Den Kölnern helfen, Klima und Umwelt zu schützen

Kurz nach dem Weltklimagipfel in Bonn wurde in Köln erneut konkretes Handeln sichtbar. Hendrik Wüst, Verkehrsminister des Landes Nordrhein-Westfalen, öffnete am 4. Dezember die Tür zur Buswerkstatt der KVB und brachte ein „vorweihnachtliches Geschenk“ vorbei. Mit 13,3 Millionen Euro unterstützt das Land die KVB beim Ausbau der E-Mobilität im Busverkehr. Bis 2021 werden bis zu sechs weitere Bus-Linien auf den Betrieb mit Batteriebussen umgestellt. Dieses Vorhaben hatte die KVB bereits im Februar dieses Jahres benannt, nun steht die konkrete Vorarbeit für diesen wichtigen nächsten Schritt im Klima- und Umweltschutz an.
Smart City KVB

Im Projekt „Smart City KVB“ werden 50 weitere E-Busse gekauft, die dann alle auf links- und rechtsrheinischen Linien mit Bezug zur Innenstadt fahren. Insgesamt kosten die E-Busse sowie notwendige Ladeinfrastrukturen etwa 35,6 Millionen Euro. Ende November wurde deshalb bereits ein sogenannter “Industriedialog“ gestartet, um Lösungen der Fahrzeugindustrie für die Herausforderungen zu finden, die sich auf der einen oder anderen Linie stellen. Danach folgt das offizielle Vergabeverfahren.

Zeitglich werden bereits verschiedene Linien der KVB für den Einsatz der E-Busse geprüft. Hierbei spielt die Linienlänge genauso eine Rolle wie die Möglichkeit, an den Endhaltestellen die benötigte Ladeinfrastruktur aufzubauen. Dann wird die KVB dies mit der Verwaltung der Stadt Köln und den Gremien der Kommunalpolitik erörtern.

Pressekonferenz Ausbau E-Bus-Flotte der KVB

Pressekonferenz Ausbau E-Bus-Flotte der KVB – 04.12.2017

Verkehrsminister Hendrik Wüst hob hervor: „Der jüngste Dieselgipfel bei Bundeskanzlerin Angela Merkel und die UN-Weltklimakonferenz in Bonn haben erneut gezeigt, dass wir im Klima- und Umweltschutz deutlich vorankommen müssen. Hierzu wird die E-Mobilität einen wesentlichen Teil beitragen. Gerade der ÖPNV kann mit seinen Fahrzeugen, die praktisch den ganzen Tag bewegt werden, Treiber der Entwicklung sein.“

Ab 2021 wird die KVB dann 59 E-Busse haben – auch auf der Linie 133 kommt zu den bisherigen acht E-Bussen noch einer hinzu – ein gutes Viertel ihrer eigenen Flotte. Damit belegt Köln in der E-Mobilität einen Spitzenplatz. Jeglicher Energiebedarf der Busse wird mit Ökostrom befriedigt.

Schon heute hat die KVB eine sehr junge, schadstoffarme Busflotte. Ende 2018 wird die KVB nur noch Busse nach den Normen EURO V / EEV und EURO VI haben. Bis 2021 werden alle Dieselbusse der KVB dann die äußerst niedrigen Grenzwerte der Klasse EURO VI erfüllen. Auch die hochwertigen Dieselbusse sind ein wichtiger Baustein für saubere Luft in Köln.

Haltestelle Weiden Zentrum

Busse und Bahnen sind durch ihre niedrigen Durchschnittswerte für alle Emissionen bereits Instrumente des Klima- und Umweltschutzes. E-Busse mit Ökostrom-Einsatz sind darüber hinaus dann emissionsfrei.

Jürgen Fenske, Vorstandsvorsitzender der KVB: „Wir investieren in die Elektromobilität. Nach Abzug der Landesförderung verbleiben der KVB Mehrkosten für Busse und Infrastruktur in Höhe von 8,85 Millionen Euro, verglichen mit konventionellen Bussen. Ohne Landesförderung wäre dieses nicht möglich. Wir danken dem Land NRW daher ausdrücklich. Noch entscheidender für Klimaschutz und Luftreinhaltung ist, durch mehr Busse und Bahnen die Autofahrer zum Umsteigen zu bewegen.“

Gute Erfahrungen auf der Linie 133

Ähnlich war die KVB auch vor der Umstellung der Bus-Linie 133 auf den E-Busbetrieb vorgegangen. Hierbei hatte ein E-Gelenkbus 695.000 Euro gekostet. Das Land NRW hatte dieses E-Bus-Projekt mit 1,95 Millionen Euro für den Erwerb der acht Busse, die notwendigen Anpassungen in der Werkstatt und eine wissenschaftliche Begleitung gefördert. Die Begleitung des ersten Projektes hatte bereits die Nahverkehr Rheinland GmbH (NVR) für das Land Nordrhein-Westfalen übernommen.

Norbert Reinkober, Geschäftsführer des NVR, fasst die Erfahrung des Projektablaufs zusammen: “Alle Beteiligten im ersten E-Bus-Projekt der KVB haben gezeigt, wie wichtig gute Teamarbeit bei der Bewältigung solcher Aufgaben ist. Bereits bei der Linie 133 konnte in einem kurzen Zeitraum von Juni 2014 bis Dezember 2016 erfolgreich E-Mobilität in Köln eingeführt werden. Dies zeigt die Leistungsfähigkeit des ÖPNV sowie die Umsetzbarkeit der nationalen und globalen Ziele des Klima- und Umweltschutzes.“

E-Bus in Zollstock

So wie in Zollstock kommen bald auch in anderen Stadtteilen E-Busse an.

Seit nun genau einem Jahr fahren auf der Linie 133 zwischen dem Breslauer Platz am Hauptbahnhof und dem Südfriedhof in Zollstock acht E-Busse. Die Erfahrung zeigt, dass die Zuverlässigkeit der Batteriebusse mit über 90 Prozent auf dieser rund sieben Kilometer langen Strecke fast genauso groß ist wie die konventioneller Dieselbusse.

Der Stromverbrauch ist mit 1,33 Kilowatt-Stunden (kWh) je Kilometer im Sommer und bis zu 2,5 kWh/km im Winter niedriger als zuvor kalkuliert. Hierdurch ist auch die Reichweite der E-Busse mit ca. 60 Kilometern größer als zuvor angenommen. Die E-Busse können somit 35 Kilometer bei niedrigen Temperaturen fahren, ohne dass das Ladevolumen der Batterie unter die kritische Größe von 30 Prozent rutscht. Dennoch stellt der Einsatz der E-Busse auf der Innenstadtlinie mit häufigem Stau eine Herausforderung dar.

Der gesamte Energiebedarf der E-Busse, also für den Antrieb der Fahrzeuge genauso wie für die Nebenverbraucher wie Heizung, Klimaanlage, Beleuchtung etc., wird über die Batterie bewältigt. Die E-Busse der KVB sind somit reine E-Busse und zu 100 Prozent emissionsfrei.

Jörn Schwarze, Vorstand Technik der KVB, fasst die Erfahrungen des Unternehmens zusammen: „Wer Innovationen wie die der E-Mobilität einführt, hat es mit neuen, herausfordernden Techniken zu tun. Erfolgreich können solche Projekte umgesetzt werden, wenn von der Konzeption bis zur betrieblichen Etablierung alle beteiligten Partner zusammenarbeiten. Von diesen Erfahrungen werden wir beim Ausbau der E-Mobilität in Köln enorm profitieren.“

P+R Porz Wahn

Die Menschen wollen ihr Auto immer häufiger stehen lassen. Der ÖPNV kann dabei helfen.

Dem Fahrgast und Einwohner nutzt es

Für die Fahrgäste hat die Nutzung des ÖPNV auf der Linie 133 keine Einbußen im Fahrgastkomfort und in der Verkehrssicherheit gebracht. Der Fahrgastraum der E-Busse ist fast identisch aufgebaut wie der der zuvor eingesetzten Dieselbusse. Im Gegensatz zu den Dieselbussen hat sich jedoch die Geräuschkulisse verbessert. Bei den E-Bussen entfällt das typische Geräusch von Verbrennungsmotoren, so dass E-Busse wesentlich leiser sind. Dies wurde bereits in der Testphase vor der Linienumstellung häufig von Fahrgästen honoriert. Ebenso erfreut zeigen sich die Fahrgäste und das Fahrpersonal über die Klimaanlage in den E-Bussen, die den Aufenthalt im Sommer bei Temperaturen um 30 Grad Celsius wesentlich angenehmer machen.

Genauso wichtig ist aber, dass die Menschen mit dem ÖPNV eine Möglichkeit haben, aktiv Klima- und Umweltschutz zu betreiben. Sie wollen mobil sein und bleiben – sie wollen aber genauso etwas für unsere Lebensgrundlagen tun. Deshalb geht die KVB Schritt für Schritt voran und leistet ihren Teil für unser Gemeinwesen.

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3 Kommentare

  • Max Küppers

    Ich würde mir wünschen, dass in Mülheim die Linien stärker berücksichtigt werden.

    Meiner Meinung nach, sollte man einen ganzen Stadtbezirk umrüsten, statt einzelne Linien.
    So kann z.B. am Wiener Platz eine Ladestation entstehen. Mit einem Zeitpuffer von einigen Minuten,
    kann auch tagsüber eine „Zwischendurch“-Ladung stattfinden. Abends, sind die Strassen eher frei von Stau.

    Es ist aber irrsinnig, mehrere Linien auszurüsten, und dadurch zig Ladestationen zu errichten. Zum Beispiel ist die Linie 132 sowie 106 (falls sie bis zum HBF verlängert wird) sehr gut geeignet, da schon dort eine Ladestation vorhanden ist.

    • Hallo Max,
      derzeit befinden sich verschiedene Linien in der Prüfung. Dabei ist die optimale Platzierung und Nutzung der Ladeinfrastruktur auch ein Thema. Auch in Mülheim wird E-Mobilität stattfinden. Aber genauso wie in Mülheim „drückt der Schuh“ auch in anderen Stadtbezirken.

      Dabei müssen wir uns auch immer daran erinnern: Lediglich drei Prozent aller Kfz im Straßennetz Kölns (ohne Autobahnen) und sechs Prozent im gesamten Straßennetz auf Kölner Stadtgebiet (mit Autobahnen) sind Busse (ÖPNV, Fernbus, Reisebus, Schulbus außerhalb des ÖPNV). Und unsere Dieselbusse haben einen hohen Standard in der Motor- und Abgastechnik. Berechnet man die Emissionen auf einen Fahrgast-Kilometer, ist auch der Dieselbus in jedem Fall Problemlöser für die Aufgaben des Klima- und Umweltschutzes.

      Beste Grüße
      Stephan Anemüller

  • Leider liegt die Linie 133 fern von Köln-Weiler, wo ich wohne.
    Dennoch: Ich nutzte die Busse bereits mehrfach quasi als Spazierfahrt und bin von der Technik begeistert.
    Ich hatte schon die Idee, die Überlandstrecken des 125ers oder des 126ers (hier im Norden Kölns) wie bei O-Bussen mit Fahrleitung auszurüsten und zum Laden während der Strecke zu nutzen um im nächsten Ortsteil wieder den ungesiebten Blick zum Himmel zu haben.
    Wäre doch was, oder?

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