Wie kommt eigentlich die Ansage in Bus und Bahn?

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Das möchte ich gerne wissen. Deshalb treffe ich mich mit Bianca und Achim vom Nahverkehrsmanagement. Bianca ist für die Ansagen in den KVB-Bussen und Bahnen sowie die dahinterliegende Technik verantwortlich. Achim kümmert sich unter anderem um die Zielbeschilderung, die Innenanzeige und die Zuglenkung der Fahrzeuge. Sie machen ihren Job schon ein paar Jahre und kennen sich also aus. Nachdem sie nach und nach meine Fragen beantworten, wird mir schnell klar: Den Ansagen in Bus und Bahn liegt ein komplexes System zugrunde. Mal eben schnell eine Änderung durchzuführen geht nicht. Der ganze Prozess ist aufwändig. Das System besteht aus einer vielschichtigen Technik. Beim Versuch sie zu verstehen schwirrt mir schnell der Kopf. Aber fangen wir einfach mal vorne an.

Die KVB betreibt derzeit 12 Bahn- und 58 Buslinien. Diese fahren insgesamt mehr als 900 Haltestellen an. Damit unsere Fahrgäste nicht nur visuell, sondern auch akustisch rechtzeitig darüber informiert werden, welche Haltestelle als nächstes kommt, zu welcher Endstelle die Linie fährt oder welche Umsteigemöglichkeiten ihnen geboten werden, benötigen wir Ansagen. Das sind derzeit, sage und schreibe, rund 3.800 Stück an der Zahl!

Diese Ansagen beinhalten eine reguläre Info wie „nächster Halt: Friesenplatz“ genauso wie einen Text zu einer aktuellen Baumaßnahme á la „Aufgrund einer Baumaßnahme an der Haltestelle Wilhelm-Sollmann-Straße fährt dieser Zug weiter als Linie 12 nach Merkenich.“ Das erklärt mir Bianca anhand einer anstehenden Umleitung für die Linien 12 und 15, für die sie gerade neue Ansagen erstellt. Kommen also im Laufe eines Jahres neue Umleitungen und Trennungen hinzu, müssen oft komplett neue Ansagen erstellt werden. Die Zahl der Ansagen im System wächst also stetig.

„Hallo, ich bin Lara“

Ansagen werden bei der KVB seit rund zwölf Jahren mit der Text-to-Speech Software „Voice-Reader“ des Herstellers Linguatec erstellt. Die digitale Stimme für die KVB heißt „Lara“ und betont Wörter manchmal etwas seltsam, wie hier im Video zu hören ist. Bis Mitte der Nullerjahre wurden die Ansagen durch die Synchronsprecherin Petra Glunz-Grosch im Tonstudio eingesprochen, die vielen Kölnern heute noch im Ohr geblieben ist. Aus Kostengründen entschied man sich damals dazu, auf die digitale Lara umzuschwenken. Auch wenn es ein bisschen Übung bedarf, Lara und ihre seltsame Aussprache zu händeln, ist ein digitales Programm um ein Vielfaches günstiger als regelmäßig einen Sprecher zu engagieren. Außerdem ist die KVB mit Lara flexibler, auch kurzfristig neue Ansagen zu erstellen. Die Bonner Verkehrsbetriebe benutzen übrigens auch Lara für ihre Ansagen.

Während der Mensch Bianca mit Hilfe des Programms die Orthographie des Textes anpasst, macht die Computeranimation von Lara einige unterhaltsame Bewegungen. Bianca muss die Aussprache von Lara für die anstehende Umleitung an einigen Stellen korrigieren, in dem sie zum Beispiel Doppelpunkte oder Kommata setzt, wo eigentlich keine hingehören, oder Bindestriche weglässt, wo sie sein müssten (z.B. „Wilhelm Sollmann Straße“) . So kann sie Einfluss darauf nehmen, wo ein Wort betont wird oder wie schnell es ausgesprochen wird. Wichtige Kriterien, damit sich Lara etwas „menschlicher“ anhört.

Was Bianca dabei hilft ist ein Aussprachewörterbuch mit verschiedenen Lautschriften. Ihre „Lieblingswörter“, deren korrekte Aussprache sie Lara beigebracht hat, sind zum Beispiel „Barbarossaplatz“ oder „Appellhofplatz“. Je nach Text, den sie mit Hilfe der Text-to-Speech Software umwandeln muss, benötigt Bianca dafür zwischen 5 und 60 Minuten. „Manchmal ist es wirklich eine echte Frickelei, bis es rund klingt“, erzählt sie. „Aber es gibt auch Wörter, die ich trotz aller Akribie vermutlich niemals richtig betont hinbekomme, zum Beispiel Chorweiler.“

Vom Computer auf Bus und Bahn

Kommen wir zur Technik: Hat Bianca mit Linguatecs Lara schließlich eine neue Ansage erstellt und als mp3-Datei gespeichert, muss sie die Ansage im System namens „IVU-Suite“ mit einer Nummer hinterlegen und verschiedenen Linienvarianten zuordnen. Eine Linienvariante ist zum Beispiel die Linie 1 von Weiden nach Bensberg. Von Bensberg bis Weiden ist schon eine weitere Linienvariante. Dann gibt es aber Bahnen, die – auch auf der Linie 1 – nur zwischen Junkersdorf und Brück fahren: unsere Verstärkerfahrten. Das ist dann eine weitere Linienvariante, die Gegenrichtung ebenso. Da kommen dann schon mal bis zu 30 Varianten für eine Baumaßnahme zusammen. Die neue Ansage muss – wie gesagt – jeder Variante zugeordnet werden.

Bianca testet die Ansagen, wie sie über das IBIS-Gerät im Fahrzeug abgerufen werden können bzw. automatisch abgespielt werden.

Bianca testet die Ansagen, wie sie über das IBIS-Gerät im Fahrzeug abgerufen werden können bzw. automatisch abgespielt werden.

Die verschiedenen mp3-Dateien, die Bianca erstellt hat, werden in einem weiteren System namens Exabis gebündelt. Das funktioniert wie ein ZIP-Programm. Über eine sogenannte S-Box (nein, keine X-Box ;-)) werden die Daten mit den neuen Ansagen an unseren Endhaltestellen und Betriebshöfen per W-LAN auf die sogenannten IBIS-Geräte in den Fahrzeugen übertragen. IBIS steht für „Integriertes Bordinformationssystem“. Es ist sowas wie der Bordcomputer unserer Busse und Bahnen. Alle unsere Fahrzeuge besitzen einen solchen Bordcomputer. Über diesen kann die Leitstelle auch sehen, wo sich die Fahrzeuge befinden.

Der Ladevorgang der neuen Ansagen findet etwa einmal im Monat statt, denn der Prozess ist aufwändig. Bianca plant einen Zeitraum von 1-2 Wochen ein, bis die neuen Daten auf allen Fahrzeugen verfügbar sind. Wenn eine Bahn z.B. für mehrere Tage in der Werkstatt steht, oder eine S-Box im Bus defekt ist, kann es sein, dass die neuen Ansagen dort nicht ankommen. Dann müssen Techniker ausfindig machen, welche Fahrzeuge nicht neu geladen wurden und wo sich diese befinden, und zu jedem Fahrzeug rausfahren, um es nachträglich zu laden. Das ist zeitintensiv. Deshalb wird sich darauf beschränkt, neue Ansagen eben nur einmal monatlich zu laden. Mit entsprechender Planung von Bianca ist das auch möglich. Es sei denn, die Stadt Köln richtet zum Beispiel ganz kurzfristig eine Baumaßnahme ein, die eine Umleitung einer Buslinie zur Folge hat. Sowas passiert auch. Dann müssen die Fahrzeuge auch kurzfristig neu geladen werden.

Neben den neuen Daten steht dem System bereits eine Basisversion von Informationen zur Verfügung. Ansagen sind nur ein Teil dieser Informationen, die auf dem Bordcomputer hinterlegt sind. Diese Basisversion wird einmal jährlich mit neuen Fahrplandaten auf die Fahrzeuge aufgespielt, nämlich zum jährlichen Fahrplanwechsel, und je nach Betriebslage regelmäßig aktualisiert. Vor dem Fahrplanwechsel haben Bianca und Achim also besonders viel zu tun. Die heiße Phase geht in der Regel von September bis Ende November.

Achim ist u.a. für die Zielbeschilderung der Fahrzeuge zuständig und arbeitet eng mit Bianca zusammen.

Achim ist u.a. für die Zielbeschilderung der Fahrzeuge zuständig und arbeitet eng mit Bianca zusammen.

Die Beschilderungen und die Zuglenkung sind weitere Informationen der Basisversion auf den Fahrzeugen, in der auch die Ansagen gespeichert sind. Durch die hinterlegte Zuglenkung weiß die Linie 5 zum Beispiel, dass sie nach dem Hans-Böckler-Platz die Weiche nach rechts nehmen muss, um zur Gutenbergstraße zu fahren und nicht geradeaus zur Piusstraße. Der Fahrer muss der Bahn also nicht sagen, wo sie lang fahren soll. Das geschieht nach entsprechender Versorgung alles automatisch. Dass nun auf der Strecke zur Gutenbergstraße diese Haltestelle angesagt wird, weiß das System wiederum durch eine andere „analoge“ Technik. Die Bahn zählt über einen Wegstreckenzähler, der unten an der Achse sitzt, ganz einfach die Meter, die sie fährt. Spätestens 40 Meter nachdem die Haltestelle verlassen wurde, wird automatisch die Ansage abgespielt. „Dazu sind im System genaue Entfernungen unseres Streckennetzes hinterlegt“, erläutert mir Achim.

Früher kamen die Ansagen vom Tonband

Während beide mir die heutige, komplexe Technik erklären, fällt Achim eine Anekdote aus seiner aktiven Zeit als Bahnfahrer ein. „Früher gab es das alles nicht“, erinnert er sich. „Bis Mitte der 90er Jahre gab es weder S-Boxen noch W-LAN-Verbindungen. Da holte man sich zum Schichtbeginn neben seinem Fahrtenbuch die passende Tonbandkassette für die entsprechende Linie aus seinem Fach. Die Kassette wurde dann im Fahrzeug eingelegt und abgespielt.“ „Nächster Halt: Rudolfplatz“ kam also lange Zeit vom Band. Da stellt sich mir die Frage, was Fahrer damals gemacht haben, wenn sie zum Beispiel aufgrund eines Unfalls eine spontane Umleitung fahren mussten. Während unsere Fahrer heute über das IBIS-Gerät eine andere Linie und deren entsprechende Variante auswählen oder Ansagen auch einzeln abspielen können, standen diese Ansagen damals ja nicht zur Verfügung. Auf dem Tonband war nur der planmäßige Linienverlauf gespeichert. Zugriff auf ein modernes Hintergrundsystem mit knapp 4.000 Ansagen gab es nicht. „Dann wurde halt die Kassette ausgemacht und das Mikrofon an“, erinnert sich Achim. „Da musste man als Fahrer die richtige Haltestelle eben selbst ansagen.“ „Und wenn man dann wieder auf Kurs war?“, frage ich? „Dann konnte man die Lautstärke auf leise drehen und ließ das Band von den Fahrgästen ungehört vor- oder zurücklaufen, bis es wieder an der richtigen Stelle war“, erzählt er schmunzelnd. Scheint mir heute ziemlich weit weg, diese Ära, dabei habe ich als Jugendliche selber noch einen Walkman gehabt.

Bevor die Ansagen auf die Fahrzeuge kommen, können Bianca und Achim in ihrem „Testlabor“, wie sie es nennen, überprüfen, ob alles funktioniert. Das „Testlabor“ beinhaltet mehrere IBIS-Geräte, Lautsprecher, Mikrofone und Innen- und Außenanzeigen unserer Fahrzeuge – also quasi alles, was unseren Fahrern in Bus und Bahn ebenfalls zur Verfügung steht.

Die Ansagen an den Haltestellen müssen übrigens nicht so oft ersetzt werden, weshalb dort immer noch die menschlichen Ansagen von Petra Glunz-Grosch verwendet werden. Kommt eine neue U-Bahn Haltestelle oder ein neues Endziel im Netz dazu, spricht Petra Glunz-Grosch diese neuen Ansagen nach wie vor ein. Das kommt insgesamt wesentlich seltener vor als eine Trennung oder Umleitung aufgrund einer Baumaßnahme.

Zum Schluss möchte ich von Achim und Bianca noch wissen, wie oft an einem Wochentag eine Ansage denn abgespielt wird, zum Beispiel der Neumarkt. „Oh, da hast Du Dir aber eine ausgesucht, die sehr oft verwendet wird“, meint Achim und beginnt im Kopf schon mal zu rechnen. Der Neumarkt ist natürlich nicht der Durchschnitt, das ist auch mir klar. Er ist einer der zentralsten Punkte Kölns. Dort verkehren zwei Buslinien, vier unterirdische und drei oberirdische Bahnlinien. Die Zahl, die Achim ausgerechnet hat, überrascht mich dennoch. „Der ‚Neumarkt‘ wird in allen dort verkehrenden Fahrzeugen an einem durchschnittlichen Wochentag, an dem keine Ferien sind, bis zu 2.800 Mal abgespielt.“

 

Bilder
Kölner Verkehrs-Betriebe AG

 

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17 Kommentare

  • Frederic Forster

    Hallo,

    ein sehr informativer Bericht, vielen Dank dafür.
    Dazu noch eine Frage: Wie kommt es, dass in den Straßenbahn-Fahrzeugen der KVB jedes Mal eine andere Lautstärke der Ansagen festzustellen ist? Während einem z.B. in dem Wagen 2202 schon fast die Ohren wegfliegen, weil die Ansage sehr laut ist, ist sie in Wagen 5103 fast gar nicht zu verstehen, da sie so leise ist. Was auffällt ist, dass gerade im Innenstadttunnel mit seinen vielen Kurven die Ansagen schnell untergehen und der Hauptbahnhof kaum zu verstehen ist. Gerade aufgrund der Mühe, die man sich mit den Ansagen macht und aufgrund der vielen Touristen in Köln wäre es doch sinnvoll, alle Ansagen so laut wie in Wagen 2202 beispielsweise zu machen, oder? Ist das überhaupt möglich? Wenn nicht woran liegt das? Kann da jemand helfen?

    • Hallo Frederic Forster,
      die richtige Lautstärke zu finden, ist in der Tat nicht immer ganz einfach. Wie laut eine Ansage nachher tatsächlich beim Kunden ankommt, hängt auch von vielen Faktoren ab, z.B. wie voll der Zug ist, ob die Fenster geöffnet sind und die Bahn gerade durch einen Tunnel fährt oder in eine Kurve, etc. – wie Sie selbst ja schon festgestellt haben. Eine Universallautstärke zu finden, die in allen Lagen perfekt zu hören und auch nicht zu laut, ist da sehr schwierig bis unmöglich. Es ist eine Gratwanderung – wie so oft. Die unterschiedlichen Lautstärken hängen aber auch von dem Alter und Typ der Fahrzeuge ab. Bei älteren Fahrzeugen muss die Lautstärke meist etwas höher gestellt werden, bei neuren Fahrzeugen reicht eine niedrigere Lautstärke, weil der Sound besser und deutlicher ist.
      Gruß, Regina Weiß

  • Rüdiger Krause

    Ein sehr interressanter Blogartikel. Vielleicht könnt Ihr mehr solcher technischer Hintergrundberichte veröffentlichen. 🙂
    Allerdings fällt mir dazu auch wieder eine Frage ein. Am vergangenen Montagmorgen sah ich am Neumarkt einen Zug (Wagen 40xx, genaue Wagennummer habe ich leider nicht) der Linie 7 mit einer fehlerhaften Anzeige. Statt 7 Zündorf stand dort auf der Stirnseite der Linienverlauf, der normalerweise auf den seitlichen Anzeigen zu sehen ist. Wie kan es dazu kommen? Verkabelungsfehler? Denn der zweite Wagen der Doppeltraktion war ja richtig beschildert.

  • Thomas B.

    Ich gehöre zu den Fahrgästen die immer noch den „Petra-Ansagen“ hinterhertrauern, die hatten Charakter. An die Roboter-Stimme („Sehr, Geehrte, Fahrgäste.“) werde ich mich nie gewöhnen können, die klingt oft einfach nur gruselig und sind zudem manchmal sehr schlecht zu verstehen. Wäre es denn keine Lösung gewesen, für die regulären Ansagen, die sich nicht so oft ändern, gesprochene Ansagen und nur für Sonderansagen TTS zu verwenden? Oder vielleicht mal auf eine andere Software umsteigen? Wenn ich z.B. daran denke wie gut mein Google-Navi Straßennamen ausspricht… Da ist die Entwicklung doch auch schon wieder weiter.
    Trotzdem vielen Dank für diesen interessanten Insider-Bericht. Vielleicht macht ihr ja mal was über die Zuglenkung per IBIS und woher die Anzeigen in den Haltestellen wissen wann die nächste Bahn kommt?

    • Hallo Thomas B., wie ich im Artikel auch schon erklärt habe, ist es einfach eine Kostenfrage. Eine Ansage mit dem Programm zu erstellen geht wesentlich schneller, flexibler und günstiger als einen Sprecher zu engagieren. Wenn es eine wesentliche Verbesserung der Software gibt, werden wir sicherlich darüber nachdenken, in diese zu investieren. Einen Bericht über die Zuglenkung haben wir bisher noch nicht veröffentlicht und auch erst mal nicht geplant. Ein ähnliches Thema haben wir allerdings hier aufgegriffen. Vielleicht ist der Artikel ja auch interessant für Sie? https://blog.kvb-koeln.de/das-geheimnis-der-kvb-minute. Viele Grüße, Regina Weiß

  • Zombie

    Finde den Bericht auch sehr interessant und informativ. Danke dafür. Eine Frage hätte ich allerdings auch noch. Wie kommt es bei dem gut eingespielten System dazu, daß mehrere Haltestellen hintereinander abgespielt werden und an der falschen Stelle. So als ob der Fahrer sucht und die mp3 skipt wie am CD-Spieler.

  • Heike Voigt

    Warum kann der Fahrer die Haltestellen nicht selbst ansagen? Wäre eine Idee, ging früher auch.
    Zum anderen nerven mich (und auch einige andere) diese ewig langen Ansagen „Sehr geehrte Fahrgäste, bitte machen Sie die Türen frei, damit wir unsere Fahrt fortsetzen können!“ Eine klarere Ansage fände ich passender. Aber man muss ja höflich bleiben, stimmt’s? Man kann es aber auch übertreiben. Für Nicht Muttersprachler ist das auch schwer zu verstehen. Beispiele gibt’s z. B. in London. Kurz, knapp und verständlich ohne zu viel Palaver.
    Zum anderen werden die Ansagen, die von einer männlichen Stimme gesprochen werden, dass man sich doch bitte versichern soll, seine Gegenstände beim Aussteigen auch mitzunehmen, nur an bestimmten Haltestellen abgespielt. Ich nehme an, nur an den Hauptumstiegshaltestellen. Woanders kann man seine „Gegenstände“ liegen lassen? Find ich auch merkwürdig. Entweder an jeder Haltestelle oder gar nicht.
    Meine Meinung. 🙂

    • Pascal

      Ich finde die Männliche Stimme im Grundsatz besser.
      Ich fände es cool diese stimme regulär zu vberwenden

    • Hallo Heike Voigt,
      vorne weg: allen Kunden kann man es ja nie recht machen. 😉 Die Ansage zur Mitnahme der persönlichen Gegenstände wurde eingeführt, weil sehr viele Dinge in unseren Fahrzeugen vergessen werden. Und wie Sie richtig erkannt haben, werden diese Ansagen an Hauptumstiegspunkten abgespielt. Und das stört einige Fahrgäste schon, welche die Ansagen am liebsten gar nicht hören möchten. Deshalb wird diese Ansage sehr „dosiert“ eingesetzt. Die Ansagen an jeder Haltestelle abzuspielen ist also keine Option. Den Hinweis, das „Sehr geehrte Fahrgäste“ wegzulassen bzw. die Ansage zu kürzen, gebe ich gerne weiter. Unsere Fahrer machen im Übrigen auch gerne mal selbst eine mitunter „kölsche“ Ansagen, um die Türen freizubekommen. Einige machen das mit Humor, andere manchmal auch etwas resoluter. Und auch hier: Bei dem einen Kunden kommt das eine bessere an, bei dem anderen das andere.
      Herzliche Grüße, Regina Weiß

  • Paul U.

    Sehr sehr interessanter Einblick in einen Bereich, der mich seit Jahren beschäftigt, Danke erstmal hierfür! Aber leider muss ich zugeben, dass ihr keinen guten Job macht. Ich finde weder „Laras“ Stimme gut (sehr synthetisch, unecht und 🙁 unfreundlich), noch die Programmierung der Ansagen. Das erste Video zeigt ziemlich gut, wie komplex die Texteingabe erfolgen muss, damit die Ansagen einigermaßen gut klingen. Aber ganz ehrlich: gerade das Beispielvideo zeigt deutlich, dass dies sehr schlecht umgesetzt wird von euren Mitarbeitern: Nach „Sehr geehrte Kunden“ ist die Pause extrem lang, irgendwann geht es weiter mit „bitte beachten Sie“, was nicht schön betont wird, und die „Haltestelle Wilhelm-Sollmann-Straße“ ist dermaßen schlecht programmiert, dass man sie nicht raushört bzw. nicht weiß, was da überhaupt gesagt wird. Hier sollte man eure/n zuständige/n Mitarbeiter/in nochmal professionell schulen oder das Ganze von einem ausgebildeten Tontechniker überlassen.

    Noch ein paar (dringende) Verbesserungsvorschläge:
    1. Bei den Durchsagen mit Umsteigemöglichkeiten zu anderen Linien, sollte man die genaue Buslinie weglassen, sondern einfach „und zum Busverkehr“ sagen. Beispiel Heumarkt: „Umsteigemöglichkeit zur Linie 1, 5, 7, 9, 106, 132, 133 und 260.“ Mit ausgesprochenen Zahlen ist das eine eeeextrem lange Ansage, die man mit „..zur Linie 1, 5, 7, 9 und zum Busverkehr“ doch angenehm verkürzen könnte.
    2. Bevor die Türen schließen eine Ansage abspielen, sowohl im Fahrzeug, als auch auf den Bahnsteigen: „Bitte zurückbleiben“. Kenne keine einzige Stadt (ok, doch: Bonn), in der Bahnen ohne diese Ansage abgefertigt werden. Tür-Aufhalter und letzte-Sekunde-Einsteiger könnte man mit nur diesen zwei Wörtern reduzieren und somit die Pünktlichkeit der Bahnen erhöhen.
    3. Ein eher persönlicher Vorschlag: Statt „Nächster Zug/Halt:“ einen schönen, freundlichen Ton abspielen (ähnlich, wie der Flughafen-Jingle). Bringt einfach ein bisschen „Farbe“ ins Spiel, etwas Heiterkeit und Lockerheit, passend zu dieser Stadt 🙂

    Habe noch einige gute Tipps auf Lager! Aber jetzt erstmal Danke für’s Durchlesen, hoffe ihr nehmt meine Kritik nicht allzu persönlich, sondern als gutgemeinten Ratschlag und merci euch für den interessanten Artikel. Beste Grüße

    • Hallo Paul U.,
      keine Sorge, wir nehmen Ihre Hinweise nicht persönlich. Ich habe die Vorschläge an die Kollegen weitergegeben. Eventuell lässt sich davon ja etwas umsetzen. Ein Hinweis noch: Generell müssen die Kollegen immer abwägen, wie viele Informationen nötig und wie viele zu viel sind, um die Fahrgäste mit den Hinweisen nicht zu nerven. Das ist eine Gratwanderung. Nur den Umstieg zum Busverkehr anzusagen würde die Ansagen sicherlich verkürzen, dem einen oder anderen Kunden würde aber vermutlich der Hinweis auf die spezielle Buslinie fehlen, insbesondere Ortsunkundige könnte das verunsichern.
      Herzliche Grüße, Regina Weiß

  • Lucas

    Guten Tag. Ein sehr interessanter Artikel den Ihr da geschrieben habt. Dennoch finde ich es komisch das am Hauptbahnhof die Ansage nicht auf Englisch abgespielt wird. Es wird ja nur auf Englisch reichen den Haltestellennamen und ,,Umsteigemöglichkeiten zum S/Regional und Busverkehr anzusagen“, da braucht man nicht die ganzen Linien ansagen. Ich hätte noch eine Frage wann ist die KVB bereit endlich Mal auf Bildschirme zu wechseln wie bei der SWB wo unter anderem auch die Umsteigemöglichkeiten bzw. die Linien angezeigt werden und eventuell wichtige Sehenswürdigkeiten? Ich wünsche euch einen angenehmen Tag und liebe Grüße 🙂

    • Hallo Lucas, Ihren Hinweis, lediglich die Umstiegsmöglichkeiten auf Englisch anzusagen, haben wir an den Fachbereich weitergegeben. Zu den Monitoren: Insgesamt ist sowohl die Fahrzeugbeschaffung selbst als auch das Content-Konzept für potentielle Monitore noch in der Abstimmung. Insgesamt erlauben die Monitore dann neben umfangreichen Basisinformationen auch flexible Zusatzinfos. Eine Übersetzung bestimmter Inhalte wollen wir zum derzeitigen Punkt nicht grundsätzlich ausschließen, aber überwiegend werden international verständliche Symbole benutzt. Gruß, Regina Weiß

  • Mario

    Hallo,

    ich finde den Vorschlag, der hier gemacht ist, statt des lästigen „nächster Halt“ oder im Bus „nächste Haltestelle“ auf irgendwie besser, einen Ton zu nutzen, ähnlich wie bei der Üstra in Hannover. Dort ertönt sogar der Ton, wenn ein Fahrer eine Durchsage machen möchte, damit die Leute aufmerksam gemacht werde, wann die Lauscher auf Empfang gestellt werden müssen.
    So kann man die Leute schon mal vorwarnen, dass gleich eine Durchsage erklingt, die für manche durchaus wichtig sind.
    Darüber hinaus ist mir aufgefallen, die ansage am Bahnsteig, wie z.B. in Chorweiler kommt oftmals viel zu spät. Die Bandansage zählt noch die ganzen Haltestellen auf und die Bahn hat schon die Türen zu und fährt ab. Ich denke da könnte man die ansage schon 2 Minuten vor der abfahrt spielen, denn die Leute sollen ja auch nicht auf den letzten Drücker kommen.
    Den Vorschlag, den Paul gemacht hat, finde ich auch nicht schlecht, warum kommt nicht eine Ansage auf dem Bahnsteig oder im Wagen, wenn die Türen schließen. So müssen die Fahrer die Tür immer mit dem Piepton zumachen und dann geht sie teilweise nicht mal zu, sondern wieder auf. In London kommt da ja immer das bekannte „keep clear of the doors“.

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