SchülerInnen gestalten einen Bus

Kreativwettbewerb in Corona-Zeiten

Wie wichtig unsere Umwelt für uns alle ist, haben wir während des „Lockdowns“ in der Corona-Krise hautnah in unserer Stadt und Umgebung miterlebt. Denn für viele gehörten die täglichen Spaziergänge, Joggingtouren und Fahrradausflüge zur neuen Tagesbeschäftigung mit Erholungswert. Das Naturerholungsgebiet Königsforst erkunden, entspannen zwischen Wasser und Bäumen beim Umrunden des Decksteiner Weihers, Sonnenuntergang am Kalscheurer Weiher oder eine Vielzahl an herrlichen Parklandschaften wie den Rheinpark besuchen – um nur einige unserer Möglichkeiten zu nennen.
Was niemand für möglich gehalten hatte, der Straßenlärm war nicht mehr zu hören sondern wurde von lautem Vogelgezwitscher abgelöst.
Aber auch vor Corona war das Thema Umwelt und Klima für die Jugendlichen und jungen Erwachsenen ein sehr wichtiges Thema. Wie die elf von vierzehn eingesandten Entwürfe künstlerisch zum Ausdruck brachten.

Ein erfolgreicher Projektstart mit anschließenden Hindernissen

Die Ausschreibung des Kreativwettbewerbs „SchülerInnen gestalten einen Bus“ war bereits im Juni 2019 unter Kölner Schulen gestartet worden. Am 31. Juli 2019 endete die endgültige Abgabefrist für die Einreichung der Entwürfe mit Ideenbeschreibung. Eine sehr spannende Projektphase, denn es war völlig offen, wie viele Schulen, Gruppen oder Kurse teilnehmen und vor allem: Wie sehen die Entwürfe aus?

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Übersicht der Punktwertung der Jury

Am 03. Dezember 2019 wurden die kreativen und originellen Ideen der achtköpfigen Jury zur Begutachtung vorgelegt. Durch ein abgestimmtes und bewährtes Punkteverfahren wurde schließlich die Gewinnerschule ermittelt. Die Kopernikusschule erzielte den 1. Platz. Ganz knapp dahinter – mit nur einem Punkt Unterschied – das Richard-Riemerschmid-Berufskolleg, dass auch die Plätze zwei bis fünf ergattern konnte. Da Platz eins und zwei nur ein einziger Punkt trennte, wurde im Jurygremium, mit Unterstützung der Fa. Ströer, vorgeschlagen, den Entwurf des Zweitplatzierten im Traffic Board Format auf einem weiteren Linienbus zu verwirklichen.

Jetzt begann die eigentliche Arbeit

Im Januar 2020 wurden die Schulen benachrichtigt, wer die begehrten Platzierungen eins bis drei gewonnen hatte. Die Teilnehmer der beiden Gewinner-Schulen wurden zu einem Gespräch über die weitere Vorgehensweise eingeladen. Das Team der Kopernikusschule (Schülerinnen, Schüler und Kunstlehrerin) hatte bereits jedes Designelement seines Entwurfs als Vorlage auf DIN A4-Format vorgezeichnet und mitgebracht.

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Die Schülerinnen bei der Auswahl der Farben. Foto: Lukas Pabst

So konnte direkt in die Detailarbeit eingestiegen werden. Die Auswahl der Designelemente (Fahrzeuge, Weltkugeln), die endgültig auf dem Bus platziert werden sollte, wurde festgelegt. Die Grund- und Verlaufsfarben für das finale Design wurden über eine Farbskala ausgewählt. Für den Slogan „KVB – mit uns mobil, bringt fürs Klima viel“ wurde die entsprechende Kontrastfarbe für die Schriftfarbe gefunden und eine passende Schriftart ausgewählt. Alles in Teamarbeit und im Sinne der SchülerInnen, mit Hilfe des Fachmannes – dem Grafiker. „Es war ein wunderbares Gefühl, sich mit dem Grafiker über den Entwurf auszutauschen und aus der riesigen Farbpalette die geeigneten Töne auszusuchen“, freuten sich die SchülerInnen.

Die Schülerinnen und Schüler des Richard-Riemerschmid-Berufskollegs bekamen die schwierige Aufgabe gestellt, das Grafikdesign des Entwurfs (Ganzgestaltung Bus) auf das Format eines Traffic Boards mit Hilfe ihres Fachlehrers umzugestalten und eine PDF-Datei auf Basis der Layoutvorlage anzufertigen. Anhand dieser Druckdatei erfolgte dann die Anpassung durch den Grafiker.

Der ursprüngliche Entwurf vom Richard-Riemerschmid-Berufskolleg und das gemeinsam mit dem Grafiker Werner Horn gestaltete Traffic Board.

Vorbereitung der Ausstellung

Damit sich eine breite Öffentlichkeit einen Eindruck von der ungeheuren Leidenschaft machen konnte, mit der die Schülerinnen und Schüler ihre Ideen für eine Busgestaltung zu Papier gebracht hatten, wurde entschieden, eine Ausstellung der eingereichten Entwürfe zu zeigen. Dafür wurden die Vorlagen grafisch so bearbeitet, dass sie auf Leinwand gezogen werden konnten. Passende Ideenschilder wurden gefertigt.

Dann der Corona Lockdown

Der Corona-Lockdown … Stillstand. Alle Vorbereitungen für die Pressekonferenz zur Vorstellung der gestalteten Busse und der Gewinner des Wettbewerbs waren abgeschlossen. Die Einladungen für den Termin im April waren verschickt. Verschiebung in den Juni – bangen und hoffen. Keine Chance. Aber aller guten Dinge sind drei. Neue Hoffnung und Verschiebung auf den 28. August 2020. Die nächste Etappe konnte endlich vollzogen werden.
 

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Anbringen der Folien des Gewinnerentwurfs. Foto: Hans Roderburg

Die Verklebung der Folien auf die Projektbusse

Die Verklebung der Busse fand auf dem KVB Betriebshof Nord statt. Wegen der Corona-Pandemie dieses Mal ohne Schülerinnen, Schüler und Lehrpersonal. Die Busse 544 und 545 standen bereit. Im Vorfeld wurden sie gereinigt. Die erfahrenen Werbetechniker im Auftrag der Fa. Ströer begannen die Oberflächen mit einem Spezialreiniger zu bearbeiten. Dadurch wird die Haftung erhöht, denn wo eine Schnittfläche die Folie trennt, könnte Wasser oder Schmutz unter die Folie gelangen. Skizzen in DIN A3 Format zeigten auf, wie das fertige Busdesign auszusehen hatte. Begonnen wurde mit dem Rumpf des Busses 545. Es werden ausschließlich Hochleistungsfolien verwendet, die über die gesamte Laufzeit von drei – fünf Jahren die Farbstabilität garantieren, hochglänzend und gegen UV-Strahlen geschützt sind. Bedruckt werden die Folien im Digitaldruckverfahren, mit einem Spezialdrucker. Bis zu acht verschiedene Farben werden verwendet, die in einem Mischverfahren aufgetragen werden, um alle Farben des Designs darstellen zu können.Mit einer speziellen Folienrakel wurde die gesamte Folie auf der Fläche Stück für Stück vorsichtig aufgebracht. Alle noch so kleinen Teile und Details wie Vierkantschlösser der Serviceklappen, die Radkästen, Begrenzungsleuchten und Blinker werden geschickt mit dem Cutter-Messer herausgearbeitet.

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Das Traffic Board wird geklebt. Foto: Hans Roderburg

Kleine Luftblasen werden eingeschnitten und rausgedrückt. Das Heck und die Frontflächen sind am aufwendigsten, wegen der Rundungen. Die zu verwendende Folie wurde mit einer Heißluftpistole bearbeitet, damit sie besser in die runde Form eingebracht werden konnte. Das Traffic Board besteht aus zwei großen Folien mit einer Gesamtgröße von neun Quadratmetern. Der Verklebevorgang unterscheidet sich nur im Fensterbereich. Hier wurden spezielle window graphics verwendet. Das ist eine Folie, die 40 Prozent gelocht ist und somit die Transparenz von innen nach außen gewährleistet. Damit sich die Klappfenster öffnen lassen, wurde die Folie passend ausgeschnitten. Außerdem dienen die großen Fenster als Notausstiege, aus Sicherheitsgründen zerspringen die Folien beim Einschlagen mit der Fensterscheibe.

Der krönende Abschluss

Endlich war es soweit! Am 28.08.2020 konnten wir die jungen Designer in den Mittelpunkt stellen und zwei ausdrucksstark gestaltete Busse im Rahmen einer Pressekonferenz der Öffentlichkeit vorstellen.
„Ich freue mich sehr, dass wir heute gleich zwei Busse mit den Entwürfen der Schüler und Schülerinnen vorstellen können“, sagte KVB-Vorstandsvorsitzende Stefanie Haaks. „ Das zeigt, mit wie viel Engagement und Kreativität sie diese Aufgabe angehen. Die Entscheidung wurde der Jury richtig schwer gemacht. Mit viel Stolz wurden die Preise entgegen genommen. “Kölns Erste Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes äußerte sich genauso erfreut: „Ich habe gerne die Schirmherrschaft über das seit mittlerweile zehn Jahren stattfindende Projekt übernommen.

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Blumen als Auszeichnung für die Schirmfrauschaft seit 10 Jahren!

Ich bin immer wieder aufs Neue begeistert, mit welcher Ernsthaftigkeit sich die Schülerinnen und Schüler mit dem Projekt auseinandersetzen. Trotz der aktuellen Situation darf man die Belange der Umwelt nicht aus den Augen verlieren, und das ist mit beiden Entwürfen gelungen, die von der KVB mit Ihren Projektpartnern realisiert werden.“ KVB-Chefin Stefanie Haaks überreichte Scho-Antwerpes als Dank für Ihre langjährige Unterstützung einen Blumenstrauß. Emotionale Momente für alle Beteiligten. Der Vorplatz des Westforums in der Scheidtweilerstraße wurde zum Schauplatz von Freude, Stolz, Anerkennung und Fröhlichkeit – mit Abstand und Maske.

Die prämierten Busse sind jetzt im Kölner Stadtbild zu sehen. In den ersten zwei Wochen nach der Pressekonferenz fuhr der Bus „KVB – mit uns mobil, bringt fürs Klima viel“ den Linienweg in unmittelbarer Nähe der Kopernikusschule. Die SchülerInnen waren begeistert.

Die Siegerprämie für den ersten Platz beinhaltete für die Teilnehmer der Kopernikusschule den Ausflug ins Phantasialand nach Brühl, inklusive der Hin- und Rückfahrt in ihrem selbstgestalteten Bus.
 

Gruppenfotos mit den Gewinnern der gestalteten Busse.

Die anderen gezeigten Fotos wurden von Christoph Seelbach aufgenommen.
 
 
 
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