Verkehrswende bleibt das große Ziel

Schwierige Rahmenbedingungen sorgen derzeit für eine unbefriedigende Betriebsqualität.

Wer in den vergangenen Wochen und Monaten mit unseren Bussen und Bahnen unterwegs war, der wird oft genug festgestellt haben, dass unsere Betriebsqualität alles andere als zufriedenstellend war – für unsere Fahrgäste, aber auch für uns selbst.
Unser Anspruch ist es, die Stadt und ihre Menschen mobil zu halten. Das gelingt uns über weite Strecken, aber nicht immer in der gewünschten Stabilität und Verlässlichkeit.

Und zwar vielfach aufgrund von äußeren Faktoren, auf die wir nur bedingt Einfluss haben.

Daher sollen an dieser Stelle die schwierigen Rahmenbedingungen beschrieben werden, unter denen sich das #TeamHerzschlag Tag für Tag mit großem Einsatz den aktuellen Herausforderungen stellt. Vor diesen Herausforderungen stehen wir als KVB übrigens nicht alleine, sondern sie betreffen viele Nahverkehrsunternehmen vor allem in großen Städten. Wir wollen keineswegs die Probleme kleinreden oder den Fokus von unseren Aufgaben ablenken doch der Blick über den Tellerrand ist notwendig, um zu einer realistischen Einschätzung und Beurteilung der Situation zu kommen.

Angespannte Personalsituation und mangelnde Fahrzeugverfügbarkeit

Es sind vor allem zwei Themen, die uns derzeit zu schaffen machen: Die seit längerem bekannte und nach wie vor angespannte Personalsituation, und zunehmend die Fahrzeugverfügbarkeit sowie die Ersatzteilbeschaffung. Hinzu kommt eine ungewöhnlich hohe Zahl von Unfällen und Pkw, die sich ins Gleis verirren. Auch das sind Faktoren, die den Fahrplan zum Teil heftig aus dem Takt bringen und für Verspätungen oder Ausfälle sorgen – und damit für Verärgerung bei unseren Fahrgästen. Zunächst zum Personal: Uns fehlen nach wie vor Fahrerinnen und Fahrer für Bus und Bahn – ungefähr 60 sind es im Moment. Trotz aller Anstrengungen unserer Personalabteilung haben wir noch nicht wieder genügend Mitarbeitende an Bord, um das komplette Fahrplanangebot stemmen zu können.

Karrierebus im Einsatz

Mit dem KVB-Karrierebus machen wir ein niederschwelliges Angebot, um neue Fahrerinnen und Fahrer zu gewinnen.

Wir haben 2023 eine großangelegte Recruiting-Offensive gestartet, um neue Mitarbeitende für das Unternehmen zu gewinnen.

Mit dem Einsatz eines Karrierebusses, mit Bewerbertagen, Online-Informationsveranstaltungen, Kino-Spots und einigen Aktivitäten mehr haben wir neue, niederschwellige Angebote gemacht, um für sich als attraktive Arbeitgeberin zu werben. Zudem wurden die Fahrschul-Kapazitäten ausgebaut. Aber auch da wird es zunehmend schwieriger, geeignete Bewerber in ausreichender Zahl zu finden – die dann, das kommt hinzu, auch die Ausbildung durchstehen und unser Team langfristig verstärken.

Es zeigen sich erste Erfolge all dieser Maßnahmen, aber sie sind noch nicht so durchschlagend, dass sie unsere Personalprobleme nachhaltig lösen. Die Zugänge durch die Fahrschulen gleichen derzeit lediglich die Abgänge aus, wir registrieren im Moment noch keinen wirklich spürbaren Personal-Zuwachs. Die Recruiting-Maßnahmen werden in diesem Jahr fortgesetzt und intensiviert, wir brauchen da einen langen Atem.

Neben der Recruiting-Kampagne haben wir auch andere Maßnahmen ergriffen, um die Zufriedenheit und damit die Motivation der Kolleginnen und Kollegen im Fahrdienst zu verbessern – und damit langfristig hoffentlich auch die Stabilität unseres Fahrplanangebotes. So haben wir begonnen, die Dienstpläne für die Kolleginnen und Kollegen zu überarbeiten und Entlastungen zu schaffen, indem wir beispielsweise die Ruhezeiten zwischen den Diensten planerisch erhöht und das Angebot eines neuen Dienstturnus mit weniger Arbeitstagen am Stück zum 1. Januar 2024 unterbreitet haben.

Angepasster Fahrplan

Bereits im Sommer 2022 haben wir unser Busangebot vorübergehend angepasst, um den Fahrgästen wieder einen verlässlichen Fahrplan zu bieten und die Zahl der ungeplanten personalbedingten Ausfälle so weit wie möglich zu reduzieren. 2023 wurde auch der Fahrplan der Stadtbahn entsprechend angepasst. Unser Ziel ist es, unser Fahrplanangebot wieder zu erhöhen, sobald Personal- und Fahrzeugsituation dies erlauben. In einem ersten Schritt fährt die Linie 5 bereits seit September statt im 20-Minuten-Takt wieder im 10-Minuten-Takt.

Am 8. Januar hat auch die Buslinie 172 wieder den Normalbetrieb aufgenommen.

Damit nimmt die KVB eine weitere temporäre Reduzierung ihres Fahrplanangebotes zurück. Im Übrigen wird der aktuelle Fahrplan – der zwar reduziert, aber keineswegs ein Notfahrplan ist, wie oft behauptet wird – auch im Jahr 2024 beibehalten.

Designstudie NF 12

Die Auslieferung unserer neuen Niederflur-Fahrzeuge verzögert sich um bis zu 30 Monate

Dass wir noch nicht, wie wir es eigentlich gehofft hatten, den gewohnten Fahrplan anbieten, hängt auch mit dem zweiten großen Thema zusammen: der Fahrzeugverfügbarkeit. Eigentlich sollten bereits 2023 die ersten beiden Vorserienfahrzeuge unserer neuen Niederflur-Generation geliefert werden, die bei uns unter den Kürzeln NF12 bzw. NF6 geführt werden.

Aus Gründen, die der Hersteller, ein Weltkonzern, zu verantworten hat, verzögert sich die Auslieferung aktuell gemäß Herstellerangaben voraussichtlich um bis zu 30 Monate.

Von den Lieferschwierigkeiten sind inzwischen Kommunen deutschland- und europaweit betroffen. Es ist für uns völlig unverständlich, dass große, weltweit agierende Konzerne nicht den Eigenanspruch besitzen, vertragskonform zu liefern. Wir haben die uns zur Verfügung stehenden vertraglichen Möglichkeiten ausgeschöpft. Darüber hinaus können wir nur geduldig mit den Produzenten verhandeln.

Mitarbeitende der Hauptwerkstatt

In unserer Hauptwerkstatt müssen die alten Niederflurbahnen für einen zweistelligen Millionenbetrag ertüchtigt werden

Alte Stadtbahnen müssen ertüchtigt werden

Das hat zur Folge, dass wir unsere Niederflurbahnen der Baureihe K4000 ertüchtigen müssen, damit sie länger als geplant durchhalten – das kostet einen hohen zweistelligen Millionenbetrag und bindet erhebliche Werkstatt-Kapazitäten.

Denn die Fahrzeuge müssen für diese Arbeiten mehrere Monate in die Werkstatt und stehen in dieser Zeit nicht für den Fahrgastbetrieb zur Verfügung.
Darüber hinaus haben derzeit zahlreiche Lieferanten Schwierigkeiten, dringend benötigte Ersatzteile für die Reparatur vor allem von Stadtbahnen zu liefern. Uns stehen häufig keine neuen Ersatzteile zur Verfügung. Wir kannibalisieren teilweise sogar Fahrzeuge, die wegen eines Defektes in oder vor der Werkstatt stehen, um andere Fahrzeuge wieder fahrfertig zu machen. Unsere Teams in den Werkstätten leisten hier hervorragende Arbeit. Für uns alle sind die Lieferengpässe absolut unbefriedigend.

Unfälle, Falschparker und Pkw im Gleis bringen Fahrplan aus dem Takt

LKW steckt unter der Brücke fest und beschädigt die Oberleitung

Ein LKW beschädigt die Oberleitung.

Vor allem im November und Dezember wurde die Betriebslage zusätzlich durch ein extrem hohes Verkehrsaufkommen in der Stadt, durch eine Vielzahl von Unfällen, von Falschparkern, von Lastwagen heruntergerissenen Fahrleitungen und diversen Fahrzeugen im Gleis beeinträchtigt. Von Ende November bis Ende Dezember waren beispielsweise mehr als ein Viertel der Ausfälle bei Bus und Bahn auf solche Fremdeinflüsse zurückzuführen. Ein Beispiel: Im Jahr 2022 haben wir 90 Störungen registriert, die durch PKW im Gleis, durch Falschparker oder auch Unfälle in Gleisnähe verursacht wurden – im vorigen Jahr waren es 124. Eine deutliche Steigerung.
 

PKW im Gleis
Weiterer PKW im Gleis

Immer wieder bringen Autos, die sich ins Gleisbett verirren, unseren Fahrplan aus dem Takt

Und wir können die Ursachen dieser Störungen oft nicht selbst beheben: Beim Abschleppen von Autos sind wir beispielswiese auf die Unterstützung des Ordnungsamtes und auf Abschleppunternehmen angewiesen. Das kostet Zeit und bringt unseren Takt meist gehörig durcheinander.

Abbrucharbeiten Mülheimer Brücke

Die siebenmonatige Sperrung der Mülheimer Brücke bedeutet für unsere Stadtbahnen eine besondere betriebliche Herausforderung.

2024 kommen weitere Belastungen auf die Betriebsqualität zu

Und das neue Jahr hält zusätzliche Herausforderungen bereit – zum Beispiel die geplante siebenmonatige Sperrung der Mülheimer Brücke für unseren Stadtbahnbetrieb ab April. Um den Bus- und Stadtbahnbetrieb in dieser Zeit aufrechterhalten zu können, bedarf es eines erheblich größeren Personalaufwandes.

Dieser liegt im Stadtbahnbereich beispielsweise im zweistelligen Bereich. Auch zur Fußball-Europameisterschaft im Sommer wollen wir gerüstet sein, um die Fans auf dem Weg zu den Spielstätten und geplanten Fan-Bereichen mobil zu halten.
Der Oktober/November wird zudem geprägt sein von einer Sperrung der Deutschen Bahn zwischen Mülheim und Deutz – auch diese Fahrgäste werden auf die KVB umsteigen.
Vor Beginn der Bauarbeiten und der Trennung der Stadtbahnlinien werden wir den Fahrplan so anpassen, dass er all den beschriebenen Gegebenheiten Rechnung trägt.
Die beschriebenen Herausforderungen für unsere Betriebsqualität ändern nichts an unserer grundsätzlichen Strategie: Wir wollen die Verkehrswende in Köln gestalten und vorantreiben. Darauf zielen alle unsere Anstrengungen, trotz dieser anspruchsvollen Rahmenbedingungen.

Die Fotos im Beitrag wurden von Stephan Anemüller, Christoph Seelbach, Christian Seiter, Almuth Elhardt/Bildschön&KVB und Mitarbeitenden der Fahrleitungstechnik KVB aufgenommen.
 
Wer Interesse an weiteren Beiträgen hat, findet sie hier:

Das #TeamHerzschlag braucht Verstärkung

Auf Umwegen zur KVB

Bauen für die Verkehrswende

Voll neben der Spur: PKW im Gleis

Signale und Zeichen der KVB – eine Einführung

42 Kommentare

  • Jochen Auinger

    Liebe Kollegen, habt ihr euch schon mal überlegt, warum wir so einen akuten Fahrernmangel haben und warum es keine mehr wirklich lange hier aushält?
    Das wäre vielleicht mal ein erster Ansatz, um neues Personal zu bekommen und zu halten
    In diesem Sinne liebe Grüße von einem Fahrer Kollegen 😊

    • Hallo Jochen, wir wissen, dass noch einiges an Optimierungsbedarf besteht! Es wird aber auch weiterhin an Maßnahmen gearbeitet, um Entlastungen zu schaffen (wie beispielsweise die Ruhezeiten zwischen den Diensten zu erhöhen). Wir hoffen daher, dass sich auch da einiges tun wird. Liebe Grüße aus dem Social Media Team von Alex

  • Willi Riphahn

    Liebe KVB
    Das es Störungen und Ausfälle gibt ist nachzuvollziehen, das man es aber nicht schafft das App und Anzeigetafel verlässlich anzeigen das Bahnen fahren oder ausfallen ist nicht OK.
    Auch das Störungen nicht mehr in der App angezeigt werden ist ärgerlich.
    Genauso das man auf Beschwerden Letzt endlich ausser “ Wir haben die Bescheide an die Fachabteilung weiter geleitet “ keine Antwort bekommt.
    Mfg Willi Riphahn

    • Hallo Willi, wir zeigen nur die Fahrten an, die auch wirklich stattfinden. Störungen werden aber in der App unter „News“ oder auf der Website kommuniziert. Dort stehen aber keine generellen Ausfälle oder Verspätungen, nur Störungen. Hast du vielleicht ein Beispiel für uns, wo das nicht so war? Wir geben deinen Hinweis gerne weiter. Auf welche Beschwerde fehlt dir denn noch eine Antwort? VG, Kristina

      • Silvia L.

        das mit der App stimmt eben nicht, in den“News“ werden schon seit Wochen keine anständigen und aktuellen Daten mehr angezeigt

    • Kunde C.

      Liebe KVB,

      ich kann Willi Riphahn nur zustimmen. Wenn wenigstens die Anzeigetafeln stimmen würden, wäre viel getan.

      Beispiel: Hürth-Hermülheim, Linie 18. Gerade in Zeiten, wo viele Fahrten verzögert stattfinden oder ausfallen, ist eine Kommunikation darüber essentiell. Menschen verlassen sich auf den Fahrbetrieb, und sind verlassen.
      Ich kann hier kein Datum nennen, aber es gibt viele, und ich hatte mich auch seinerzeit übers Support-Formular gemeldet und keine Rückmeldung erhalten. Und irgendwann gibt man auf.

      Es werden Bahnen angezeigt, die nicht kommen, und Bahnen kommen nicht, die angezeigt werden. Das bitterste Beispiel ist exakt so passiert: im Berufsverkehr komme ich zur Haltestelle und sehe: drei Bahnen fallen aus. Ärgerlich genug. Ich verlasse den Haltepunkt, stehe 50 Meter entfernt beim Bäcker, dann schließen sich die Schranken und eine Bahn fährt ein, die ich natürlich nicht mehr erwische.
      Dann fahre ich in die Gegenrichtung, um nicht in der Kälte zu stehen – meiner nächsten Bahn entgegen – weil die ja erst in dreißig Minuten kommen soll. Was kommt in dem Moment, wo ich losfahre? Die nächste, als ausgefallen angezeigte Bahn in meine Wunschrichtung. Großartig! Ich steige eine Station weiter aus, schwöre mir, so lange am Haltepunkt zu bleiben, bis eine Bahn kommt. Egal wie kalt es ist, egal ob es regnet oder nicht. Was kommt? Keine Bahn. Für weitere 35 Minuten.

      Kommunikation ist wichtig. Die elektronischen Anzeigetafeln sind das Geld nicht wert, was sie kosten. Die Software dahinter ist Schrott. Man meint, die KVB wisse nicht, wo ihre Züge unterwegs sind, welche wirklich ausfallen, und welche wirklich kommen. Es ist blamabel.

      Wie gesagt: Bahnen können ausfallen. Aber eine Linie 18 ist aller Wahrscheinlichkeit nach schon 35 Minuten vor Ankunft in Hürth in Bonn losgefahren. Das weiß man doch. Das kann man mitteilen. Dann warte ich halt zuhause und gehe später los. Aber wie so häufig: laut App ist alles pünktlich unterwegs. Das macht einen sehr skeptisch, denn das ist normalerweise nie der Fall.

  • Franz

    Wer weiß, wie viele Menschen gerne zum Team gehören würden, aber nicht die absurde Anforderung von drei Jahre kontinuierliche Berufserfahrung erfüllen können.
    Ist das nicht eine überzogene Forderung? Ist eine Person, die drei Jahre hintereinander nicht gearbeitet hat, nicht arbeitswillig?

    • Hallo Franz, ich gehe mal davon aus, dass die Kollegen im Personal auch Gründe für dieses Auswahlkriterium haben und das nicht einfach eine willkürliche Anforderung ist. VG, Kristina

      • Lukas M.

        In diesem Zusammenhang möchte ich eine Frage stellen. Kann eine im Ausland geleistete Arbeit auf die Anforderung angerechnet werden oder muss sie in Deutschland geleistet worden sein? Vielen Dank

      • Nils Grote

        In anderen deutschen Großstädten ist es üblich, dass in Bus und Bahn auf den Anzeigen im Fahrzeug die nächsten Umsteigemöglichkeiten live dargestellt werden. Dies ist ja gerade bei unzuverlässigem ÖPNV Betrieb sinnvoll. Bei der KVB steht häufig nur „Auf diesem Monitor können aktuell keine Informationenn angezeigt werden.“ wenn der Bildschirm mal was anzeigt, dann stehen da nur die nächsten Haltestellen. Fehlen hier auch Ersatzteile? Nein, sind ja neue Anzeigen. Fehlt hier auch Personal? Nein, es sollte automatisiert funktionieren.

  • Vanbeselaere Ronald

    Schaut euch mal die Sauberkeit, Sicherheit, Trinkgelage, Essen, viele Gäste benehmen sich wie Wilden, keine Kontrollen mehr , Horrorpreisen .. usw. Da wundert Ihr euch das viele lieber nicht mit der KVB fahren.

  • Klaus Schlosser-Kasimir

    Die aufgezwungennen Sparmaßnahmen der Politik in den letzten 25 Jahren lassen sich nicht von heut auf morgen ungeschehen machen. Was im Fahrdienst eingespart wurde war schon heftig und jetzt ist das Dilemma groß. Neues Fahrpersonal zu finden ist nicht schwer, es zu halten ist die Herausforderung. Da dieFluktuation sehr hoch ist besteht hier noch erheblicher Bedarf an Nachbesserungen.
    Wenn „Beruf und Familie“ im Fahrdienst etwas konsequenter umgesetzt werden würde, könnte dies die Fluktuation abmildern. Aber so wie es mit Beruf und Familie im Fahrdienst aussieht ist das gleich null.

  • Boris

    Der Fisch stinkt bekanntlich vom Kopf. Liest man sich beispielsweise durch die Kununu Bewertungen, so wird man sich nicht über einen extrem hohen Krankenstand wundern. Ob meist recht teure Recruiting und Social Media Kampagnen bei einer derartigen Schieflage gegensteuern können wage ich zu bezweifeln.

  • XXX

    Liebe KVB, fangen Sie doch einfach mal an mit Mitarbeitermotivation. Ein Familienmitglied arbeitet bei Ihnen und wenn diese Erzählungen höre, kann ich nur den Kopf schütteln und muss sagen, Sie machen sich doch Ihre Probleme selber. Nur leider geht das zu Lasten Ihrer Kunden.

  • Anonym

    Wieso lasst ihr nicht wie in anderen Städten Studenten die Bahnen fahren? Ich würde gerne als Student bei euch arbeiten als Zugführer.

    • Wir suchen auch immer wieder eingeschriebene Studierende im Fahrdienst, die dann speziell z.B. zu den Stadiondiensten eingesetzt werden. Aktuell suchen wir da aber leider keine. VG Carola

    • Joe

      Unerfahrene junge Leute ohne richtige Fahrerausbildung am Steuer einer Bahn… Klingt nicht gerade nach einer guten Idee.

      Alter schon mal nachgedacht, das in der Bahn über 200 Menschen sitzen und man als Fahrer ganz schön Verantwortung trägt?

      Als Fahrer muss man ja alle Signale kennen und sich auch mit der Bedienung der Fahrzeuge auskennen sowie Streckenkenntnis haben. Das kann man nicht mal einfach so in ein paar Wochen nebenbei erlernen.

      Also ich würde ja als Unternehemen keine jungen Leute ohne richtige Fahrerausbildung und ohne Erfahrung etc. in den Fahrerstand setzen. Das Risiko von Unfällen usw. ist da einfach zu groß.

      Wenn man sich für den Job als Bahnfahrer interessiert, dann kann man doch gleich eine Ausbildung machen oder sich als Quereinsteiger bewerben.

  • TrainfreakCologne

    Zum NF12
    Die Probleme mit der Lieferverzögerung bei Neufahrzeugen sind ja irgendwie jetzt nix neues. Schon beim HF6 (5300er) gabs Lieferverzögerungen von über einem Jahr.

    Der Hersteller der NF12er ist übrigens Alstom. Oder besser gesagt noch ehemals Bombardier, die hatten z.B. die K4000er, K5000er und K4500er geliefert.
    Mit den Bombardier Fahrzeugen hatte man jetzt nicht so gute Erfahrungen gemacht, was die Langlebeigkeit betrifft. Trotzdem hatte man den HF6 wieder bei Bombardier bestellt. 2021 wurde Bombardier dann von Alstom übernommen. Ein Großteil der ehemaligen Bombardier Produktion wird jetzt von Alstom betrieben. Die HF6er wurden dann unter dem Namen Alstom ausgeliefert.

    Den NF12 hatte man dann bei Alstom bestellt. Verzögerungen von mehr als 2 Jahren (30 Monaten) sind schon echt krass. Einfach unglaublich, das man sowas als Schienenfahrzeughersteller bringt.

    Aber so hat die KVB immerhin genug zeit, die Werkstätten umzubauen/zu erweitern. Denn die NF12 sollen ja 60m lang sein. Das passt ja nicht auf die vorhandenen 30m Gleise z.B. in der Hauptwerkstatt.

    • Anonymous

      Die NF12 sind, wie in Hannover die TW 3000 in der Mitte in der Werkstatt teilbar. Damit können diese Fahrzeuge dann auch wie gewohnt gewartet werrden. Sie werden zur Wartung genauso getrennt wie jetzt die Doppelzüge auch. Der Aufwand ist nur etwas größer, weil eben auch der Faltenbalgübergang am Übergangsende getrennt werden muss.

      • TrainfreakCologne

        Dann wäre es ja ähnlich wie bei den U5-50 Wagen. 2 Halbzüge ergeben einen langen Vollzug. Zurzeit fahren ja auch die K4000er als Doppeltraktion.

        Bei den 5300er (HF6) sowie die 2200er und 2400er sind unechte Zweirichtungswagen mit nur einem Fahrerstand und am anderen Ende ein Notfahrerstand. Die NF12er müssten demnach ähnlich aufgebaut sein, nur das halt am anderen Ende dann so ein offener Übergang mit Kuppelung wie beim U5-50 oder TW2500 sein müsste.
        Die 2 Halbzüge wären dann technisch gesehen 2 gekuppelte Wagen, die auch (zum rangieren) einzeln fahren könnten. So hat man das in Frankfurt mit der U5-50 gelöst. Hier sieht man noch mal ein Bild von diesem „Übergang“ mit Kuppelung bei den U5-50 https://www.vgf-ffm.de/de/die-vgf/fuhrpark/stadtbahnen/typ-u5#pid=1

        Es gibt insgesamt 124 K4000er also müssten es auch 124 NF12 Halbzüge sein aber es wird immer von 62 NF12ern gesprochen. Sind dann da die Vollzüge gemeint? Etwas verwirrend das ganze generell sieht man auf den Bildern zum NF12 recht wenig von dem „Übergang“ in der Mitte

  • Guenther

    Vieles in dem Artikel stimmt auch, aber die KVB ist natürlich nicht ganz unschuldig an den Problemen.

    Die Probleme mit dem Fahrpersonal (Personalmangel und Krankenstand) sind ja schon länger ein Thema. Bei sowas hätte man schon vor Jahren gegensteuern müssen. Aber wirklich interessiert hat das bis jetzt keinen.
    Grundsätzlich müssten sich die Arbeitsbedingungen im Fahrdienst verbessern und der Beruf attraktiver werden. Mit Werbesprüchen und diesen Werbeaktionen wird man nicht weit kommen. Das ist rausgeworfenes Geld, welches man woanders besser nutzen könnte.

    Auf der einen Seite macht man halt extra viel Werbung und diese „Bewerbertage“ in den Betriebshöfen, aber auf der anderen Seite spart man noch bei der Ausbildung von den doch so dringend benötigten Fachkräften. Es werden ja auch Mitarbeiter für die Werkstätten und Betriebshöfe ausgebildet. Ohne sie würde ja keine Bahn oder Bus fahren. Auch hier werden zukünftig viele neue Leute gebraucht.

    Hier spart man scheinbar echt viel ein. Die ganze Situation ist ein wenig seltsam.
    Statt eine eigne Lehrwerkstatt zu haben, mietet die KVB Räume von der RheinEnergie an. Einfach nur Peinlich für so ein großes Unternehmen. Anscheinend ist die Ausbildung von Technischem Personal wohl doch nicht so wichtig als das sich eigene Räume für die Ausbildung lohnen würden. Schon seit Jahren wird das so gemacht. Niemand hat bisher was an dieser Sparpolitik geändert.

    So wie beim Fahrdienst wirds auch beim Technischen Personal auf den Werkstätten und Betriebshöfen in absehbarer Zeit ähnliche Probleme geben. Viele alte Mitarbeiter gehen und es gibt nicht genügend neue. Da kann mir keiner sagen, das die KVB dann dort nicht mit schuld ist.

  • Karl Behrendt

    Das stimmt Leider!
    Beschwerden werden weitestgehend von der KVB ignoriert und Nicht beantwortet.
    Das ist wirklich sehr schwach.
    Und dauernd gibt es Probleme mit der sehr unzuverlässigen Linie 18 zwischen Hürth und Köln zur Arbeit und zurück oder nach Brühl oder Bonn privat.

    Es ist wirklich nur noch schlimm!!!

  • Busfreak99

    Gibts wegen dem GDL Warnstreik dann Verstärkerbusse und zusätzliche Bahnen? Denn die DB fährt nicht und viele Fahrgäste werden statt die S-Bahn oder den Regionalexpress halt die Stadtbahnen und Busse nutzen. Es wird sehr voll werden.

    Ohne Verstärkerfahrten wird mal schön viel spaß haben mit den Türen die nicht zu gehen weils zu voll ist.
    Es wird sich stauen beim ein und aussteigen und dann sammelt die Bahn oder der Bus an jeder Haltestelle extra Verspätungsminuten. Am Ende sind dann ja wieder die Fahrgäste schuld…

    Man hätte ja nicht ahnen können, das wegen dem Warnstreik mehr Leute mit den Stadtbahnen und Bussen fahren. Und dann Verstärkerfahrten machen können. Einfach mal weiterdenken würde ich da sagen.

  • Peter Hahnmann

    Hallo zusammen,
    bei allem Verständnis für externe Störungsursachen. Es gibt nur leider so viele Situationen, wo der Fahrplan einfach nicht funktioniert. Guck euch, liebes KVB-Team, doch einfach mal die abendlichen Fahrten zwischen ca. 21 und 23 Uhr von der Innenstadt Ri. Thielenbruch an. Um diese Zeit sind meist die Bahnen, die aus Bonn kommen (alle 30 Min), mit 5 bis 10 Min Verspätung unterwegs. Da passt die Fahrzeit einfach nicht. Genauso die Gegenrichtung: Guckt euch bitte die Fahrzeiten der 18 von Thielenbruch Ri. Innenstadt an, die passen auch nicht (da zähle ich noch nicht mal die Baustelle an der Mülheimer Brücke mit). Wenn ich morgens gegen 05:30 Uhr an der Haltestelle stehe, kommt die 18 IMMER zu spät.
    Es vergeht wirklich kein Tag, wo die Bahnen nicht in unregelmäßigen Zeitabständen kommen. Wie oft ich mittlerweile zu Fuß gehen muss, weil die nächste Bahn erst in 30 Min kommt. Man kommt nicht mehr pünktlich zur Arbeit, Termine können nicht mehr eingehalten werden, Anschlüsse werden verpasst usw.
    Und was in meinen Augen noch hinzukommt, sind die mittlerweile verdreckten Stationen, dort stinkt es nach Urin, unangenehme Lagerei dort, offener Drogenkonsum in den Stationen.
    Warum funktioniert nur noch in gut der Hälfte der Bahnen überhaupt die Heizung?
    So gestaltet man in meinen Augen keine Verkehrswende. So gewinnt man weder neue Kunden, noch ist das ein Aushängeschild für den ÖPNV. Hier wird leider so viel Potential verspielt. Das finde ich wirklich traurig.

  • Pierre

    „Wir wollen keineswegs die Probleme kleinreden oder den Fokus von unseren Aufgaben ablenken“ aber….

    wenn man mal ohne Verspätung zur Arbeit kommt, dann ist das inzwischen die Ausnahme.
    Zurück muss man auch kreativ werden…

    Kommunikation des Grauens.

    Bahnen die in 2 Minuten kommen sollen, verschwinden auf einmal und fahren offenbar einen anderen Linienweg (das war vor 2 Minuten noch nicht bekannt?)

  • Schüler

    Hey, ich bin Schüler und mein Schülerticket wird doch ab 1.2.24 auf das Deutschlandticket Schule umgestellt, aber ich habe noch keine Chipkarte und der 1.2 ist ja schon am Donnerstag. Werden die noch verschickt?

    MfG

  • Oliver Klawikowski

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    vielen Dank für die Einblicke.

    Was ich bei der Unternehmenskommunikation der KVB schade finde, ist die Tatsache, dass Fehler im ersten Satz zwar eingestanden werden, um im zweiten Satz dahinter sofort wieder relativiert zu werden mit dem Hinweis auf externe Faktoren etc.
    Ich verstehe z.B. nicht die Aussage, warum es sich beim aktuellen Fahrplan um keinen „Notfahrplan“ handeln sollte, wo doch auf den fahrgaststärksten Linien je nach Tageszeit jede 2. Fahrt ausfällt. Vielmehr scheint die Not im Unternehmen sehr groß zu sein, wenn eine Lieferverzögerung von 2,5 Jahren dazu führt, dass sehr große Teile der Niederflurflotte saniert werden oder gar andere Fahrzeuge als Ersatzteilspender herhalten müssen.

    Keine Frage, eine Lieferverzögerung von 30 Monaten ist ärgerlich. Wenn man aber bedenkt, dass es sich „nur“ um 2,5 Jahre (im Vergleich eines Fahrzeuglebens von 30-40 Jahren) handelt, habe ich schon den Eindruck, dass hier in der Vergangenheit entweder voll auf Verschleiß gefahren wurde oder die Bestellung zu spät ausgelöst wurde. Es ist ja nichts Neues, dass sich Bestellungen von Straßenbahnen, Zulassung durch die TAB, Inbetriebnahme etc. über sehr lange Zeiträume hinziehen können.

    Mir scheint es so, als wäre über sehr viele Jahre an sehr vielen Unternehmen gleichzeitig gespart wurde (Neubeschaffung, Werkstatt, Fahrer) und die Probleme jetzt so geballt und gleichzeitig auftauchen, dass man sie kaum singulär lösen kann. Wenn externe Effekte wie Corona etc. oder ein Fahrermangel der Gesamtbranche hinzukommen, macht es das zwar nicht viel besser, aber es muss nicht immer ursächlich sein.

    Ich gebe Ihnen in dem Punkt Recht, dass es auch Reduzierungen der Verkehrsleistungen in vielen anderen Verkehrsunternehmen gab oder gibt. Allerdings gibt es auch weiterhin Unternehmen, wie z.B. die Stuttgarter Straßenbahnen, die auch ohne eine Reduktion des Fahrtenangebotes auskommen oder wieder nahezu den Regelfahrplan fahren.

    Viele Grüße
    Oliver Klawikowski

  • Max

    Letzten Samstag hatte ich einen ziemlich rabiaten Fahrer auf der Linie 7 richtung Zündorf gehabt. Anfahren und Bremsen war da sehr abrubt als würde der immer gleich den Hebel „auf den Tisch knallen“
    Nicht ungefährlich und vor allem sehr unkomfortabel diese Fahrweise. Auch sicherlich nicht gut für den Fahrzeugverschleiß wenn man immer sehr hart beschleunigt und bremst.

    Ich bin von Neumarkt bis Porz Markt gefahren, Die Ankunft in Porz war gegen 22:45, die Wagennummer war4564, Fahrtrichtung Zündorf.
    Ich hoffe, das reicht um den Fahrer zu ermitteln und das der dann wieder Fahrstunden nehmen muss denn eine Bahn ist kein Autoscooter.

  • Franz Diedenhofen

    Sie wollen doch nur den Fahrer schlecht machen.
    Dann fahren sie doch besser.
    Oder hat man Sie als Fahrer für die Ausbildung abgelehnt.

  • Franz Diedenhofen

    Hier geht es darum einen Fahrer in Misskredit zu bringen.
    Der Schreiber kann es als Fahrer ja besser machen.
    Vielleicht hatte er sich aber auch als Fahrer beworben und wurde nicht angenommen.

  • Peter

    Wichtig sind Investitionen in die Infrastruktur des Nahverkehrs. Ich lebe seit einigen Jahren in Barcelona. Hier hat sich der Autoverkehr aufgrund des Ausbaus des Nahverkehrs deutlich reuziert.
    Mehr Infos hier: https://www.barcelona-nahverkehr.info/ . Es gibt leider wenig deutschsprachige Seiten zu diesem Thema.

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