Linie 151: 25 Kilometer durchs Rechtsrheinische

WienerPlatz

Auf zahlreichen Buslinien ist die KVB in Köln unterwegs. Die längste von ihnen ist die Linie 151. Knapp 25 Kilometer führt sie durch das rechtsrheinische Köln von Porz Markt im Kölner Südosten bis zum Leverkusener Chempark nördlich der Kölner Stadtgrenze. Dabei passiert sie die Stadtbezirke Porz, Mülheim und Kalk. Die Linie verbindet zahlreiche Wohnquartiere mit Arbeitsstätten, Ausbildungseinrichtungen, Einkaufszonen. Aber auch Ausflugsziele können mit den Gelenkbussen erreicht werden. Begeben wir uns auf die Reise mit der Linie 151.

 

An der Haltestelle „Porz Markt“ im Kölner Südosten beginnt und endet die Linie 151, die über knapp 25 Kilometer durch das rechtsrheinische Köln führt.

An der Haltestelle „Porz Markt“ im Kölner Südosten beginnt und endet die Linie 151, die knapp 25 Kilometer durch das rechtsrheinische Köln führt.

Großstädtischer Linienweg

Bereits der Blick auf den Liniennetzplan verrät: Die 151 ist eine richtige Großstadtlinie. Sie führt nicht durch ruhige Vororte und beschauliche Grüngürtel. Die Fahrerinnen und Fahrer haben es meist mit dichtem Verkehr zu tun und die weitgehend geschlossene Bebauung links und rechts des Weges sorgt für zahlreiche Fahrgäste an den Haltestellen.

Insgesamt 47 Haltestellen fahren die Busse an. Hierunter finden sich große Verkehrsknotenpunkte wie die Haltestellen „Porz Markt“, „Bahnhof Mülheim“ und „Mülheim Wiener Platz“, aber auch die wichtigen Verknüpfungspunkte „Ostheim“, „Keupstraße“ und „Stammheim S-Bahn“.

An der Haltestelle „Porz Markt“ im Kölner Südosten beginnt und endet die Linie 151, die knapp 25 Kilometer durch das rechtsrheinische Köln führt. Der Linienweg führt durch einige Stadtteile, zum Beispiel Porz, Urbach, Eil, Gremberghoven, Ostheim, Höhenberg, Buchheim, Mülheim, Stammheim und Flittard. Die Werbeabteilung eines Kölner Brauhauses, die einmal den Slogan „86 Veedel – ein Kölsch“ vorstellte, hätte an dieser Linie sicherlich ihre Freude. Gemeinsam ist diesen Stadtteilen, dass sie viel mit Gewerbe und Industrie zu tun haben. Hier liegen Wohnen und Arbeiten häufig noch nahe beieinander. Dort wo Lücken in der Bebauung entstehen, finden sich schnell neue Investoren.

05-Gewerbebegiet An der Haltestelle „Porz Markt“ im Kölner Südosten beginnt und endet die Linie 151, die über knapp 25 Kilometer durch das rechtsrheinische Köln führt.

Entlang des Linienweges reihen sich zahlreiche Wohn-, Gewerbe und Industriegebiete aneinander. Baulücken sind selten und werden schnell geschlossen Die Busverbindung sorgt für kurze Wege.

Mit dem Bus kann ein erheblicher Teil der Wege zurückgelegt werden. Fast ein Novum im KVB-Netz ist, dass die Linie 151 einen Zwilling hat. Die Bus-Linie 152 fährt fast komplett die gleiche Strecke, lediglich in Gremberghoven werden beide getrennt. Hier fahren die Busse auf der Linie 151 vier Haltestellen „alleine“ an. Durch die doppelte Linienführung wird auch der Grundtakt der 151, der montags bis freitags auf 20 Minuten festgelegt ist, verdichtet. Die Fahrgäste steigen einfach in den nächsten Bus der 151 oder 152 ein.

 

Gute Verknüpfung

Die Verkehrsplanung hat die Linie 151 sehr gut in das KVB-Netz integriert. Sie ist mit allen sieben Stadtbahn-Linien im Rechtsrheinischen verknüpft. Wie eine Diagonale quert die 151 die Stadtbahn-Linien 1, 7 und 9 des Niederflurnetzes und 3, 4, 13 und 18 des Hochflurnetzes. Nur die rein linksrheinisch verlaufenden Stadtbahn-Linien erreichen die Busse der 151 nicht; sie queren den Rhein nicht – genauso wenig wie alle anderen Busse auf ihrem Linienweg.

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Die Linie 151 ist eng mit vielen weiteren Bus-Linien verknüpft, ein Umstieg im Netz ist somit sehr einfach. Mit der Linie 152, die den fast exakt gleichen Verlauf hat, besitzt sie sogar einen „Zwilling“
03b-Vernetzung-BusAber auch mit zahlreichen Bus-Linien ist die 151 gut verknüpft. An vielen Haltestellen können die Fahrgäste problemlos in die Busse auf anderen Linien umsteigen. So erreichen sie mittelbar auch Ziele in weiteren Stadtteilen, ohne lange Fußwege in Kauf nehmen zu müssen oder doch ein Auto zu benötigen.

 

Haltestellen weisen auf Kultur und Geschichte

Die Namen mancher Haltestellen erklären sich von selbst. Andere hingegen machen neugierig. Warum heißt eine Haltestelle in Gremberghoven “Am Hochkreuz“? Erkennen lässt sich das vor Ort nicht. Doch hier am „hohen Kreuz“ macht die Prozession am „Tag der Gottestracht“ Station; es ist sozusagen eine Haltestelle gemeinsamen Fußverkehrs. In Mülheim befindet sich die Haltestelle „Elisabeth-Breuer-Straße“. Sie erinnert an Elisabeth Breuer (geb. 30.05.1832, gest. 3.10.1912), die hier ein katholisches Waisenhaus stiftete und eine St.-Josephs-Kirche auf dem Gelände des Waisenhauses errichten ließ. Heute befindet sich hier ein Altenheim. In Flittard erinnert die Haltestelle „Leopold-Gmelin-Straße“ an den am 2. August 1788 geborenen und am 13. April 1853 gestorbenen Chemiker Professor Leopold Gmelin. Er forschte und lehrte an der Universität Heidelberg im Bereich der physiologischen Chemie. Mit ihm ist der Begriff des „roten Blutlaugensalzes“ (Rotkali) verbunden. Auch wenn Gmelin selbst nicht in Köln beheimatet war, darf vermutet werden, dass dessen Oxidationsmittel Rotkali in die rheinischen Chemiefabriken einzog.

 

Tägliche Herausforderung

Zurück zur Gegenwart der KVB. Die Einordnung der Linie 151 als „Großstadtlinie“ lässt bereits erahnen, dass Busfahren hier nicht immer nur angenehm ist. Die Fahrerinnen und Fahrer können nicht gemütlich von Siedlung zu Siedlung fahren. In den täglichen Betriebsmeldungen der KVB wird die 151 immer wieder genannt. Vor allem der Stau sorgt für Stress im Fahrdienst. Auch über einen fast 25 Kilometer langen Linienweg möchten die Kollegen gerne pünktlich sein. Doch das hohe Verkehrsaufkommen macht die Fahrten  häufig zum Wettstreit mit der Uhr. Vor allem wenn die rechtsrheinisch verlaufenden Autobahnen wieder einen Unfall erleben mussten, sucht sich der Verkehr Ausweichrouten und schon kriechen alle über die Straßen des Kölner Ostens. Ärgerlich sind auch eine Menge Falschparker, die das Manövrieren schwierig machen. An zahlreichen Stellen stecken die Busse dann fest und die Fahrgäste müssen sich gedulden. Beim Kontakt mit der Leitstelle wird die Fahrerin oder der Fahrer dann häufig gebeten, „erst einmal kräftig von der Hupe Gebrauch zu machen“.

Trotz der Hektik des Großstadtverkehrs helfen die Fahrerinnen und Fahrer Hilfsbedürftigen beim Ein- und Ausstieg

Starke Nerven sind heute im Fahrdienst notwendiger denn je. Wer sich testen möchte, kann das auf der 151. Doch dabei verlieren die Fahrerinnen und Fahrer ihre Fahrgäste nicht aus dem Auge. So ist es möglich, im Einzelfall zu helfen, etwa wenn Menschen mit Rollstuhl ein- oder aussteigen möchten. Schnell wird die Rampe ausgeklappt und der Fahrgast muss nicht lange um Hilfe bitten.

 

Erste Mobilstation

Damit noch mehr Menschen ohne eigenes Auto auskommen oder dieses häufiger einfach zu Hause lassen können, baut die KVB zusammen mit verschiedenen Partnern den Mobilitätsverbund aus. An der Haltestelle „Bahnhof Mülheim“ entstand dabei eine der ersten Mobilstationen Kölns. Gefördert durch das EU-Projekt „Grow Smarter“ werden hier die verschiedenen Verkehrsmittel des Umweltverbundes zusammengeführt. Die Bus-Linien 151, 152 und 153 sowie die Stadtbahn-Linien 13 und 18 der KVB sind hier mit S-Bahn-, Regionalbahn- und RegionalExpress-Linien verbunden, auf dem Bahnhofsplatz finden sich Taxen sowie CarSharing-Autos von cambio und Flinkster, Leihräder der KVB und von Ford. Quer über den neugestalteten Platz bewegen sich die Menschen, die offensichtlich mit dem Umweltverbund zurechtkommen. In der morgendlichen und nachmittäglichen Verkehrsspitze sieht das dann ein bisschen wie eine Ameisenstraße aus.

 

Am Bahnhof Mülheim wird die Verknüpfung mit Stadtbahn, S-Bahn, Regionalbahn, RegionalExpress, weiteren Buslinien, CarSharing, Taxi und Leihradangeboten realisiert - hier besteht eine der ersten Mobil-Stationen in Köln 09-Mobilstation-Bahnhof-Muelheim

Am Bahnhof Mülheim wird die Verknüpfung mit Stadtbahn, S-Bahn, Regionalbahn, RegionalExpress, weiteren Buslinien, CarSharing, Taxi und Leihradangeboten realisiert – hier besteht eine der ersten Mobil-Stationen in Köln
Alltägliche Wege und Ausflüge

Auf der Frankfurter Straße zwischen Höhenberg und Buchheim oder auf dem Clevischen Ring zwischen Mülheim und Stammheim können die Busse der Linie 151 „richtig Strecke machen“, wenn der Verkehr reibungslos fließt. Das ist auch notwendig, denn entlang des Linienweges befinden sich zahlreiche Arbeitsplätze, die pünktlich erreicht werden wollen. Als erstes fallen dabei die Chemieunternehmen rund um „den Bayer“ in Leverkusen ein, aber auch der Verlag Bastei Lübbe in Mülheim oder das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) mit einer Einrichtung im Gremberghoven sind zu nennen. Gleiches gilt für verschiedene schulische und kulturelle Einrichtungen und Versorgungszentren. Sie sind mit dem Bus gut zu erreichen. Ihre ÖPNV-Anbindung trägt zugleich dazu bei, dass sich nicht noch mehr Pkw durch die Straßen quälen.

Clevischer Ring

Über den Clevischen Ring in Mülheim fahren die Busse verschiedener Linien und machen hier richtig „Strecke“

Der öffentliche Nahverkehr hat somit nicht nur eine Funktion für seine Fahrgäste. Er ist eine wichtige Säule für die Lebensqualität in der Großstadt insgesamt. Versorgungszentren wie zum Beispiel die Keupstraße würden nicht mehr funktionieren, wenn das in den Quartieren sehr enge Straßennetz durch Pkw verstopft wäre. Es fände keine Anlieferung mehr statt und die Einkaufenden könnten nicht mehr flanieren. Und weil auch die Großstadt lebenswert geblieben ist, verbringen viele Menschen auch ihre Freizeit nahe der Wohnung oder des Arbeitsplatzes. Entlang der Linie 151 finden sich verschiedene Ausflugsziele. So hat etwa das Schauspielhaus der Stadt Köln in den alten Carlswerken an der Keupstraße seinen derzeitigen Standort gefunden. Hier, wo früher Kabel hergestellt wurden, entwickelt sich ein neues Stadtquartier. Gäste erreichen das Schauspielhaus mit einem kurzen Fußweg von der Haltestelle „Keupstraße“.

 

Keupstrasse 11b_Carlswerk

Die Keupstrasse in Mülheim ist – bei besserem Wetter – stark bevölkert. Hier findet sich fast alles für den täglichen Bedarf. Im benachbarten Carlswerk, einer alten Kabelfabrik, hat das Kölner Schauspielhaus Quartier bezogen und arbeiten viele Menschen z. B. im Verlag Bastei Lübbe. Mit der nahen Linie 151 sowie weiteren KVB-Linien besteht eine optimale Anbindung.

 

Auch an der Haltestelle „Ostheim“ fällt Kultur gleich in den Blick. 1904 entstand hier ein Dampfkraftwerk, in dem bis 1912 Strom erzeugt wurde. Heute wird es teilweise als Umspannwerk genutzt, in einem anderen Teil des Gebäudes haben Künstler ihre Ateliers. Die Architektur gehört zu einer der hervorragenden Sehenswürdigkeiten Kölns. Man muss nicht hinein gehen, um kurzweiligen Genuss zu erleben.

Ostheim

An der Haltestelle „Ostheim“ halten die Busse direkt am alten Elektrizitätswerk, einem bedeutenden Denkmal der Baukultur in Köln.

Im Norden, kurz vor der Stadtgrenze zu Leverkusen, findet sich der Stammheimer Skulpturenpark. Durch die alte Parkanlage zu wandeln und dabei über die eine oder andere Skulptur zu sinnieren, kann sehr erholsam sein. Wer die Nähe zum Rhein sucht, wird sie hier finden. Am Ende des Parks kommt der Besucher zum Ufer und findet (hoffentlich) Platz auf einer der Bänke. Bei schönem Licht im Frühling oder Herbst kann das eine Einladung zum Imbiss bedeuten. Es ließe sich noch vieles berichten über die Stadträume, die die Busse der Linie 151 durchstreifen. Dabei hat jeder seine eigenen Sichten. Doch am schönsten ist immer das selbst Erlebte – deshalb hinein in einen der Busse.

 

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2 Kommentare

  • Thomas Ertrut

    Und wenn man endlich die rechtsrheinische Ringbahn umsetzen würde (die schon seit Jahren immer wieder versprochen wird), könnte man die 151 & 152 auch deutlich entlasten.

  • Rüdiger Krause

    Auch die Linien 151 und 152 sind massiv überlastet. Es ist unerklärlich, warum es auf der Frankfurter Straße bis heute keine Stadtbahnline gibt. Bereit vor über 40 Jahren war diese Linie vorgesehen, weshalb hier auch eine Trasse für die Bahn freigehalten wurde. Eine Verlängerung der Linie 13 ist zwar immer mal wieder im Gespräch, aber leider hat man es ja schon beim Bau des Mülheimer Tunnels versäumt, eine Vorleistung zum Ausfädeln der Linie 13 aus dem Tunnel zu bauen. Es wird also unheimlich kostspielig hier überhaupt noch einen Anschluss an den Bestandstunnel hinzubekommen.

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