Zukunft beginnt heute: Die KVB ist nachhaltig unterwegs

Köln wächst – jedes Jahr kommen ein paar Tausend Menschen in der Millionenstadt hinzu. Kölns Luft drückt – jeder erwartet Fahrverbote in diesem oder im nächsten Jahr. Köln sucht Wohnbauflächen – in fast jedem Veedel wird “angebaut“ oder nachverdichtet. Köln ist aktiv – Dienstleister, Produzenten, Forscher, Lehrende, Kulturschaffende, … leben von diesem Standort und seinen Einwohnern. Köln ist mobil – der Verkehr auf Straßen und Schienen nimmt weiter zu. Kurzum: Köln ist dynamisch. Und das soll auch so bleiben. Aber verbraucht sich Köln auch?

Bis 2040 müssen 16 Milliarden Euro am Standort Köln in diverse Infrastrukturen investiert werden, damit diese Stadt auch in den nächsten Jahrzehnten noch “funktioniert“. Das haben das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) und das Finanzwissenschaftliche Institut der Universität zu Köln kürzlich im Auftrag von Stadt und Stadtwerke Köln ermittelt. Insbesondere muss auch das Netz der KVB erweitert, der ÖPNV attraktiver werden. In den ÖPNV-Bedarfsplan 2015 des Landes Nordrhein-Westfalen haben Stadt Köln und  KVB deshalb verschiedene Maßnahmen eingebracht – Ausbau der Nord-Süd Stadtbahn, Ertüchtigung der Ost-West-Achse, Anbindung des Entwicklungsgebietes Mülheim-Süd, Vollendung der Linie 13 zur Ringbahn, barrierefreier Ausbau verschiedener Stadtbahn- und Bus-Haltestellen etc. sind zentrale Stichworte hierbei.

Als Teil der Daseinsvorsorge hat der öffentliche Verkehr eine Bedeutung für den Standort – heute und morgen. Die Zukunft der Stadt hängt entscheidend von zukunftsfähigen Entwicklungen in den verschiedenen Aufgabengebieten ab, auch von der des ÖPNV. Die heutige Stadtnutzung darf nicht zu Lasten der nachfolgenden Generationen  stattfinden. Gerade weil viel Geld investiert werden muss, wird sich der Blick auf den langfristigen Werterhalt konzentrieren und von Provisorien abrücken. Damit gelangt das, was gemeinhin “Nachhaltigkeit“ genannt wird, weiter in den Mittelpunkt der lokalen Agenda. “Nachhaltigkeit“ kann mit “Zukunftsfähigkeit“ übersetzt werden.

Der Begriff “Nachhaltigkeit“ kam Ende der 1980er Jahren auf. Seinerzeit entstanden in vielen Orten lokale Agenden, wie die KölnAgenda – bürgerschaftliche Organisationen, getragen häufig durch Umweltverbände. Diese engagieren sich für eine nachhaltige Entwicklung ihrer Gemeinde. Meist standen hierbei der Klima- und Umweltschutz sowie der faire Handel und die Eine-Welt-Politik im Mittelpunkt. In den folgenden Jahren weitete sich der Blickwinkel, so dass eine nachhaltige Entwicklung auch in den Feldern Ökonomie und Soziales angestrebt wurde. Gelegentlich erscheint es heute, als stünde Nachhaltigkeit schlicht für alles und sei als Begriff des Zeitgeistes auch an Beliebigkeit zerronnen.

Dem ist nicht so. Konsequent durchdacht, muss sich Nachhaltigkeit auf viele Gebiete erstrecken. Schließlich hängen viele Themen über die Grenzen der einzelnen Sphären zusammen, bedingen einander. Hierbei steht auch immer die langfristige Entwicklung im Mittelpunkt und es gilt, die drei Hauptsäulen Umwelt, Wirtschaft und Soziales miteinander in Einklang zu bringen. Es ist somit folgerichtig, dass sich der Stadtwerke-Konzern mit Nachhaltigkeit beschäftigt. Schließlich sind hier verschiedene Aufgaben der Daseinsvorsorge gebündelt.

 

Stadtwerke veröffentlichen Nachhaltigkeitsbericht

Der Nachhaltigkeitsbericht der SWK bietet fundiertes Wissen auf 80 Seiten und empfiehlt sich der Lektüre.

Nun haben die Stadtwerke den Nachhaltigkeitsbericht 2017 veröffentlicht.

Auf 80 Seiten wird umfassend beschrieben, welche Entwicklungen im vergangenen Jahr hinsichtlich Nachhaltigkeit in den Konzerngesellschaften gestaltet wurden. Es zeigt sich eine breite Sammlung zahlreicher Themen und Projekte, viele stehen weiterhin auf der Agenda dieses und der kommenden Jahre.

Doch ein Bericht zum Abheften und Weglegen ist es nicht. Er empfiehlt sich zur vertiefenden Lektüre. Denn: Manche Themen locken nicht mit tagesaktuellem Nachrichtenwert und finden in der Berichterstattung der Medien deshalb kaum Beachtung. Der Bericht verdeutlicht aber die Substanz der Zukunftsgestaltung und beschreibt vieles von dem, was im Hintergrund der städtischen Unternehmen für die Kölnerinnen und Kölner gestaltet wird.

 

Mit der Erarbeitung des Berichtes wurde der Blick auf das Wirken des Konzerns und seiner Gesellschaften geschärft. Doch mit der Abfassung von Nachhaltigkeitsberichten lassen die Stadtwerke es nicht bewenden. Erarbeitet wird auch ein Nachhaltigkeits-Programm, mit dem die unternehmerischen Planungen ausgerichtet werden sollen. Die folgenden fünf Beispiele verdeutlichen die Tragweite der Aufgabenstellung “Nachhaltigkeit“. Sie zeigen, dass die KVB bereits nachhaltig unterwegs ist.

 

Beispiel klassischer Klima- und Umweltschutz

Klima- und Umweltschutz sind “Klassiker“ der Nachhaltigkeit. In diesem Blog wurden bereits verschiedene Beiträge zu diesem Themenfeld veröffentlicht. Deshalb sei an dieser Stelle nur auf zwei Punkte noch einmal hingewiesen: Die KVB geht einen “Weg der soliden Schritte“ – die Neuerungen müssen stets funktionieren und den Kundenwünschen genauso entsprechen wie der Wahrung unserer natürlichen Ressourcen. Und die KVB baut ihren Umweltvorteil kontinuierlich aus. Das Unternehmen lehnt sich nicht zurück, weil andere Verkehrsträger wesentlich stärker auf die Umweltbedingungen einwirken und zum Klimawandel beitragen. Diese Haltung entspricht dem Nachhaltigkeitsgedanken: Die heutigen Anforderungen erfüllen, ohne die Bedingungen zukünftiger Generationen zu beschränken.

 

Klassiker der Nachhaltigkeit: Klima- und Umweltschutz wird bei der KVB großgeschrieben. Dieses Themenfeld ist authentisch, seine Werbemotive füllen mitunter ganze Hauswände.

Beispiel innovative Angebotsentwicklung

Die Ansprüche an Dienstleistungen wandeln sich mit den Erfahrungen der Kunden. Auch der ÖPNV muss berücksichtigen, was andere Dienstleister „auf den Markt bringen“. Früher reichte der Papierfahrschein und die Kunden waren noch mehr bereit, sich anzustellen. Heute heißt das Zauberwort „digitale Technik“. Die Menschen wollen vieles mit ihrem Smart Phone erledigen, sie nutzen Apps, Chipkarten und moderne Informationskanäle. Diesen Weg geht die KVB mit.

Konsequente Produktentwicklung: Zunächst wurde die Chipkarte als Trägermedium geöffnet und enthält sowohl Studentenausweis als auch SemesterTicket. Inzwischen können mit dieser einen Karte auch die KVB-Räder ausgeliehen werden. Im Bild links Uni-Rektor Axel Freimuth, rechts KVB-Chef Jürgen Fenske.

 

Im Jahr 2011 präsentierten KVB und Universität zu Köln das Konzept eines einheitlichen „Zugangsmediums“ – auf einer Chipkarte werden Studierendenausweis und SemesterTicket abgelegt, die Studenten können damit weitere Angebote der Uni Köln nutzen. In einer weiteren Ausbaustufe wurde ab 2015 das Leihradangebot der KVB auf dieser Karte integriert. Es bleibt ein Zugangsmedium in der Tasche. Ähnliche Entwicklungen soll es für weitere Kundengruppen geben.

Die Nutzer des Anbieters cambio können zum Beispiel mit der VRS-Chipkarte, auf der die Stammkunden-Tickets des Verkehrsverbundes gespeichert sind, auch die cambio CarSharing-Autos öffnen und bekommen als Stammkunden des ÖPNV automatisch den cambio-Rabatt in Höhe von zehn Prozent abgezogen.

Ende 2018 wird die Neuauflage der App „KVB mobil“ präsentiert, die wesentlich mehr kann, als ihre erste Version. Damit wird ein weiterer Sprung in der Qualität der Dienstleistung gemacht. Die KVB hinkt hier anderen Dienstleistern nicht hinterher, sie vernetzt sich zukunftsorientiert.

 

Beispiel urbane Stadtentwicklung

Eine urbane Stadtentwicklung zielt darauf ab, möglichst viele Angebote zur Befriedigung menschlicher Bedürfnisse räumlich clever zu kombinieren. Hierbei sollen die Wege zwischen der Wohnung, Arbeits- und Ausbildungsstätte, dem Einkauf, kulturellen und sportlichen Angeboten kurz gehalten werden. Das Auto ist dann nicht mehr das unbedingt notwendige Verkehrsmittel. Im Ergebnis wird es weniger Autos geben und diese benötigen nicht mehr so viel Platz in den Veedeln – zum Parken und zum Fahren. Der öffentliche Raum kann dann ganz anders genutzt werden, es entstehen Freiräume für manche Aktivitäten. Mit der hohen Bevölkerungsdichte in Köln finden vielfältige Angebote ihren Markt, Urbanität ist insbesondere in Großstädten möglich.

Die Verkehrsmittel des Umweltverbundes – zu Fuß gehen, Fahrrad, Bus und Bahn, aber auch Taxen und CarSharing – können hierbei Mobilität im notwendigen Umfang gewährleisten. Die Stadt Köln verfolgt mit der Strategie „Köln mobil 2025“ unter anderem das Ziel, den Anteil des Umweltverbundes bis 2025/30 auf 67 Prozent des gesamten Personenverkehrs in Köln auszubauen. An dieser Strategie hat die KVB aktiv mitgewirkt. Es gilt, die Strategie durch zahlreiche Maßnahmen umzusetzen.

Konsequenter Gleichklang: Die Entwicklung neuer Stadtquartiere muss durch den zeitnahen Ausbau des ÖPNV begleitet werden. Am Butzweilerhof (links) fuhr dank privatwirtschaftlichem Engagement die Stadtbahn bereits, bevor alle Grundstücke aufgesiedelt waren. In Mülheim Süd soll diesem Beispiel gefolgt werden.

 

Die Anbindung neuer Veedel durch den ÖPNV zählt zu diesen Maßnahmen. So wird derzeit zum Beispiel das Areal Mülheim Süd durch verschiedene Projektträger entwickelt. Hier, wo einst Industrieunternehmen ihren Standort hatten, können neue Angebote um Wohnen und Arbeiten in alten Mauern und neuen Gebäuden entstehen. Die Anbindung des Areals an das Stadtbahnnetz ist von großer Bedeutung. Stadt und KVB haben deshalb 2015 einen entsprechenden Schienenausbau im ÖPNV-Bedarfsplan des Landes Nordrhein-Westfalen angemeldet. Bevor eine Stadtbahn-Strecke realisiert ist, wird das Gebiet zunächst durch den Busverkehr erschlossen.

Bereits 2010 konnte ein neues Areal an das Stadtbahnnetz angeschlossen werden. Die Verlängerung der Linie 5 in den Butzweilerhof im Nordwesten Kölns diente genau diesem Zweck: Die Beschäftigten vieler Unternehmen, aber auch die Bewohner neuer Wohnbauflächen sahen bei ihrem Einzug die Stadtbahnen ankommen und abfahren. Lange bevor alle Flächen bebaut wurden, war der ÖPNV da und half bei der Entscheidung über neue Mobilitätsmuster. Dieses Projekt gelang im Übrigen nur, weil sich mehr als 40 Unternehmen aus der privaten Wirtschaft an der Finanzierung des Linienausbaus mit rund fünf Millionen Euro beteiligt hatten und weil deren „Forum Butzweilerhof“ ein starker Fürsprecher für das Vorhaben war.

 

Beispiel solide Personalentwicklung

Die erfolgreiche Umstellung der Bus-Linie 133 auf E-Mobilität und der schnelle Beginn des  Ausbaus der E-Mobilität im Busverkehr haben eine wesentliche Basis in der Werkstatt Bus/Kfz: Seit 2011 wurde mit der Einführung von Hybridbussen schrittweise Erfahrung und Wissen in Themen der Elektromobilität aufgebaut. Klassischer Weise sind Dieselbusse der Hauptgegenstand der Buswerkstatt. Perspektivisch werden dieses E-Busse sein.

Die Herausforderung E-Mobilität und die Sicherung der Arbeitsplätze in der Werkstatt werden gelingen, indem weiterhin schrittweise Erfahrungen gesammelt, Wissen und Fertigkeiten ausgebaut werden. Hierzu wird das Team in der Werkstatt auch um Facharbeiter und Ingenieure ergänzt. Die KVB kann somit die Themen der E-Mobilität – gemeinsam mit ihrem Schwesterunternehmen RheinEnergie und gemeinsam mit den industriellen Herstellern – erfolgreich bearbeiten. Der technische Wandel wird nicht zu einer reduzierten Rolle der eigenen Werkstatt führen. Vielmehr bleibt die KVB-Werkstatt Bus/Kfz eine wesentliche Basis des erfolgreichen Busbetriebs.

Diese personelle Seite dient der Zukunftsfähigkeit, ist nachhaltig. Andere Unternehmen wie etwa der Filmhersteller Kodak haben über den Wandel ihre Zukunft verloren (im Zusammenhang mit der aufkommenden digitalen Fototechnik). Große Sorgen machen sich derzeit auch die Automobilhersteller vor dem Horizont des e-mobilen Wandels im Verkehr.

Zukunftsfähigkeit: Gute Mitarbeiter finden, bestmöglich ausbilden und zugleich zu Veränderungen befähigen. Links: Eine Gruppe Geflüchteter, die die Ausbildung für den Busfahrdienst ohne Abstriche absolviert hat. Rechts: Mitarbeiter der Werkstatt, die sowohl die herkömmliche Mechanik, als auch neue elektrische Aufgaben im e-mobilen Wandel beherrschen.

 

Die Sicherung der Zukunft basiert aber generell auf der Auswahl geeigneter Mitarbeiter/innen. Klassische Muster weichen auf, der Blickwinkel erweitert sich. Neue Arbeitsumgebungen werden entwickelt – die KVB nutzt den Ansatz “Beruf und Familie“. So liegt es nahe, auch Menschen eine Perspektive zu geben, die nach Deutschland zugezogen sind – Diversity und Integration von Flüchtlingen spielen im Unternehmen ein große Rolle. Dabei setzt das Unternehmen auch gesellschaftliche Anforderungen um, bekennt sich zu seiner Verantwortung.

 

Beispiel langfristige Technikentwicklung

Der ÖPNV ist eine personal- und technikintensive Dienstleistung. Die eingesetzte Technik ist dabei häufig mit hohen Investitionskosten verbunden. Deshalb spielen die sogenannten Lebenszykluskosten eine große Rolle – neben dem Kauf, etwa neuer Fahrzeuge, müssen auch die Folgekosten der Wartung, Instandsetzung und der Weiterverwertung beachtet werden. Denn: Billig kaufen kann in den Werkstätten teuer werden. Auch werden Techniken häufig über lange Zeiträume eingesetzt, ein Bus etwa zehn Jahre, eine Stadtbahn rund 25 bis 30 Jahre. Deshalb sind bei der Beschaffung die erkennbaren Anforderungen der Fahrgäste von morgen zu berücksichtigen. Gelingt beides, dann sind die Techniken zukunftsfähig, also nachhaltig beschafft worden.

Ein Beispiel: Die Stadtbahnen der Serie 2100, sie wurden 1984 und 1985 gebaut, zeichnen sich durch eine hohe Qualität des Wagenkastens aus. Der seinerzeit verwendete Stahl wies auch nach 30 Jahre nur wenige Schäden auf. Das machte es möglich, diese Fahrzeuge nach ihrem „ersten Leben“ umzubauen. Nach der Entkernung wurden die meisten Bauteile aufgearbeitet, andere ausgetauscht. Es entstand die neue Serie 2400, die moderne, zukunftsfähige Funktionen wie eine Klimatisierung, erhielt. Dabei gelang es, die Kostenseite sehr positiv zu gestalten. Der Umbau eines Fahrzeuges kostet etwa 1,7 Millionen Euro. Bei einem Neukauf hätten je Fahrzeug rund 3,2 Millionen Euro aufgewendet werden müssen. Nun können die Stadtbahnen weitere 25 bis 30 Jahre über die Strecken des KVB-Netzes fahren.

Stadtbahnen für Generationen: Die Stadtbahnen der Serie 2100 fuhren rund 30 Jahre. Die Qualität der Wagenkästen war danach noch so gut, dass ein Umbau für weitere 25 bis 30 Jahre als Serie 2400 möglich war. Links das erste Fahrzeug 2100 nach der Entkernung, rechts der erste Wagen 2400 bei der Präsentation.

 

Zukunft des Unternehmens sichern

Für die KVB ist Nachhaltigkeit nicht einfach eine Pflichtaufgabe – im Sinne imageträchtiger Öffentlichkeitsarbeit abarbeiten, abhaken, erledigt. Vielmehr geht es für das Unternehmen darum, auch in Zukunft eine Verkehrsdienstleistung anbieten zu können, die zu den Mobilitätsbedürfnissen der Fahrgäste passt. Dabei bedeutet eine wachsende Stadt Köln immer auch eine wachsende KVB und eine zukunftsfähige Stadt Köln immer auch eine zukunftsfähige KVB. Heute werden die Weichen für den Fahrgastzuspruch von morgen und übermorgen gestellt.

Die Langlebigkeit der Investitionen und deren meist großer Finanzbedarf – von den Fahrzeugen, über die Schieneninfrastruktur bis hin zur Ausstattung der Werkstätten und weiteren Anlagen – erfordern solide Konzepte, Programme und Maßnahmen. Viele Entscheidungen der vergangenen Jahre und Jahrzehnte wirken sich auch heute noch positiv für Köln aus.

 

Alles neu?

Wird sich die Geschäftstätigkeit der Unternehmen im Kölner Stadtwerke Konzern nun grundlegend verändern, wenn die Ausrichtung auf Nachhaltigkeit stärker in den Mittelpunkt rückt? Vermutlich nicht. Viele Entwicklungen laufen seit Jahren, wurden aber nicht unter dem Titel “Nachhaltigkeit“ hervorgehoben. Der Ausbau des Fernwärmenetzes und der regenerativen Energiegewinnung, die Entwicklung der Häfen, die Etablierung des Abfallwirtschaftssystems, der Ausbau des ÖPNV-Netzes und auch die Herausbildung neuer Stadtquartiere.

Zukünftig werden jedoch diese Entwicklungen, die alle auf die Zukunft ausgerichtet sind, stärker mit ihrem nachhaltigen “Charakter“ präsentiert werden. Es gilt, machen “Diamanten“ in Köln zu schleifen und nicht unter Wert zu verkaufen. Und zukünftig wird die Anforderung Nachhaltigkeit hoffentlich auch – als Rückenwind – dazu beitragen, dass Projekte schneller realisiert werden können.

Hierfür ist der Nachhaltigkeitsbericht der Stadtwerke Köln eine sehr gute Basis – bei seiner Erstellung werden viele aktuelle Entwicklungen einsortiert, beim Lesen offenbart er profundes Wissen über die Zukunftsfähigkeit Kölns. Und er lädt alle ein, sich für Nachhaltigkeit, für die Zukunftsfähigkeit zu engagieren.

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Ein Kommentar

  • Rüdiger Krause

    „Denn: Billig kaufen kann in den Werkstätten teuer werden. Auch werden Techniken häufig über lange Zeiträume eingesetzt, ein Bus etwa zehn Jahre, eine Stadtbahn rund 25 bis 30 Jahre. […] Ein Beispiel: Die Stadtbahnen der Serie 2100, sie wurden 1984 und 1985 gebaut, zeichnen sich durch eine hohe Qualität des Wagenkastens aus. Der seinerzeit verwendete Stahl wies auch nach 30 Jahre nur wenige Schäden auf. Das machte es möglich, diese Fahrzeuge nach ihrem „ersten Leben“ umzubauen.“

    Ja, in den 1970er und 1980er Jahren hat man noch Qualität gekauft. Selbst Mitte der 1990er Jahre wurden noch Stadtbahnwagen (2300) beschafft, die noch heute ohne große Probleme im täglichen Einsatz sind. Diese Fahrzeuge sind inzwischen über 20 Jahre alt und noch kein Ersatz geplant. Dagegen werden für die neueren Fahrzeuge (K4000), die ab 1997 in Betrieb gingen und somit gerade 20 Jahre alt sind, neue Züge beschafft. Die Begründung:

    „124 Fahrzeuge der Serie K4000 werden in den 2020er Jahren 30 Jahre alt und haben bereits heute ihre Nutzungsgrenze erreicht. Die Fahrzeuge weisen vor allem Probleme mit Klebungen, Nietungen und Korrosionen auf. Die Instandhaltung dieser Fahrzeuge ist schon heute sehr aufwendig.“

    Quelle: https://ratsinformation.stadt-koeln.de/getfile.asp?id=654725&type=do&

    Diese Bombardierfahrzeuge waren dann wohl doch zu billig und alles andere als nachhaltig, wenn sie schon heute ihre Nutzungsgrenze erreicht haben. Dann können wir nur hoffen, dass man zukünftig wieder auf hochwertigere Fahrzeuge setzt, die deutlich länger eingesetzt werden können. Zum Vergleich: Die vier verbliebenen Stadtbahnwagen B der Serie 2000 sind inzwischen rund 40 Jahre alt und immer wieder auf einigen Linien zu sehen – ohne Zweiterstellung.

    In einigen Städten, die richtige U-Bahnen betreiben, erreichen die Fahrzeuge teilweise sogar eine Nutzungsdauer von 50 Jahren.

    Ob zudem Elektrobusse mit Batteriebetrieb nachhaltig sind, darf bezweifelt werden. Lange Transportwege von der Produktion bis zum Verbraucher, hohes zusätzliches Fahrzeuggewicht (auch denn Lithiumakkus eine höhere Energiedichte als Blei-Gel-Akkus haben) und ungeklärtes Recycling. Zudem gibt es wohl nicht ausreichend Lithium auf der Erde, um alle Fahrzeuge mit Batterien zu bestücken. Daher finde ich den Versuch der RVK mit Wasserstoff zielführender. Oder Oberleitungsbusse wie in Solingen. Sind aber in Köln wohl nicht gewollt.

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