Wir arbeiten gerne an Weihnachten

Mitarbeiter der KVB, die an Weihnachten arbeiten

Heiligabend, das Jahr neigt sich dem Ende, es kehrt Stille ein. Selbst wenn es vor den Feiertagen für viele Menschen noch stressig wird, so haben die meisten an Heiligabend und den Weihnachtstagen doch Gelegenheit, zur Ruhe zu kommen. Innezuhalten. Die Feiertage in gemütlicher Atmosphäre mit ihren Lieben zu feiern. Ich gehöre auch zu ihnen, denn ich habe einen Bürojob bei der KVB.
Spätestens um 14 Uhr am Heiligen Abend machen die letzten Geschäfte zu. Bürogebäude sind in der Regel schon längst verlassen und werden frühestens nach Weihnachten wieder aufgesucht.

Es gibt aber Berufe, bei denen das anders ist. Berufe, die an Feiertagen, Sonntagen oder nachts ausgeübt werden, weil man „den Laden nicht einfach zusperren kann.“ Gerade im Jahr 2020 sind diese Berufe aufgrund der Corona-Pandemie stark in den Fokus gerückt. Auch bei den Kölner Verkehrs-Betrieben gibt es viele Arbeiten, die an Feiertagen oder am Wochenende erledigt werden müssen, denn ein Großteil der Mitarbeitenden arbeitet im Fahrdienst, in der Leitstelle, in den Werkstätten, als Reinigungskräfte, im Entstördienst oder im Fahrgastservice.

Wir stellen einige Mitarbeitende vor, die an Weihnachten arbeiten. Aber nicht, weil sie es müssen, sondern weil sie es gerne tun.

Jaqueline und Paul Hill
Alter: 55 und 57 Jahre
Beruf: Fahrausweisprüfer/in
Aufgaben: In erster Linie Fahrausweiskontrolle. Aber wir beantworten natürlich auch Fragen der Fahrgäste und informieren.
Wie lange bei der KVB?
Paul: Ich bin seit 1990 bei der KVB, erst
als Straßenbahnfahrer, seit 2018 als Fahrausweisprüfer.

Jaqueline: Ich bin seit 2013 dabei, erst in der Fahrgastsicherheit, seit 2015 als Fahrausweisprüferin.
Warum arbeitet Ihr gerne an den Weihnachtsfeiertagen?
Paul: Da wir beide denselben Beruf haben, können wir zusammenarbeiten. Das ist schön. An Weihnachten sind die Fahrgäste viel entspannter und weniger in Eile als sonst. Das ist für uns, aber auch die Fahrgäste angenehmer. Da Köln auch an den Feiertagen mobil sein muss, heißt das für uns Präsenz zeigen. Das wissen viele Fahrgäste auch zu schätzen.
Jaqueline: Außerdem lässt die KVB sich immer etwas Nettes für die Mitarbeitenden einfallen. Wer an Weihnachten arbeitet, kriegt ein kleines Geschenk, z.B. eine Trinkflasche für unterwegs oder einen Kopfhörer fürs Handy. Das ist wirklich nett. Außerdem gibt es an Weihnachten ein kleines Buffet in der Zentrale. So macht die Arbeit Spaß. Dieses Jahr fällt das wegen Corona leider aus.
Wie findet Eure Familie es, wenn Ihr Weihnachten arbeitet?
Nicht immer schön, aber über die Jahre hin hat man sich arrangiert.
Weihnachtswunsch an die Fahrgäste:
Stressfreie und friedliche Feiertage. Und Verständnis für unsere Arbeit. Auch wenn wir an Weihnachten jemanden ohne Ticket aufschreiben, machen wir nur unseren Job.

Andreas Haseé
Alter: 56 Jahre
Beruf: Mitarbeiter der zentralen Fahrzeugdisposition auf dem Betriebshof Merheim.
Aufgaben: Unsere Abteilung ist für die komplette Ein- und Ausfahrplanung aller Stadtbahnen in Köln zuständig. Defekte Fahrzeuge tauschen wir ebenfalls aus.
Wie lange bei der KVB?
Seit 2004 in Merheim, vorher war ich auf dem Betriebshof West.
Warum arbeitest Du gerne an den Weihnachtsfeiertagen?
Das Arbeiten mit den Kollegen an Weihnachten ist anders als sonst, der Umgang ist herzlicher. Die Kollegen aus meiner Abteilung und auch die Fahrer sind alle irgendwie glücklicher und fröhlicher als sonst. Alle haben gute Laune und freuen sich auf die Weihnachtsfeiertage.
Ist eine Schicht an Weihnachten anders als sonst?
An Heiligabend wird es zwischen 15:00 Uhr und 16:30 Uhr ein bisschen stressig, weil dann alle Bahnen reinkommen, die sich sonst auf den Zeitraum 19:00 bis 02:30 Uhr verteilen.
Wie findet Deine Familie es, wenn Du an Weihnachten arbeitest?
Meine Familie findet es nicht so gut, wenn man an diesen Tagen weniger Zeit hat. Allerdings passen wir unsere gemeinsame Zeit so an, dass alle glücklich und zufrieden sind. So ist das halt im Schichtdienst. Toll ist es, wenn man Nachtdienst hat und nach dem Aufwachen am späten Abend direkt die Weihnachtsgans zum Frühstück serviert bekommt. ☺

Alexander Pfahl
Alter: 51 Jahre
Beruf: Einsatzleiter auf der Leitstelle
Aufgaben: Wir beobachten die Verkehrslage. Bei Störungen müssen wir in kürzester Zeit Umleitungen einrichten und Hilfe organisieren. Effiziente Kommunikation mit Fahrpersonal, Verkehrsmeistern, Entstördienst, Feuerwehr, Polizei, Betriebsleitern, unserer Kommunikationsabteilung und dem Vorstand sind zentrales Element unserer Arbeit.
Wie lange bei der KVB? 1998 habe ich als Bus- und Bahnfahrer angefangen. 2006 habe ich mich zum Verkehrsmeister der Leitstelle weitergebildet. Seit 2014 bin ich Einsatzleiter.
Warum arbeitest Du gerne an den Weihnachtsfeiertagen?
In dem Job ist man ohnehin dran gewöhnt, an allen Tagen zu arbeiten, insofern merke ich den Unterschied nicht allzu stark. Zudem weiß man, wenn man bei der KVB anfängt, dass ÖPNV nahezu 24/7 erbracht wird.
Ist eine Schicht an Weihnachten anders als sonst?
In der Regel sind viele Menschen bei ihren Familien, es ist ruhiger auf den Straßen. Auf der Leitstelle kommt es auch oft vor, dass Kollegen und Kolleginnen Weihnachtsgebäck mitbringen. Außerdem zieht sich unser Chef, der Leiter der Leitstelle, an Heiligabend die Weihnachtsmütze auf und bringt Geschenke.
Wie findet Deine Familie es, wenn Du an Weihnachten arbeitest?
Da ist man als Single ein bisschen weniger verpflichtet. 😉

Sebastiano Siciliano
Alter: 45 Jahre
Beruf: Busfahrer
Aufgaben: Meine Funktion bei der KVB ist es, Menschen sicher und pünktlich von A nach B zu bringen. Dabei die Übersicht über Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer zu bewahren, also vorausschauend zu fahren. Niemand darf verletzt werden, das hat oberste Priorität.
Wie lange bei der KVB?
Knapp sechs Jahre.
Warum arbeitest Du gerne an den Weihnachtsfeiertagen?
Ich fahre sehr gerne an Weihnachten, weil die Stimmung an diesem Tag etwas ganz Besonderes ist. Ich fahre mit dem Bus durch die Straßen und in den Fenstern brennt überall Licht. Die Menschen sitzen alle zusammen am Tisch und feiern gemeinsam mit der Familie, das hat etwas Magisches. Die Fahrgäste sind viel freundlicher und offener an diesen Tagen.
Wie findet Deine Familie es, wenn Du an Weihnachten arbeitest?
Meine Familie hat Respekt vor meiner Arbeit, weil ich es mir gewünscht habe, Busfahrer zu werden. Für viele Menschen ist Heiligabend ein normaler Arbeitstag.
Weihnachtswunsch an die Fahrgäste:
Ich wünsche mir von den Fahrgästen etwas mehr Respekt und Wertschätzung. Mehr Freude, weniger Rassismus und vielleicht beim Aussteigen einfach mal ein Lächeln geschenkt zu bekommen. Das wünsche ich mir zu Weihnachten.

Apropos Lächeln schenken: Das erinnert mich an meine Kindheit. Ich weiß noch, wie ich mit meiner Mutter manchmal mit der Linie 5 an Heiligabend noch rasch in die Innenstadt gefahren bin, weil sie noch irgendwelche Kleinigkeiten besorgen wollte. In den 90ern fuhren auf der Linie 5 noch die alten Acht-Achser, bei denen man die Fahrer grüßen konnte, weil es noch keine zugesperrten Kabinen gab. Wenn wir dann nachmittags auf dem Heimweg an der Margaretastraße aus der Bahn stiegen, sagte meine Mutter immer: „Komm, lass uns vorne aussteigen.“ Und dann wünschte sie dem Fahrer oder der Fahrerin „Frohe Weihnachten“. „Weil der Fahrer uns auch an Weihnachten nach Hause bringt und er nicht mit seiner Familie feiern kann“, sagte sie dann. „Da können wir auch mal nett sein.“ Es kam immer ein freundliches „Frohe Weihnachten“ vom Fahrersitz zurück.
Wer also an den Feiertagen mit den Bussen und Bahnen der KVB unterwegs ist, darf unsere Mitarbeitenden gerne mal mit einem Lächeln bedenken.
In diesem Sinne: Frohe Weihnachten!

Bilder: Regina Weiß

 

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