltestellen mit der Linie 7: Dürener Straße, Wüllnerstraße und Aachener Straße. Die Linie 7 ist eine Niederflurlinie, die 13 eine Hochflurbahn – das macht es schwierig einen ebenerdigen Einstieg für beide Linien an ein und demselben Bahnsteig zu ermöglichen. Die Planungen laufen jedoch und in einigen Jahren wird dann auch das Kinderwagenanheben auf der Linie 13 der Vergangenheit angehören.

 

Bilder
Kölner Verkehrs-Betriebe AG
Raimund Jünger
Christoph Seelbach
Regina Weiß

 

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6 Kommentare

  • Autorenbild' Henk Drees

    Guten Tag,
    es ist ja sehr schön, dass Sie so einen schönen Reise-Erlebnisbericht über die Linie 13 schreiben, aber leider sind meine Erlebnisse mit dieser Bahn andere. Ich muss leider von der NeusserStr/Gürtle zur Wüllnerstr., täglich, da mein Sohn im Stadtwald in die Kita geht.
    Nun passiert es leider nicht einmal oder zweimal im Monat, dass mal ein Bahn ausfällt, sondern im morgendlichen Verkehr vor neun Uhr sehr regelmäßig. Heute sind gleich wieder zwei Bahnen um kurz vor neun und nach neun ausgefallen, aber der neueste Streich war: Auf der Anzeige wurde eine Bahn angekündigt, die nicht kam. Eine Geistebahn, sie ist einfach verschwunden. Leider ist mir auch die Informationstechnik der KVB ein Rätsel.
    Die Fahrten sind dann meistens nicht so schön wie die von Ihnen beschriebene. Ich kann die Kleingärten und das Treiben in den Strassen gar nicht geniessen. Es ist voll: ich finde für meinen Sohn und sein Laufrad kaum Platz, alle, vor allem ich, sind gereizt. Und es geht nicht um die Verspätungen, an die habe ich mich gewöhnt und erwarte auch keine Abfahrten nach Fahrplan, solange ungefähr ein Zehn-Miuten-Takt eingehalten wird.
    Dabei ist dei 13, wie Sie so schön schreiben, eine Tangentenbahn, sie hat kaum Behinderungen durch Strassenverkehr (eigentlich nie) oder das Teilen mit anderen Linien. So frage ich mich, wie es möglich ist, dass diese Bahn so oft verspätet ist oder ganz ausfällt.
    Es geht mir jetzt auch nicht mehr darum, Frust loszuwerden, das habe ich in der Bahn schon erledigt, ich möchte nur mal mehr verstehen, warum die 13 und auch etliche andere Bahnen in Köln so unzuverlässig und schlecht getaktet sind. Auch wenn die kürzlich veröffentliche Studie der ZEIT recht oberflächlich die Qualität der Stadtbahnen untersucht hat, passt es natürlich ins Bild, dass die KVB den letzten Platz belegt hat und dabei zu den teuersten gehört. Wenn ich das mit anderen Großstädten vergleiche, in denen ich mitunter arbeite, kann ich diesen Eindruck leider nur bestätigen.
    Ich weiß, dass Sie (die sie das hier bearbeiten), nichts dafür können, aber vielleicht stellen Sie die Frage dann zu dienenigen durch, die mir etwas profundere Auskunft geben können und vielleicht Visionen haben, wie man Köln verkehrsmäßig endlich attraktiv machen kann. Denn Auto- und Radfahren (was ich meistens tue) ist auch nicht wirklich erquicklich in Köln. Ich freue mich über eine Antwort. Mfg

    • Haben Sie sich mal den Spaß gegönnt, der 13 auf ihrem gesamten Linienweg zu folgen? Wenn nicht, dann steigen Sie doch einfach mal am Sülzgürtel mit dem Fahrplan in der Hand ein und schauen mal, wo Sie an der Vischeringstraße am Ende herauskommen.

      Bereits an der Berrenrather Straße kann es mit der Verspätung bereits losgehen. Kreuzender Verkehr, der die Kreuzung blockiert, ein Kinderwagen der beim hineinheben irgendwo hängen bleibt oder ein freundlicher Fahrgast, der für einen heraneilenden mal eben kurz die Türen aufhält. Wenn es dann endlich weitergeht, ist die erste Minute womöglich schon weg.

      Überall, wo die Haltestelle dann vor einer Kreuzung liegt, muss die Bahn dann auf ihr Fahrsignal warten. Wenn das kommt, bleibt es nur für wenige Sekunden, hält dann wieder irgendwer die Tür auf, oder sie gehen einfach nur durch hohen Fahrgastandrang nicht rechtzeitig wieder zu, sind zwei Minuten Verspätung alleine an dieser einen Haltestelle schon vorprogrammiert. Nun gibt es jedoch entlang der Linie 13 überall genau so eine Haltestellenkonstellation und wenn es dann überall mit dem Fahrgastwechsel zu lange dauert, sind nach bereits fünf Haltestellen die 10 Minuten Verspätung voll.

      Was kann man dagegen machen? Nun die KVB erstmal überhaupt nichts. Die Stadt Köln könnte, entlang der Gürtelstrecke, für die 13, eine Ampelvorrangschaltung einrichten und die Bahnsteige anheben. Letzteres kommt garantiert noch, das Erstere scheitert jedoch meist daran, dass man im Rat dem Autoverkehr nicht allzusehr in die Schranken weisen will. Ein barrierefreier Zustieg würde die Fahrgastwechselzeiten drastisch verkürzen und eine Vorrangschaltung den Verkehr auf der Linie nicht nur pünktlicher machen, sondern auch beschleunigen. Doch all das ist alleine Sache des Kölner Stadtrats, der die dafür notwendigen Beschlüsse fassen muss.

      Ansonsten empfehle ich mal einen Blick in den Kölner Stadtplan. Wer sich mit Plänen und in der Geschichte ein wenig auskennt, der erkennt sofort, dass bereits die Römer die Stadt und das Straßensystem angelegt haben, dass heute immer noch gültig ist. Was die Römer damals nur nicht kannten, ist die Selbstverständlichkeit, mit der sich heute selbst die ärmsten in der Stadt durch die Stadt bewegen. Und so zwickt und zwackt das alte römische Korsett heute an so mancher Stelle, wo der aktuelle Verkehrsbedarf auf eine Verkehrsfläche trifft, die die Römer, damals nicht ganz so vorausschauend, viel zu klein angelegt haben.

      Vieles von dem alten Köln, mit seinen engen Straßen und Gassen ist vor, im und auch noch nach dem Krieg beseitigt worden. Doch etliches ist halt heute immer noch zu eng und wird es auf absehbarer Zeit auch bleiben, denn Köln ist nun mal auch eine historisch gewachsene Stadt die sich immer nur anhand ihrer Geschichte weiterentwickeln wird und kann.

    • Kölner Verkehrs-Betriebe AG

      Hallo Henk Drees,

      dass die 13 nicht immer pünktlich ist, kenne ich selber nur zu gut. Die Problematik ist aber bereits viel besser geworden, seitdem die Kollegen der Fahrplanung zum Fahrplanwechsel im Dezember letzten Jahres einen Umlauf mehr eingeplant haben. Es ist Ihnen vielleicht schon mal aufgefallen, dass am Sülzgürtel jetzt meist beide Gleise belegt sind, das war vorher nicht der Fall. Durch den weiteren Umlauf haben die Fahrer nun an den Endhaltestellen mehr Wendezeit, wodurch Verspätungen besser ausgeglichen werden. Allerdings ist es derzeit aus Kapazitätsgründen nur möglich, diesen zusätzlichen Umlauf zwischen 8-20h anzubieten. Dass auch bereits zwischen 7-8h auf der 13 viel los ist, ist uns auch bekannt. Gründe, warum es immer wieder zu Verspätungen kommt, sind mitunter dann doch andere Verkehrsteilnehmer, sowohl in den Bahnen selbst als auch Autos, z.B. auf dem Gürtel, die an der Dürener Straße abbiegen. Da kommt es gerne zur Rückstaus, die dann auch die Bahn aufhalten. Desweiteren passiert die 13 sehr viele Kreuzungen. Das bedeutet: ein verpasstetes Signal, weil noch jemandem die Tür aufgehalten wird, und zack, da ist schon wieder eine Minute Verspätung drauf, bis das nächste Signal genutzt werden kann. Das summiert sich. Im Rechtsrheinischen teilt sich die 13 sehr wohl die Strecke auch mit einer anderen Linie, nämlich der 3 und der 18 – wenn auch nur kurz. Das sind alles mögliche Gründe für Verspätungen, die auch den Betriebsablauf für die KVB stören, Ablöseketten kaputt machen, etc. – und auch von uns gern vermieden werden würden. Wir nehmen Ihren Hinweis gerne auf und prüfen, ob wir die Situation auf der 13 auch in den frühen Morgenstunden verbessern können – sobald die Kapazitäten es zulassen. Was die Anzeiger und die Informationen darauf angeht, so arbeiten wir derzeit an einer Verbesserung unseres Systems, da kurzfristige Ausfälle leider noch nicht dargestellt werden können – nur im Laufticker unten. Dies führt dann zu den sogenannten „Geisterbahnen“. Für eine verkehrliche Gesamtverbesserung ist die Stadt Köln der richtige Ansprechpartner.

      LG, Regina Weiß

  • Autorenbild' Markus

    Was eine quatsch Begründung dass die 13 nachts nicht fährt !!! Wenn es der kvb wichtige wäre dass man Nachts nicht so lange warten muss, dann soll sie doch bitte mehr Nachtbahnen einstellen anstatt welche zu streichen. Es gibt auch Menschen die tangential den Gürtel entlang fahren wollen und dadurch auf radiale Bahnen zurückgreifen müssen was zu erheblichen Fahrtzeitverlängerungen von über einer halben Stunde führt.
    Merkste selber, dass die Rechnung nicht auf geht, wa ?!

    • Hallo Markus,

      dass die 13 im Nachtverkehr nicht fährt, ist in diesem Artikel eigentlich gut begründet worden. Man kann diese Linie einfach nicht so in den Nachtverkehr einbinden, dass die Anschlüsse überall garantiert werden können, denn dafür sind das einfach zu viele. Und ich persönlich fahre lieber mit Anschlussgarantie durch die Stadt, als an irgendeiner Gürtelhaltestelle den Anschluss zu verpassen und dann womöglich eine halbe Stunde im Regen oder in der Eiseskälte zu stehen. Das kann man jetzt einfach einsehen oder man es auch lassen. Nur wenn man es lässt, sollte man vorher vielleicht über die Begründung die eindeutig dagegen spricht noch einmal gründlicher nachdenken, womöglich löst sich die ganze Kritik dan nämlich in Luft auf.

  • Anmerkung zu den Haltestellen der Linie 13 im Mischbetrieb mit der Niederflurlinie 7:

    Aachener Straße/Gürtel: Bau einer Haltestelle auf der Aachener Straße, stadteinwärts, für die Linien 7 und 1.
    An dieser Haltestelle können dann auch die Stadteinwärts ausrückenden Niederflurbahnen aus dem Betriebshof West (Brausfeld) halten. Die Haltestellen der Linie 13 wären dann frei von Niederflurlinien und Ausrückern und könnten damit auf 90 cm angehoben werden. Ausrückende Züge, Richtung Stadion, Weiden, bekommen entweder eine Haltestelle gegenüber der derzeitigen Haltestelle der Linie 1 Stadteinwärts oder beginnen eben erst an der Haltestelle Maarweg. Da das nur relativ wenige Fahrten am Tag überhaupt betrifft, die obendrein noch nicht einmal im veröffentlichten Fahrplan stehen, kann man damit wohl gut leben.

    Haltestelle Wüllner Straße:
    Bau eines Hochbahnsteigs, jeweils gegenüber des derzeitig genutzten Niederflurbahnsteigs. Platz ist dort genug vorhanden und wenn man den Bahnsteig ähnlich konstruiert, wie am Sülzgürtel, muss man dafür auch nicht sämtliche Bäume Fällen, die dem Bahnsteig im Weg stehen.

    Dürener Straße Gürtel:

    Zwei Möglichkeiten:

    Erste Möglichkeit:
    Ein Mittelbahnsteig auf der Dürener Straße nimmt die Linie 7 auf. Das wird jedoch eng, wäre aber möglich, in dem man den ganzen Straßenraum dort deutlich großzügiger gestaltet und dafür dem Stadtwald ein kleines Eckchen abknipst. Nachteil, lange Umsteigewege zwischen Linie 7 und Linie 13, Staugefährdung der Linie 7 in Richtung Stadteinwärts.

    Zweite Möglichkeit:
    Abriss des Kiosks und Verlegung des Taxihalteplatzes auf dem Stadtwaldgürtel. Abriss des Bahnsteigs in Richtung Sülzgürtel. Leider müssen hier dann auch ein paar Bäume auf dem Gürtel weichen.
    Aufweitung des Gleises, damit ein 90 cm hoher Mittelbahnsteig zwischen die Gleise passt. Neubau eines 35 cm Niederflurbahnsteigs. Das ergibt dann eine Haltestellenkonstruktion, an der die Züge der Linie 13 links die Türen öffnen und die Züge der Linie 7 rechts. Wenn man die Steuerung der Türen entsprechend umbaut, könnte die 13 auch an dieser Haltestelle rechts auf „Mitte“ und links auf „Hoch“ öffnen, damit die Umsteiger zur Linie 7 nicht zwingend die Bahnsteige wechseln müssen. Das müssen dann nur noch die machen, die auf Barrierefreiheit angewiesen sind.

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