Die Querbahn – auf den Spuren einer stillgelegten Strecke

Wer von unseren Fahrgästen häufiger in Brühl und Wesseling unterwegs ist, kennt es vielleicht: Man steht sehr früh morgens verschlafen auf dem Bahnsteig in Wesseling und denkt im ersten Moment, man träumt. Denn es fährt eine Linie E18 Richtung Köln oder Bonn ein. Ähnliches kann einem spät abends in Brühl-Vochem passieren. Dann fährt eine Linie E18 ein, die mit Vochem -> Wesseling geschildert ist. Wer nicht so oft mit der KVB fährt, fragt sich dann vielleicht: „Bin ich auf Gleis 9 ¾ gelandet?“ Es hat aber alles seine Richtigkeit. Harry Potter kommt nicht gleich um die Ecke. Diese Bahnen fahren nicht nach Hogwarts, sondern verlassen ihren regulären Linienweg und fahren über die im Volksmund sogenannte Querbahn in den KVB-Betriebshof in Wesseling ein oder von dort aus. Aber was hat es mit diesem 6,7 km langen Stück Gleis mitten im Niemandsland zwischen Brühl und Wesseling eigentlich auf sich? Welchem Zweck dient(e) es?

E18 nach Wesseling über Querbahn

Eine Betriebsfahrt der Linie 18 zum KVB-Betriebshof Wesseling. © Markus Vogelfänger

Dafür müssen wir einen Blick in die Vergangenheit werfen, etwa 120 Jahre zurück. 1898 wurde die Vorgebirgsbahn (heute von der Linie 18 bedient) zwischen Bonn und dem Barbarossaplatz eröffnet. Beauftragt wurde die Vorgebirgsbahn von den Cöln-Bonner Kreisbahnen (später Köln-Bonner Eisenbahnen, kurz KBE). Mit der Vorgebirgsbahn brachten die Bauern einerseits ihr Gemüse aus dem Vorgebirge in die Stadt. Andererseits wurde damit auch Braunkohle aus der Ville und dem Raum Liblar nach Köln und Bonn transportiert. Bald wollten die Betreiber der Braunkohlegruben ihre Briketts jedoch auch an Kunden jenseits des Köln-Bonner Raums verkaufen, sodass nördlich von Wesseling ein Hafen gebaut wurde. Der heutige Godorfer Hafen hieß damals „Wesseling Rheinwerft“. Er nahm 1901 den Betrieb auf. Um die Kohle aus den Braunkohlegruben in den Hafen bringen zu können, wurde bereits Anfang des Jahres 1901 noch vor Eröffnung des Hafens eine Gleisstrecke zwischen Brühl-Vochem und dem Hafen gebaut: die Querbahn. Von Vochem wiederum hatte diese Querbahn über die sogenannte Villebahn Anschluss zu den Kohlegruben.

Topografischer Liniennetzplan

Topografischer Liniennetzplan von 1980 mit den alten Haltestellen der Querbahn. © KVB/VRS

Zeitgleich war die Strecke der Rheinuferbahn (heute von der Linie 16 bedient) von Köln bis Bonn Bad Godesberg bereits in Planung. Da die Vorgebirgsbahn und die geplante Rheinuferbahn unterschiedliche Spurweiten hatten und die Querbahn außerdem in Brühl an die damalige Staatsbahn angeschlossen werden sollte, wurde ihre Strecke mit einem Dreischienengleis für Meter- und Normalspur gebaut. Ein Dreischienengleis hat drei nebeneinander verlegte Schienen, sodass Fahrzeuge mit verschiedener Spurweite darauf fahren können. Die Querbahn wurde dann bereits am 31. März 1901 eröffnet. Der Umladebahnhof am Hafen ging jedoch erst im November desselben Jahres in Betrieb. Zunächst verkehrten dort ausschließlich Dampfloks. In den folgenden Jahren wurden weitere Industriezweige an die Strecke angeschlossen, wie z. B. das Wasserwerk in Brühl, die Chemische Fabrik in Wesseling oder die Maschinenfabrik in Sürth. Für letztere wurde eigens ein weiteres Gleis vom Hafen gelegt. So wurde der Güterverkehr immer dichter. Ab 1904 waren dann auch die ersten Personenzüge auf der Strecke unterwegs. Dafür wurden vier Dampfzüge bereitgestellt. Sie nahmen Arbeiter der angeschlossenen Werke und Fabriken mit. Ab 1920 wurde die Strecke zwischen Brühl und Wesseling schließlich elektrifiziert. Das Gleisstück von Berzdorf bis zum Hafen hat jedoch bis heute noch keine Oberleitungen.

Linie 19 auf der Querbahn

Linie 19 an der ehemaligen Haltestelle Wesseling Nord, 1980. © Rolf Bohlken

Zu Beginn gab es auf der Querbahn also hauptsächlich Güterverkehr sowie einen geringen Personenverkehr für Fabrik- und Hafenarbeiter. 1941 wurde die Strecke dann zweigleisig ausgebaut und im Dezember 1951 wurde von der KBE der erste elektrisch betriebene Personenverkehr auf der Querbahn eingerichtet. Von da an bediente die Querbahn die Haltestellen Brühl Mitte, Brühl Nord, Brühl Brücke, Brühl Ost, Berzdorf Nord, Berzdorf, Wesseling Nord und Wesseling. Später fuhren die Personenzüge sogar bis Wesseling Süd. Entlang der Strecke für den Personenverkehr war bis 1989 noch eine Haltestellenruine zu finden: die ehemalige Haltestelle Brühl Ost. Heute ist von dem Haltestellenhäuschen jedoch nichts mehr übrig. Dafür befinden sich in Berzdorf Nord auch heute noch Bahnsteigreste der damaligen Haltestelle.

Im Personenverkehr auf der Querbahn fuhren damals natürlich keine Stadtbahnwagen, sondern die typisch roten Elektrotriebwagen der Köln-Bonner Eisenbahnen. Stadtbahnwagen wie wir sie heute kennen, gab es erst ab den 1970ern. Die Bahnen der KBE hatten auch keine Liniennummern, sondern hießen Rheinuferbahn und Vorgebirgsbahn. Die Querbahn hieß zwar im Volksmund so, hatte aber anscheinend nie offiziell diesen Namen. Die Züge auf der Strecke waren mit dem jeweiligen Ziel beschildert. In einem alten Fahrplan von 1978 ist die Verbindung unter der Nummer 495 Wesseling Süd – Wesseling – Brühl Mitte zu finden, siehe Bild.

Auszug Fahrplanbuch 1978

Auszug aus einem alten Fahrplan der KBE von 1978. © KBE/VRS

In den 1960ern ging es der KBE finanziell zunehmend schlechter. Die Gewinne des Güterverkehrs konnten die Verluste des Personenverkehrs nicht mehr ausgleichen. In den 1970ern wurde schließlich beschlossen, die Rheinuferstrecke sowie die Vorgebirgsstrecke zukünftig mit den neuen KVB-Stadtbahnwagen zu betreiben. Im August 1978 war es dann soweit. Zunächst ging die Rheinuferstrecke in der Linie 16 auf. Auf der Querbahn jedoch fuhren nie Stadtbahnwagen. Sie wurde weiterhin durch die roten Elektrotriebwagen der KBE bedient, zuletzt zwischen 1978 und 1981 als Linie 19. Einige Jahre später, 1986, wurde dann auch die Vorgebirgsbahn umgestellt und durch die Linie 18 bedient. Der Personenverkehr auf der Querbahn war soweit zurückgegangen, dass zuletzt nur noch in einem sehr ausgedünnten Takt gefahren wurde: Morgens, mittags und abends ein paar Fahrten, mehr nicht. Die meisten Fahrgäste nutzen die neue Busverbindung zwischen Brühl und Wesseling.

Querbahn BÜ Bergerstraße

Am 30.05.1981 fand die letzte offizielle Personenfahrt auf der Querbahn statt, hier der Bahnübergang Bergerstraße in Brühl. © KVB-Archiv

Am 30. Mai 1981 wurde die Querbahnstrecke schließlich für den Personenverkehr stillgelegt. Seither fahren dort nur noch Güterzüge sowie die bereits erwähnten ein- und ausfahrenden KVB-Stadtbahnen nach und von Wesseling. 1992 ging die Köln-Bonner Eisenbahnen AG schließlich in der heutigen Häfen und Güterverkehr Köln, kurz HGK, auf. Die HGK betreibt heute die Gleisstrecken und regelt den Güterverkehr in Wesseling, Hürth, Brühl, Godorf, Rodenkirchen sowie übrigens auch Frechen.

Die alte Querbahnstrecke erfuhr im Jahr 2005 eine kurze Wiederbelebung, als die Abschlussveranstaltung des Weltjugendtages auf dem Marienfeld bei Frechen stattfand. Damals setzte die KVB parallel zur Linie 18 Verstärkerzüge ein, die von Bonn ohne Halt über die Strecke der Linie 16 und die Querbahn bis Brühl und zurück fuhren.

Die Querbahn zwischen Brühl und Wesseling ist übrigens nicht zu verwechseln mit den Kölner Querbahnen, die zwischen 1901 und 1903 fuhren, bevor die Kölner Straßenbahnen Liniennummern erhielten. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts verkehrten in Köln nämlich mehrere Linien, die als Seitenaufschrift auf den Zügen „Querbahn“ aufwiesen. Diese Linien fuhren zwischen Chlodwigplatz und Nippes, dem Volksgarten und Nippes, Merheim und Bayenthal sowie Nippes und der Flora. Sie hatten außer dem Namen nichts gemeinsam mit den Bahnen auf der Strecke zwischen Brühl und Wesseling.

 

Gibt es eine Zukunft für die Querbahn?

Eine Reaktivierung der Fahrstrecke der ehemaligen Querbahn ist derzeit sehr unwahrscheinlich. Hier ist auch 40 Jahre nach der Stilllegung mit einem zu geringen Fahrgastpotenzial zu rechnen, als dass sich eine Bahnverbindung hier rechnen würde. Nicht ohne Grund wurde sie damals eingestellt. ÖPNV muss auch wirtschaftlich sein. Ein Ausbau der Strecke würde hohe Kosten verursachen, da u. a. alle Bahnsteige neu gebaut werden müssten und natürlich der Betrieb kostenintensiv wäre. Wesseling und Brühl sind heute durch gute Busverbindungen ausreichend miteinander vernetzt. Die meisten Stadtbahnfahrgäste wollen von Brühl Richtung Köln und umgekehrt oder von Wesseling nach Köln und zurück. Komplett ausschließen kann man eine Reaktivierung dieser Strecke in Zeiten des Klimawandels allerdings nicht. Entscheiden müssten eine solche Wiederinbetriebnahme jedoch ohnehin die Städte Brühl und Wesseling, die sich auch an den Kosten dafür beteiligen müssten.

Ehemalige Haltestelle Brühl Ost

Die Haltestelle Brühl-Ost war 1989 noch ganz gut erhalten, steht heute aber nicht mehr. © Wolfram Klaes

Gleise in Berzdorf

In Berzdorf sind heute noch auf einer Seite Bahnsteigreste vorhanden. © Günther Wischum, HGK

Für Fans der alten Querbahn zum Abschluss noch ein kleiner Tipp: Wer gerne mal auf der Strecke mitfahren möchte, muss, wie eingangs erwähnt, früh aufstehen oder spät unterwegs sein. Wann Fahrten stattfinden können Interessierte unseren Online-Medien entnehmen: also der Online-Fahrplanauskunft www.kvb.koeln/fahrtinfo/fahrplanauskunft oder der App www.kvb.koeln/app. In den gedruckten Medien sind diese Fahrten jedoch nicht zu finden, da sie sich je nach Disposition täglich ändern können.

 

Bilder: Rolf Bohlken, Wolfram Klaes, KVB-Archiv, Markus Vogelfänger, Günther Wischum

 

Ein besonderer Dank geht an Rolf Bohlken, Dirk Collin, Wolfram Klaes, Markus Vogelfänger und Günther Wischum, die mir eine große Hilfe bei der Recherche zu diesem Text waren und das Bildmaterial zur Verfügung gestellt haben!

 

Sie möchten noch weitere Artikel lesen?

Wo ist die Linie 11 geblieben?

Linie 18: Vom Weißkohl-Bauern-Express zur Stadtbahn Nr. 1

Linie 16 – eine Bahn mit Geschichte

Das zweite Leben der Kölner Straßenbahnen

Was ist eigentlich eine Stadtbahn?

12 Kommentare

  • Theo

    Hallo alle zusammen,

    sehr interessanter Beitrag 🙂👍
    Ich habe aber eine Frage und zwar wie schnell darf man maximal auf der Verbindung fahren?
    Was ich mich auch frage, ist warum die Stadtbahnwagen auf der Querbahn nur mit Serienschaltung (beim B80D, K5000 und 2400er: „Geschwindigkeitsbegrenzung“) fahren dürfen. Wäre echt interessant zu wissen.
    Freue mich auf die Antworten 🙂

    Beste Grüße

    • BenBonn

      Die Stromversorgung auf der Querbahn ist nicht gut genug ausgebaut und „dimensioniert“ für Fahrten mit mehr als 40 Km/h für die Stadtbahnen. Daher ist die erlaubte Geschwindigkeit 40 Km/h.
      Damit die Stadtbahnen nicht „versehentlich“ schneller fahren, muss die Serienschaltung/Strombregrenzung eingeschaltet werden.

    • Hallo Theo,

      vielen Dank. 😀 Wie BenBonn schon richtig geschrieben hat, darf die Querbahn von Stadtbahnzügen laut dem Geschwindigkeitsheft der HGK nur mit 40 km/h befahren werden. Die Geschwindigkeitsbegrenzung ist erforderlich, weil die Stromversorgung auf dieser Strecke die für die Beschleunigung auf eine höhere Geschwindigkeit notwendigen Stromstärken nicht zulässt. Da es sich um eine Zulaufstrecke zum Betriebshof Wesseling ohne regelmäßigen Fahrgastbetrieb handelt, wurde auf die Investition in eine Verstärkung der Stromversorgung bisher verzichtet.

      LG, Regina

  • Jonas Hanich

    Hallo alle zusammen,

    ein sehr interessanter Beitrag. Manchmal, wenn ich mit der Linie 706 fahre am Nachmittag, sehe ich auch eine 18 von Brühl Mitte aus nach Wesseling.

    LG Jonas

  • Günter Dunst

    Sehr interessanter Artikel. Früher sind wir als Kinder mit der Bahn von Berzdorf Nord nach Wesseling zur Schule gefahren.. Wenn man das heute so liest und sieht werden Erinnerungen wach. Sehr toller Bericht.

  • Mattes

    hmm, eine „stillgelegte“ Strecke beherbergt überhaupt keinen Verkehr mehr, sondern wird maximal der Natur überlassen. Da hier aber noch Züge fahren, ist diese Strecke keinesfalls „stillgelegt“. Ihr Artikel ist falsch. Zumindest der Passus um das Adjektiv „stillgelegt“. Denn das ist sie nicht. Aus den geschilderten Gründen.

  • Heiner Schwarz

    Dr Mattes hätt räch!

    Es ist der Unterschied zwischen Infrastruktur – eben der Strecke – und einer Linie auf dieser Strecke.

    Wenn die Querbahn stillgelegt wäre, würde die Chemieindustrie im Kölner Süden aber ziemlich abgehangen sein, denn zu der fahren die Güterzüge via Querbahn rein und raus – tagtäglich.

    Ob es sinnvoll sein kann, auf der Querbahn wieder Menschen fahren zu lassen, ganztägig und nicht nur deshalb, weil eine Bahn von Wesseling nach Brühl muss – darüber sollte man sich in Zukunft einen Kopf machen.

    Es kann ja sein, dass demnächst in Godorf eine Bahnbrücke über den Rhein gebaut wird – von Bonn kommend, Niederkassel erschließend und dann über den Strom, weil auf der Rheinuferbahn und der Nord-Süd-Stadtbahn Kapazitäten frei sind.

    Der kluge und weitsichtige Rhein-Sieg-Kreis plant diese Verbindung

    http://session.niederkassel.de/bi/getfile.asp?id=72829&type=do

    Und für die Stadt Köln kommt das wichtigste Nahverkehrsprojekt in der Region Köln-Bonn unterhalb der „S-Bahn-Ebene“ überhaupt nicht in seinen Gedanken vor, wie wir der „road map“

    https://ratsinformation.stadt-koeln.de/getfile.asp?id=650626&type=do

    der Stadt Köln – leider – entnehmen müssen.

    Und statt die niederflurige 7 in Langel enden zu lassen, könnte diese ja auch über den Rhein fahren – bis Godorf oder bis Wesseling oder bis Brühl.
    Oder mit „normalen“ Eisenbahnfahrzeugen über die neue Brücke bis zum Flughafen Köln/Bonn?

    Denn, im Agglomerationskozept der Region Köln/Bonn ist – so als Perspektive – immer von einem zweiten Eisenbahnring rund um Köln die Rede. Und auch da würde die Querbahn reinpassen und Verbindungen ermöglichen, die heute nur mittm Schaukelbus oder dem Umweg über den Kölner Neumarkt funktionieren.

    Früher, ganz früher, gab es in und um Köln Menschen mit Ideen – der Baurat Scheidtweiler, der das Kölner Straßenbahnnetz nicht schmalspurig wollte, und die, die bei der Köln-Bonner Eisenbahn und der Köln-Frechen-Benzelrather Eisenbahn mit den Bahnen durchgehend und dann als „Straßenbahn“ in die Stadt reinfuhren, weil die Menschen nicht an der Stadtgrenze umsteigen sollten.

  • Michael Stingl

    Sie schreiben, daß eine Reaktivierung wegen zu geringem Fahrgastpotential unwahrscheinlich ist. Wenn Sie ehrlich sind, hat es die KBE dort so gemacht, wie die DB bundesweit in den Nachkriegsjahrzehnten: Parallele Buslinie einrichten, Strecke verkommen lassen, Fahrgastzahlen sinken. Schwupp, hat man einen Grund für die Stilllegung…äh Einstellung des Personenverkehrs.

    Mit 10 Fahrten innerhalb eines Zeitfensters 6-17Uhr holt man auch keinen Autofahrer hinter dem Ofen hervor. Schienenverkehrsmittel, das wissen Ihre Verkehrsplaner sind immer attraktiver als Dieselschaukeln. Die Vorgehensweise ist also sehr einfach: Fahrstromversorgung ertüchtigen und Personenverkehr wieder einrichten. Denn die Strecke wird ja von Ein- und Ausrückern befahren.

    Notfalls provisorischen Pendelverkehr zwischen Brühl Mitte und Wesseling einrichten und Stationen nach und nach wieder einrichten. Wird immer öfter gemacht (z.B. Kamp-LintfortDuisburg). Die notwendigen Wendeanlagen und Gleiswechsel in Brühl und Wesseling sind ja vorhanden. Bei kaum einer anderen Strecke ist es so günstig, sie wieder in Betrieb zu nehmen, weil die ganze Streckeninfrastruktur ja noch vorhanden ist. Wer investiert, liebe KVB reaktiviert auch Fahrgastpotential.

    • Lieber Michael,

      mag sein, dass es auf dieser Strecke so einfach wäre wie nirgendwo anders, sie zu reaktivieren. Mit Kosten wäre es natürlich trotzdem verbunden. Dennoch kommt diese Strecke unseres Wissens nach in keinem einzigen Ausbauplan der nahen Zukunft vor. Stichwort z.B.: Roadmap ÖPNV Köln https://www.stadt-koeln.de/artikel/67960/index.html. Allerdings schrieb ich ja auch schon, dass die Stadt Köln und die KVB dort zwar fahren könnten, aber für eine Reaktivierung der Strecke gar nicht verantwortlich wären. Hier sind die Städte Wesseling und Brühl bzw. der Rhein-Erft-Kreis zuständig. Die KVB kann hier also gar nicht investieren.

      VG, Regina

  • Matthias Kehrein

    Sehr geehrte Frau Weiß,
    vielen Dank für diesen schön geschriebenen Artikel und die entsprechende Recherche-Arbeit.
    Eine Frage zur Elektrifizierung stell sich mir allerdings noch, die die Literatur in meinem Bücherschrank noch nicht beantworten konnte. Im Artikel schrieben Sie das die Querbahn ab 1920 elektrifizierte wurde, der erste elektrisch betriebene Personenverkehr soll dann erst 1951 gefahren sein. Bis auf drei von der Rheinbraun in den „späten“ KBE-Jahren übernommenen Elloks, besaß die KBE keine Elloks für den Güterverkehr. Daher ist Frage woher kommt die Spanne dieser 31 Jahre. Das wird bei knapp 7 km ja eher nicht die Bauzeit sein.
    Vielleicht kann da ja noch eine ihrer Quellen Aufklärung bringen.
    Des Weiteren, auch wenn das sehr fachlich ist, kann ich den beiden Vorschreibern nur recht geben, im AEG (vgl. § 11) gibt es keine Stilllegung für einzelne Verkehrsarten. Daher wäre der planmäßige Personenverkehr wurde eingestellt die fachlich präzise Formulierung, wobei das vermutlich dem Großteil der Leserschaft dieses Blogs ziemlich egal ist.

Schreibe einen Kommentar

Mit der Freigabe Ihres Kommentares von Seiten der KVB wird der von Ihnen angegebene Name/das Pseudonym zusammen mit dem Kommentar veröffentlicht. Alle Informationen zu den geltenden Datenschutzbedingungen finden Sie hier: www.kvb.koeln/datenschutz (Stichwort: KVB-Blog: Kommentieren eines Blog-Beitrags)*